Filmhandlung und Hintergrund

Spannendes Militärdrama über einen Mord in einem Nazistraflager.

Lieutenant Hart landet im Dezember 1944 im Nazi-Stalag in Augsburg. Die US-Soldaten stehen unter der Autorität von Col. McNamara, der den ehemaligen, in seinen Augen schwachen Jurastudenten Hart beordert, einen schwarzen Kampfpiloten, der des Mordes an einem weißen rassistischen Mitgefangenen angeklagt ist, zu verteidigen.

Augsburg 1944. Seit Monaten fristet der junge US-Lieutenant Thomas Hart seine Tage unter Aufsicht des unmenschlichen Oberst Visser im NS-Gefangenenlager Stalag IV. Colonel McNamara hat als ranghöchster inhaftierter Offizier das Kommando über seine Mitgefangenen übernommen. Als es zu mehreren Morden unter den Gefangenen kommt, besteht McNamara auf einem Schau-Prozess gegen den schwarzen Kampfpiloten Scott. Um seine Haut zu retten, muss Hart dessen Verteidigung übernehmen. Ein abgekartetes Spiel beginnt…

Augsburg, 1944. Als es zu mehreren Morden unter den amerikanischen Gefangenen im Augsburger NS-Lager kommt, besteht Colonel McNamara auf einem Schauprozess gegen den schwarzen Kampfpiloten Scott. Um seine Haut zu retten, muss der junge US-Lieutenant Hart dessen Verteidigung übernehmen. Verzwickter Genremix aus Kriegsfilm, Detektivstory und Rassendrama mit Bruce Willis.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Tribunal: Spannendes Militärdrama über einen Mord in einem Nazistraflager.

    Im Zuge der aktuellen Kriegsfilmrenaissance bläst kurz nach der Landung von Ridley Scotts Somalia-Bestandsaufnahme „Black Hawk Down“ das im Zweiten Weltkrieg angesiedelte Millitärdrama „Hart’s War“ zum Angriff auf das US-Boxoffice. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von John Katzenbach, wird vielschichtig das Leben von amerikanischen Kriegsgefangenen in einem Nazi-Gefangenenlager skizziert. Ein Mord unter den Inhaftierten führt zu einem Militärverfahren, bei dem der unerfahrene Lieutenant Thomas Hart einen rassistischen Anfeindungen ausgesetzten afroamerikanischen Offizier verteidigen muss.

    Die Werbekampagne ließe vermuten, dass es sich hierbei um einen Bruce-Willis-Film handelt, doch übernimmt der Superstar als mitinhaftierter Colonel William McNamara, dessen undurchsichtige Motive erst nach vielen Wendungen im vertrackten Plotlabyrinth offenbar werden, lediglich eine Nebenrolle. Die Hauptlast, den Genrecocktail aus Kriegsthriller, Stalagstudie, Gerichtsfilm, Whodunit, Rassenkonfliktdrama und Moralfabel auf seinen noch recht unerprobten Schultern zu tragen, fällt Newcomer Colin Farrell (fiel zuerst in „Tigerland“ auf und wird alsbald in „Minority Report“ und „The Farm“ zu sehen sein ) zu. Er mimt Lieutenant Thomas Hart, einen priviligierten Senatorensohn, der im Dezember 1944 von den Nazis gefangengenommen wird und unter Folter klassifizierte Information preisgibt. Er landet im Stalag VI A in Augsburg unter der Aufsicht von Oberst Werner Visser (superb: der Rumäne Marcus Iures), den Gregory Hoblit nicht als stereotypen bösen Nazi überzeichnet, sondern als kulturbewussten Literaturliebhaber, Jazzkenner und Yalestudent charakterisiert. Col. McNamara ist im Vergleich die wesentlich diszipliniertere und scheinbar auch unsympathischere Autoritätsfigur. Er erkennt sofort, dass es sich bei Lieutenant Hart um einen in seinen Augen willensschwachen Verräter handelt und schickt ihn in eine Baracke mit den gemeinen Soldaten, anstatt ihn in die Offiziersunterkunft aufzunehmen. Das selbe Los fällt bald darauf den beiden schwarzen Kampfpiloten Lincoln Scott (Terence Howard) und Lamar Archer (Vicellous Shannon) zu, die von den anderen weißen Soldaten - allen voran vom ehemaligen Cop Bedford (Cole Hauser) - mit rassistischen Beschimpfungen überschüttet werden. Kurz darauf wird unter Archers Matratze eine Waffe entdeckt und er von den Nazis exekutiert. Eine Nacht später findet man auch den Rassisten Bedford ermordet auf. Der Verdacht fällt natürlich auf den schwarzen Scott. McNamara fordert ein Militärverfahren, dem Oberst Visser aus Unterhaltungsgründen zustimmt, und beordert den ehemaligen Jurastudenten Hart mit der Verteidigung von Scott. Ein spannendes Whodunit mit vielen (nicht immer überzeugenden) Plotwendungen entfaltet sich.

    Gregory Hoblit („Zwielicht“) wählt für seine routinierte Inszenierung farbschwache Bilder in blaugrauen Tönen, womit die Tristesse der Kriegsära und die Eintönigkeit des Lagerlebens hervorgehoben wird. Die für einen Mainstream-Film dieser Größenordnung überraschend starke Dialoglastigkeit und leicht kammerspielhafte Atmosphäre (die Handlung findet fast ausschließlich im Stalag statt) wird mit drei kurzen Actioneinlagen (zwei davon sind Fliegerangriffe der Alliierten) aufgelockert. Eine ausführliche Rede des Angeklagten während seiner Verhandlung über die Ungerechtigkeit und Doppelmoral seiner Landsleute, die deutschen Kriegsgefangenen, nicht aber den farbigen Soldaten, die für ihr Land kämpfen, den Zutritt zu Restaurants gewähren, verdeutlicht die drängendste Botschaft des Männerdramas. Ehre und Selbstaufopferung sind weitere wichtige Themen, die teils effektiv, teils pathetisch-melodramatisch aufgegriffen werden. Die aufwallenden Emotionen werden von einem entsprechenden Orchesterscore unterstrichen, ohne übermäßig aufdringlich zu sein. ara.

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