Das Imperium der Wölfe

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   2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Imperium der Wölfe: Im Stil von "Die purpurnen Flüsse" inszenierter Thriller über drei Frauenmorde, zwei Cops und eine gefährliche Terrororganisation.

Drei Frauen sind im Pariser Türkenviertel ermordet worden. Die Umstände deuten wahlweise auf Ritualmorde oder Taten der Mafia hin. Da weitere Vorfälle ähnlichen Formats kaum ausgeschlossen werden können, holt sich der junge Kommissar Paul Nerteaux (Jocelyn Quivrin) zur Verstärkung mal lieber das erfahrene Schlachtross Schiffer (Jean Reno). Bei ihren Ermittlungen stoßen die Fahnder auf die Society-Dame Anna Heymes (Arly Jover), die im Milieu auf eigene Faust einem Gedächtnisverlust auf den Grund geht.

Eine horrible Mordserie und ein ungleiches Bullenpaar stehen im Mittelpunkt des französischen Gruselkrimis in der Tradition von „Sieben“ und „Die purpurnen Flüsse„.

Mit Hilfe des vorzeitig entlassenen, aber im Milieu vertrauten Ex-Polizisten Schiffer versucht der Pariser Flic Nerteaux drei im Türkenviertel begangene Frauenmorde aufzuklären. Die Spur führt zur türkischen Mafia, aber auch zur Beamtenfrau Anna, die von schweren Gedächtnisirritationen heimgesucht wird. Als Anna ihr wahres Ich entdeckt, gerät sie in die Schusslinie mehrerer Parteien.

In einem Pariser Einwandererviertel ereignen sich drei extrem blutige Morde an rothaarigen Frauen. Der junge Jocelyn Quivrin ermittelt – und zieht den wegen brutaler Methoden zwangspensionierten Ex-Flic Schiffer hinzu. Bald wird klar, dass die Terrororganisation „Die Grauen Wölfe“ hinter den Taten steckt. Derweil verfolgt man an anderer Stelle der Stadt die Nachforschungen der jungen Anna. Sie wird von seltsamen Visionen heimgesucht und erkennt, dass sie früher eine andere Identität und ein anderes Aussehen gehabt haben muss.

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Kritikerrezensionen

  • Besonders was seine Visualität angeht, versucht der Film zu beeindrucken. Zahlreiche kreative Einfälle machen deutlich, dass der Regisseur viel – vielleicht zu viel – über bloße Äußerlichkeiten des Films nachgedacht und darüber die eigentliche Handlung ein wenig aus dem Blick verloren hat. Die Geschichte selbst wirkt dadurch etwas unausgegoren.

    Gezeigt wird die Reise in ein dunkles Mafiamilieu mit mysteriösen Hintermännern und grausamen Auftragskillern. Paris präsentiert sich dabei stets in grauer Dämmerung oder Dunkelheit, die hin und wieder von Blitzen durchzuckt wird. Passend dazu gibt es einen Dauerregen, der erst gegen Ende des Films aufzuhören scheint. Die Bilder wirken, was ihre Ästhetik betrifft, oft überladen. Unterstützt wird die aus diesen Punkten resultierende Künstlichkeit auch durch besonders atmosphärische Musik.Stellenweise erinnert der Film dabei an „Seven“, was seine Bildästhetik angeht oder an „Rosemaries Baby“, was seine anfänglich bedrückende Atmosphäre betrifft.

    Zwar sind die beiden parallel verlaufenden Handlungsstränge recht elegant miteinander verwoben, doch insbesondere ihre Zusammenführung und Auflösung am Ende des Films sind etwas plump geraten. Vielleicht muss man das Buch kennen, um den Handlungsverlauf nachvollziehen zu können.

    Auch was die Figuren und ihre Handlungsmotivation angeht, könnte die Lektüre der Romanvorlage hilfreich sein. Ohne diese Kenntnis erscheinen einige der Handelnden unglaubwürdig und unmotiviert. Das gilt besonders für die Figur der hilfreichen Psychiaterin Mathilde. Doch auch die Hauptfiguren Schiffer und Nerteaux scheinen manchmal etwas verloren vor der Kamera zu stehen. Blicke und Gesten wirken dann manieriert, einzelne unbeholfene Dialogsätze stehen wie Betonklötze im Raum, was allerdings auch an der deutschen Synchronisation liegen könnte.

