Das Zimmer meines Sohnes (2001)

Originaltitel: La stanza del figlio
Das Zimmer meines Sohnes Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Zimmer meines Sohnes: Bewegendes, mit der Goldenen Palme ausgezeichnetes Melodram über eine italienische Familie, die mit dem Unfalltod des Sohnes fertigwerden muss.

Psychoanalytiker Giovanni führt ein perfektes Mittelstandsleben, in dessen Zentrum der liebevolle Umgang mit seiner Frau und seinen zwei Kindern steht. Als Giovannis Sohn bei einem Tauchunfall ums Leben kommt, gerät Giovannis Leben aus den Fugen. Doch nachdem Trauer und Verlust den Familienkern zu sprengen drohen, wagt er einen ersten Schritt in eine neue Normalität.

Als der heranwachsende Sohn Andrea bei einem Tauchunfall stirbt, gerät das Leben einer italienischen Mittelstandsfamilie aus dem Ruder. Vater Giovanni macht sich Vorwürfe, für seine Psychoanalytikerpraxis den Sohn vernachlässigt zu haben, Mutter Paola versucht manisch, Andreas letzte Urlaubsbekanntschaften ausfindig zu machen, und Tochter Irene lässt ihren Aggressionen beim Basketball freien Lauf. Erst nachdem die drei ihre Trauer bis zum Äußersten ausgereizt haben, erscheint am Horizont ein Schimmer der Normalität.

Als der heranwachsende Sohn bei einem Tauchunfall stirbt, läuft das Leben einer italienischen Mittelstandsfamilie aus dem Ruder. Bewegendes Drama von Regisseur und Hauptdarsteller Nanni Moretti, das in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es konnte nur einen geben für die Goldene Palme: Nanni Moretti erhielt die begehrte Trophäe für sein kongenial verfilmtes Drama “La stanza del figlio” über eine Durchschnittsfamilie, die durch den Tod des geliebten Sohnes fast auseinanderbricht, Trauer und Verlust durchlebt und durchleidet, bevor sie mit leiser Hoffnung eine neue Normalität wagt.

    Ein Triumph für das europäische Kino und Standing Ovations für dieses berührende Meisterwerk des Italieners, der nach “Ecce Bombo!” (1978), “Liebes Tagebuch” (Regie-Preis 1994) und “Aprile” (1998) zum vierten Mal am Wettbewerb teilnahm, beendeten die 54. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Im Gegensatz zu Morettis früheren Filmen gibt es keine autobiographischen Züge, “La stanza del figlio” erzählt eine fiktive Geschichte. Verschwunden ist der für Moretti typisch satirische Blick auf Italiens Politik, eine Ironie, dass gerade jetzt sein “Intimfeind” Berlusconi die Wahlen gewann. “Ich wollte zeigen, dass ein Unglück Menschen, die sich lieben, oft nicht näher zusammenbringt, sondern entfremdet”, beschreibt Moretti sein filmisches Anliegen. Zu Beginn zeichnet er das harmonische Leben einer Mittelstandsfamilie in seiner Alltäglichkeit – der Vater Psychoanalytiker, die Mutter Verlegerin, Tochter Irene und Sohn Andrea im Teenager-Alter, aber eigentlich ganz brav. Die familiäre Idylle zerbricht, als Andrea bei einem Tauchunfall stirbt. Die Überlebenden verarbeiten die Tragödie jeder auf seine Weise. Der Vater macht sich Selbstvorwürfe, dass er einen Patienten besuchte, statt mit dem Sohn zu joggen und so die Tragödie hätte vielleicht vermeiden können, die Mutter beisst sich daran fest, unbedingt die Urlaubsbekanntschaft Andreas kennenzulernen und flüchtet sich hinter eine Mauer des Schweigens, Irene lässt ihre Aggressionen auf dem Basketball-Feld aus. Es herrschen Sprachlosigkeit, Vereisung der Gefühle, Hilflosigkeit. Erst nach einem schmerzhaften Reflexionsprozess keimt am Ende leise Hoffnung auf einen gemeinsamen Neuanfang. “La stanza del figlio”, der im vergangenen Monat den Donatello als Bester italienischer Film erhielt, auch Laura Morante wurde als Beste Schauspielerin ausgezeichnet, ist das reifste Werk des Autorenfilmers, der selbst den Pater Familias mimt. Ohne falsche Töne gelingt die Gratwanderung zwischen heiterer Leichtigkeit und tiefster Trauer. Mit großer Menschlichkeit und Sensibilität geht Moretti universelle Themen wie Tod und Verlust an, Abschied von einem geliebten Menschen, und leistet bewegende Trauerarbeit. Kein Film in Cannes wühlte die Gemüter so auf, nirgends flossen mehr Tränen. Nie schlägt jedoch die Emotionalität in Kitsch oder Sentimentalität um. Es sind Kleinigkeiten, die diesen Film groß machen, Momente, die man nicht vergisst: Wenn vor den Augen der Familienmitglieder mit lautem Lärm die Schrauben in den Sarg gedreht werden, hallt dieses Geräusch noch lange nach, bedeutet es doch auch Endgültigkeit. Eine französische Zeitung forderte nicht nur die Palme d’Or, sondern gleichzeitig die “Palme du coeur” (Herzens-Palme). Mit Recht. mk.

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