Das weiße Kaninchen

   Kinostart: 04.06.2016

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Filmhandlung und Hintergrund

Fernsehfilm über "Cyber-Grooming", das Erschleichen des Vertrauens von Minderjährigen im Internet zur Anbahnung eines sexuellen Kontakts.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das weiße Kaninchen: Fernsehfilm über "Cyber-Grooming", das Erschleichen des Vertrauens von Minderjährigen im Internet zur Anbahnung eines sexuellen Kontakts.

    Clever konstruiertes Krimidrama mit Devid Striesow über düstere Verführer und die Abgründe, die im Internet lauern

    Nach seinem herausragenden Shakespeare-Western „Im Schmerz geboren“ hat Florian Schwarz ein Drama gedreht, das einen ähnlichen Stellenwert einnehmen sollte wie „Homevideo“ (2012). Damals ging es um „Cyber-Mobbing“, diesmal geht es um „Cyber-Grooming“: Erwachsene erschleichen sich im Internet das Vertrauen von Kindern, überreden sie zur Preisgabe kompromittierender Fotos und erpressen auf diese Weise ein persönliches Treffen, bei dem es zum sexuellen Missbrauch kommt. Natürlich hat der Film auch eine didaktische Ebene, aber die ist im Drehbuch geschickt verpackt. Die Handlung beginnt mit einer Unterrichtsstunde, in der Simon Keller eine Klasse über die Gefahren im Netz aufklärt. Der Vertrauenslehrer hat aber auch eine dunkle Seite: Als er einer Kollegin beim Sportunterricht aushilft, schleicht er sich in einen Nebenraum, um mit Blick auf die jungen Mädchen in der Turnhalle zu onanieren. Devid Striesow ist eine gruselig gute Wahl für die Hauptrolle: weil er als charismatischer Verführer das Gute wie das Böse gleichermaßen perfekt verkörpern kann. Kellers bevorzugte Eismischung Schoko/Vanille als Kombination von Dunkelheit und Licht ist ein zwar schlichtes, aber treffendes Bild für diesen Mann, der eine pädagogisch einleuchtende, letztlich jedoch perfide Strategie verfolgt: Im Netz gibt er sich als 17jähriger Benny aus, zu dem die zweite Hauptfigur des Films, die 13jährige Sara (Lena Urzendowsky), prompt Vertrauen fasst; die beiden beginnen eine Chat-Freundschaft. Das Mädchen ist ein schüchternes Mauerblümchen und entdeckt mit Begeisterung, wie leicht man im Internet Kontakte knüpfen kann. Sie weckt das Interesse eines attraktiven älteren Jungen namens Kevin (Louis Hofmann), der sich mit ihr trifft und Bikinifotos von Sara macht. Als sie ihr Oberteil nicht ausziehen will, zieht er sich zurück und meldet sich auch nicht mehr. Sara, längst verknallt, ist verzweifelt, schickt Kevin ein Oben-ohne-Foto, wird nun prompt von ihm erpresst und wendet sich hilfesuchend an Benny, der sie wiederum an Simon Keller verweist - und das ist erst die Hälfte der Geschichte, die sich nun zum Krimi wandelt.

    Bei Geschichten dieser Art besteht die größte Herausforderung im Umgang mit den Chats. In Filmen für ARD und ZDF trauen sich die Macher meist nicht, die Informationen ausschließlich schriftlich darzubieten; deshalb müssen die handelnden Personen laut vorlesen, was sie gerade schreiben, was immer etwas blödsinnig wirkt. Buch und Regie haben hier eine ganz einfache Lösung gefunden: Wenn sich „Benny“ und Sara schreiben, sitzen sie einander im Halbdunkel gegenüber und sprechen miteinander. Interessant ist auch die durch japanische Manga-Comics inspirierte Gestaltung eines Chatrooms namens „Cat-Bistro“: Hier findet die erste Begegnung von Sara und Kevin statt; beide erscheinen virtuell mit geschminkten Katzengesichtern. Die Idee unterstreicht die düstere Märchenhaftigkeit dieses Films; dank des im Fernsehen so gut wie ausgestorbenen Cinemascope-Formats kommen die Bilder perfekt zur Geltung. Zweite Herausforderung bei solchen Stoffen sind die jungen Darsteller, die sich aber ausnahmslos als Volltreffer erweisen. Bei Louis Hofmann ist das keine Überraschung, der junge Mann hat schon als Tom Sawyer gezeigt, was er kann. Die Entdeckung ist daher Lena Urzendowsky (die kleine Schwester von Sebastian), die ihre Sache famos macht. Trotzdem ist Striesow der Star, selbst wenn Schwarz es erfolgreich vermieden hat, die jungen Schauspieler im Glanz des Hauptdarstellers verblassen zu lassen.

    Fazit: „Das weiße Kaninchen“ ist ein völlig anderer Film als „Im Schmerz geboren“, aber dank ausgezeichneter junger Darsteller, einer innovativen Bildgestaltung und des relevanten Themas ähnlich wichtig. tpg.

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