Davids wundersame Welt

Kinostart: 15.07.2004

Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomische Geschichte eines Jungen, der als Sohn polnischer Einwanderer im London der 60er Jahre seine Leidenschaft für Cricket entdeckt.

Im London der frühen 60er träumt der sportiv nur mäßig begabte, elfjährige David Wiseman (Sam Smith) unverdrossen von einer Karriere als Cricket-Ass, doch einstweilen klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein beträchtlicher Graben. Das könnte sich ändern, als in der Nachbarschaft sehr zum Misstrauen der eingesessenen Arbeiter eine Familie aus Jamaika ihre Zelte aufschlägt und im Garten hinter dem Haus ein Cricketfeld anlegt. Davids neugierige Begegnung mit der fremden Kultur wird schließlich für beide Seiten ein gewinnbringendes Ereignis.

Humoristische Arbeiterklasse-Außenseiterdramen wie „Billy Elliot“ und „East is East“ lassen schön grüßen, wenn ein britischer Dreikäsehoch mal wieder unverdrossen gegen den Mainstream rudert.

England in den frühen 60er Jahren: Das Ehepaar Wiseman und der elfjährige Sohn David sind polnische Immigranten in einem Londoner Vorort. Davids ganze Leidenschaft gehört dem Cricketspiel, obwohl er der Schlechteste seiner Mannschaft ist. Als eine jamaikanische Familie in der Nachbarschaft einzieht und ein Cricketfeld im Garten anlegt, wird David nicht nur in die Geheimnisse des Spiels eingeführt, sondern findet auch neue Freunde - und steht damit schon bald zwischen allen Fronten.

London in den 60ern. Der elfjährige David ist ein glühender Cricket-Fan, doch mit seinem miserablen Spiel erntet er viel Gespött von Lehrern wie Mitschülern. Als eine schwarze Familie ins Nebenhaus einzieht und ein Cricketnetz aufstellt, schließt der schüchterne Außenseiter beim gemeinsamen Training schnell Freundschaft mit Papa Dennis und dessen Tochter. Aufgehetzt vom rassistischen Umfeld überwirft sich David jedoch alsbald mit den neuen Nachbarn. Da zwingt ihn ein heimtückischer Brandanschlag, Stellung zu beziehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Davids wundersame Welt: Tragikomische Geschichte eines Jungen, der als Sohn polnischer Einwanderer im London der 60er Jahre seine Leidenschaft für Cricket entdeckt.

    Nach dem Tanz in „Billy Elliot“ und dem Fußball in „Kick It Like Beckham“ ist nun Cricket das sportliche Thema eines britischen Coming-Of-Age-Films, mit dem das Heranwachsen und die Identitätsfindung eines jungen Menschen eingeleitet wird. Autor und Regisseur Paul Morrison versetzte dies mit seinem zweiten Film ins Umfeld jüdischer, polnisch-deutscher Einwanderer in die Londoner Vorstadtatmosphäre der 60er Jahre und würzte seinen erwachsenen Kinderfilm/kindgerechten Erwachsenenfilm mit engagierter Sozialkritik.

    Ähnlich seines Erstlings aus dem Jahr 1999 („Salomon und Gaenor“), einer „Romeo und Julia“-Story, angesiedelt in England des Jahres 1911, geht es Paul Morrison auch hier um das Thema Toleranz und den soziopolitischen Hintergrund seiner Geschichte. Erneut lässt er diesen von seiner Kamerafrau Nina Kellgren in tristes Licht setzen, während Mike Leighs Produktionsdesignerin Eve Stewart („All or Nothing“) die Arbeiterklasseatmosphäre der Ära fühlbar macht, wenngleich das Studioset einen leicht unrealistischen, märchenhaften Eindruck unterstützt. Dieser wird verstärkt durch die vor seinem geistigen Auge lebendig werdenden Spielerkarten des leidenschaftlichen elfjährigen Cricketfans David Wiseman (Sam Smith). Zwar ermöglichen dessen Eltern - ein aus Polen stammender Schneider (Stanley Townsend) und seine deutsch-stämmige Frau Ruth (Emily Woof) - ihm die Ausbildung an einer angesehenen Privatschule, doch auch hier kommt er dem elitären Sport nicht näher als mit dem Bedienen der Spieltafel. Als eine jamaikanische Familie ins Nachbarhaus zieht und die kleinbürgerliche Welt mit Ska-Rhythmen und bunter Lebensfreude überrumpelt, freundet sich David trotz der Warnungen seines Vaters und dem Entsetzen der konservativen Anwohner mit dem ebenfalls Cricket-verrückten neuen Nachbarn Dennis (Delroy Lindo), Vater der gleichaltrigen Judy (Leonie Elliot), an, mit denen er fortan in deren Garten trainiert. Anders als das Genre nahe legt, verlässt Morrison an dieser Stelle das Terrain und schlägt die Richtung von Todd Haynes‘ „Dem Himmel so fern“ ein, indem er parallel zu Davids Weg aufs Spielfeld und zu neuem Selbstbewusstsein eine Liebesgeschichte zwischen Davids Mutter und David inszeniert.

    Am Ende will Morrison die Verbindung seiner drei Handlungsstränge - Davids Coming-Of-Age, die Liebesgeschichte zwischen Ruth und Dennis und die rassistischen Konflikte, die schließlich in einer erwartbaren Katastrophe kulminieren - nicht so recht gelingen; dennoch überwiegen die wunderbaren komischen, warmherzig und einfühlsam beobachteten Momente des Films, die das Thema Erwachsenwerden auf dem Sportplatz auf erfrischende Weise und mit charmanten, visuellen Ideen variieren. Der kindliche Blickwinkel und die behutsame Konkfliktlösung machen aus „Davids wundersame Welt“ einen für alle Altersgruppen empfehlenswerten, engagierten Filmgenuss. deg.

News und Stories

  • Vorstellung

    Am 15. Juli bringt Senator das Coming-of-age-Drama „Davids wundersame Welt“ in die deutschen Kinos. Wie Regisseur und Autor Paul Morrison sagt, versuchte er die Stimmung von Filmen wie „Billy Elliot“ einzufangen. Morrison ist vor allem als Regisseur anspruchsvoller Dramen bekannt. Sein Regiedebut „Solomon & Gaenor“ aus dem Jahr 1998 bekam eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film.

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