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Das Mädchen und die Spinne

Kinostart: 24.06.2021

Filmhandlung und Hintergrund

Drama um zwei junge Frauen, die ihre WG auflösen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Mädchen und die Spinne: Drama um zwei junge Frauen, die ihre WG auflösen.

    Die Schweizer Brüder Ramon und Silvan Zürcher machen ein Kino, das nicht von der Sehnsucht nach Melancholie, sondern dem Unglücklichsein getragen wird. So zeigten sie sich jedenfalls mit ihrem Debütfilm „Das merkwürdige Kätzchen“ im Jahr 2013 im Berlinale Forum. Das Gefühl bestätigt sich jetzt mit ihrem neuen Werk „Das Mädchen und die Spinne“ im Encounters-Wettbewerb der Berlinale 2021. Es ist ein Kino, das Lust an den Misstönen in der Wohlstandsgesellschaft verspürt. Wieder gibt es eine größere Gruppe von Menschen - manche von ihnen untereinander verwandt, manche haben miteinander geschlafen, andere würden es gerne tun. Sie alle helfen bei einem WG-Auszug von Lisa (Liliane Amuat), die ihre Mitbewohnerin Mara (Henriette Confurius) zurücklassen und allein neu anfangen will.

    Das eigentliche Thema des Films sind aber die Blicke der Beteiligten, das Unausgesprochene, frühere schief gelaufene Beziehungen, die nachwirken wie zu große Wunden. Die Zürcher-Brüder sind dabei die Art von Filmemacher, die nicht ein Pflaster auf die Wunde kleben wollen, sondern mit Genuss an der Verletzung kratzen. Es sind Szenen der Dissonanzen, Menschen, die sich ins Wort fallen, andere Menschen darauf hinweisen, dass sie einen Lippenherpes haben, als ob auf einem Klavier nur Moll-Akkorde angeschlagen würden. Da gibt es viel für die Schauspieler*innen (u.a. Ursina Lardi, André M Hennicke, Sabine Timoteo) zu spielen und entdecken, weil vieles an den Situationen vage bleibt. Als Zuschauer bleiben die Figuren aber auch so eigenartig fremd, obwohl man die Situationen an sich zu kennen glaubt. „Das Mädchen und die Spinne“ seziert den Alltag. Vielleicht muss man selbst nochmal einen zweiten Blick wagen, um noch mehr Feinheiten mitzubekommen, um sich so den abweisenden Figuren mehr nähern zu können.

    Michael Müller.
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