    Zusammenfassend ist „Das Imperium der Wölfe“ leider nicht so spannend, wie er hätte sein können, wenn mehr Wert auf Handlungsverlauf und Dialoge gelegt worden wäre. Bildästhetisch ist der Film durchaus einen Blick wert, auch wenn das stets regennasse und depressive Stadtbild auf die Nerven drückt. Man könnte sagen, „Das Imperium der Wölfe“ ist der Film eines Regisseurs, der sein Talent noch nicht voll entfaltet hat, dessen Zukunft aber noch einiges verspricht.

    Fazit: Bildästhetisch lohnenswerter aber nur leidlich spannender Thriller.
  • Loyal gegenüber dem Erfolgsrezept von „Die purpurnen Flüsse“ ist auch die neueste Verfilmung eines Romans des Franzosen Jean-Christophe Grangé konzipiert. Zwei Cops, unterschiedlich in Generation und Charakter, ermitteln in brutalen Mordfällen, die auf Aktivitäten eines Geheimbundes verweisen. Ob sich die Parallelen neben der düsteren Atmosphäre und Hauptdarsteller Jean Reno auch im Einspielergebnis fortsetzen, korreliert direkt mit der Toleranz des Zuschauers, stilistische Kompetenz und Spaß am Genre über die Reaktion auf ein Drehbuchlabyrinth zu stellen, aus dem man wohl nur mit dem Instinkt von Wölfen einen Ausgang findet.

    Selbst im Produktionsland Frankreich blieb dieser aufwändige Euro-Thriller, der beim Fantasy Filmfest deutsche Premiere feiern wird, hinter den Erwartungen zurück. Dabei bietet das hier beleuchtete Geheimbundmilieu ungleich mehr Brisanz als die alpinen Genverbrecher und Jesus-Fanatiker aus Grangés Vorgängerfilmen. Die „Grauen Wölfe“, die auch in Deutschland operierende rechtsradikale türkische Terrororganisation, bleiben jedoch im Drehbuch nur skizzenhaft, sind eine ernst zu nehmende, weil authentische Bedrohung, über deren Organisationsstruktur und Ziele man im Buchhandel zwangsläufig mehr erfährt als hier. Lange Zeit konsequent begleitet das Skript zwei dominante Handlungsstränge, die im Verlauf des Plots zusammengeführt werden. Der eine verfolgt die Ermittlungen des jungen Cops Nerteaux (Newcomer Jocelyn Quivrin) und des zwangspensionierten korrupten Ex-Bullen Schiffer (Reno), die drei extrem brutale Morde im Pariser Türkenviertel aufzuklären versuchen. Der andere Strang beobachtet die traumatische Identitätssuche der wohlhabenden Beamtenfrau Anna (Arly Jover), die durch mentale Irritationen, durch unerklärliche Gedächtnisverluste erkennt, das sie früher ein anderes Leben mit einer anderen Identität geführt hat.

    Regisseur Chris Nahon („Kiss of the Dragon“) gelingen einige gute Suspensemomente, bis Anna als ehemaliger Drogenkurier der Wölfe enttarnt wird, die nun auf deren Abschussliste steht. Warum der Superkiller der Organisation sein Ziel mehrfach verfehlt (worauf die drei Frauenmorde verweisen), ist trotz der vom Skript angeführten Gesichtskosmetik Annas angesichts heutiger DNA-Testverfahren rätselhaft. Viel verwirrender aber ist Jean Renos Rolle, der anfangs den brutalen alten Wolf gibt, dann aber in seinen Loyalitäten und Zielen changiert wie ein Chamäleon. Insgesamt überzeugt der Cop-Strang mit seinen nebulösen Verstrickungen mit der Sicherheitspolitik weniger als die Entwicklungsreise der Protagonistin, die mit Hilfe einer Therapeutin ihre Vergangenheit entschlüsselt und schließlich Rache nimmt. Das Finale, aufgenommen an spektakulären Originalschauplätzen in Anatolien, führt alle Beteiligten wieder zusammen, ohne dass sie es ahnten und wir es verstünden. Zu diesem Zeitpunkt hat das „Imperium“ das Zuschauerhirn schon so durch den Wolf gedreht, dass der Spaß an diesem visuell durchaus ansprechenden, nicht übertrieben grausamen Thriller wohl nur dann durchgehend gewährleistet bleibt, wenn man selbiges nicht zu sehr anstrengt. kob.

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