Das Massaker von Katyn

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   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Massaker von Katyn: Kraftvolles und reifes Drama von Altmeister Andrzej Wajda, der das polnische Trauma des Massakers von Katyn aufarbeitet.

Die Polin Anna und mit ihr zahlreiche andere Frauen fragen sich, was mit ihren im Krieg verschollenen Ehemännern, Vätern und Söhnen passiert ist. Viele wurden zwischen Russen und Deutschen aufgerieben und gefangen genommen, 12.000 Offiziere 1940 im Wald von Katyn von Sowjets hingerichtet. Die Russen bezichtigen die Nazis des Massakers. Doch Anna hat noch Hoffnung, weil ihr Mann Andrzej nicht auf der Todesliste von Katyn auftaucht – wegen eines Irrtums. Denn Andrzej trug bei seinem Tod den Pullover seines Freundes Jerzy, der nach dem Krieg zurückkehrt.

Die Polin Anna und mit ihr zahlreiche andere Frauen fragen sich, was mit ihren im Krieg verschollenen Ehemännern, Vätern und Söhnen passiert ist. 12.000 Offiziere wurden 1940 im Wald von Katyn von Sowjets hingerichtet. Die Russen bezichtigen jedoch aus Propagandagründen die Nazis des Massakers. Anna hat noch Hoffnung, weil ihr Mann Andrzej nicht auf der Todesliste von Katyn auftaucht – wegen eines Irrtums. Denn Andrzej trug bei seinem Tod den Pullover seines Freundes Jerzy, der nach dem Krieg zurückkehrt.

1940 wurden 12.000 polnische Offiziere von Sowjets hingerichtet. Die Frauen der Opfer stellen Fragen. Das kraftvolle und reife, für den Auslands-Oscar nominierte Drama von Altmeister Andrzej ist sperriges Kino für Cineasten.

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Kritikerrezensionen

  • Gleich zu Anfang von „Katyn“ treffen sich Flüchtlinge auf einer Brücke. Die eine Seite ist auf der Flucht vor den Deutschen, die andere flieht vor den Russen. Von Ost und West wird Polen gleichermaßen überrannt und aufgeteilt, Familien werden zerrissen und viele Leben geopfert. Während die Nazis große Teile der Bildungsschicht in KZs ausrotten, lassen die Sowjets 20.000 polnische Offiziere der Intelligenzija im Wald von Katyn erschießen.

    „Katyn“ erzählt jedoch nicht nur die Geschichte des historischen Verbrechens, sondern auch den Umgang mit den Ereignissen in der polnischen Geschichte. Nachdem Nazideutschland und die Sowjetunion ihr Bündnis brechen, fällt Polen komplett unter russischen Einfluss und die Erschießungen werden totgeschwiegen.

    Die daheim gebliebenen Frauen und Familien leben lange Zeit im Ungewissen, ob ihre Männer noch leben und werden schließlich von sowjetischer Propaganda über deren Tod informiert. Doch die unübersehbare Wahrheit darf nicht ausgesprochen werden. Gleichermaßen wie Sophokles’ Antigone kämpft die Witwe Agnieszka um ein Grabmal für ihren ermordeten Mann – und endet in den Vernehmungszimmern des Geheimdienstes.

    Anna, die Frau des Kapitäns, muss als Offizierswitwe zahllose Repressalien über sich ergehen lassen und kann bis zuletzt den Tod ihres Mannes nicht begreifen. Das Verbot, selbst über die Angehörigen trauern zu dürfen, hinterlässt in der Bevölkerung tiefe Wunden, so dass die vorgestellten Figuren des Films nur symbolisch für Viele stehen können. Der Traum von einem freien Polen ist in weite Ferne gerückt.

    Andrzej Wajda präsentiert einen Film mit vielen patriotischen Symbolen, ohne dabei jedoch das Gleichgewicht für eine Dichte und emotional starke Handlung zu verlieren. Die rot-weiße polnische Flagge wird von den Sowjets entzwei gerissen – der rote Teil wird weiter genutzt, während sich die russischen Soldaten den weißen Teil um die Füße binden. Der fragmentarische Score von Krzysztof Penderecki verhilft dem Film zu einer epischen Gewichtung, ohne dabei jedoch zu sehr in den Vordergrund zu treten.

    Die passenden, entsättigten Bilder werden von zugehörigem, dokumentarischem schwarz-weiß Material begleitet und schaffen einen authentischen, dokumentarischen Stil. Mit offener Direktheit zeigt Wajda einen großen historischen Film in Hollywood-Manier.

    Fazit: Historisch wichtiger und atmosphärisch erzählter Film über ein dunkles Kapitel der sowjetischen und polnischen Geschichte.
  • Kraftvolles und reifes Drama von Altmeister Andrzej Wajda, der das polnische Trauma des Massakers von Katyn aufarbeitet.

    Im April 1940 wurden im Wald von Katyn in der Nähe von Smolensk im Auftrag Stalins über 12.000 kriegsgefangene polnische Offiziere vom sowjetischen Geheimdienst NKWD und der Roten Armee hingerichtet, in Massengräber geworfen und verscharrt. Die grauenhafte Wahrheit des kaltblütigen Massakers, 1943 aufgedeckt und von Sowjets wie Nazis für Propagandazwecke missbraucht, wurde jahrzehntelang im Ostblock verschwiegen, im Westen verdrängt. Ab 1989 wurde die Katyn-Lüge Gegenstand historischer Forschungen, die an Hand von Briefen und Tagebüchern der Opfer die Geschichte rekonstruierten.

    Polens Meisterregisseur Andrzej Wajda („Asche und Diamant“, „Danton“) hat um das Massaker, das die Rahmenerzählung bildet, ein reifes und kraftvolles Drama inszeniert, das weitgehend aus der Perspektive von Anna, Frau eines Offiziers (intensiv: Maja Ostaszewska) und der Frauen, Freunde und Familien erzählt wird, die nicht oder nur tropfenweise über die Schicksale ihrer Ehemänner, Väter und Söhne informiert werden und vergeblich warten. Der Film setzt virtuos mit der Panik von 1939 ein, als sich in Folge des deutsch-russischen Nichtangriffspakts Flüchtlingsströme auf einer Brücke mischen, die einen von den Deutschen, die anderen von den Russen verfolgt. Die universitäre Elite wird nach Deutschland transportiert, polnische Offiziere in die Sowjetunion.

    Wajdas Film ist durch die über die Ereignisse hinaus reichende Spurensuche Analyse und Endpunkt der Trauerarbeit. Dramaturgisch effektiv, bestechen die Szenen um Annas Ehemann Andrzej (Arthur Zmijewski), der wegen des ihm von Freund Jerzy (Andrzej Chyra) geschenkten Pullovers als Toter mit falscher Identität in die Katyn-Liste aufgenommen wird, und Jerzy, der nach dem Krieg als Offizier des NKWD mit der Erinnerung nicht fertig wird. Das ausführlich gefilmte Massaker im Finale, ist vom Transport in den wegen der Farbe „Schwarze Marias“ genannten Gefangenlastwagen, bis zum Genickschuss (bevorzugte Methode des NKWD) erschütternder, quälender und schmerzhafter Schlusspunkt. Wajdas Meisterwerk wurde als Bester Ausländischer Film für den Oscar nominiert. ger.

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