Das Hochzeitsvideo

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   2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Hochzeitsvideo: In Form einer Reality-TV-Show erzählt Sönke Wortmann in seiner turbulent-kurzweiligen No-Name-Komödie von einer Hochzeit, die aus dem Ruder läuft.

Eigentlich steht der Traumhochzeit nichts im Weg – Pia und Sebastian sind verliebt, das Ambiente im noblen Schlosshotel passt, die Stimmung unter den Gästen könnte nicht besser sein. Sebastians Freund Daniel soll den großen Tag mittels Digicam festhalten. Doch was so rosig beginnt, läuft zusehends aus dem Ruder. Zuviel Alkohol, eine Stripperin, ein verschlafener Termin auf dem Standesamt, verlorene Eheringe… nicht zu vergessen Pias Ex, der unerwartet auftaucht – ein Pornodarsteller, einschlägig bekannt als „Carlos, die Keule“.

Pia und Sebastian wollen den schönsten Tag ihres Lebens in einem Schlosshotel feiern, müssen aber miterleben wie der Spaß komplett aus dem Ruder läuft. Sönke Wortmanns erster Film seit „Die Päpstin“ – eine betont auf No-Name gemachte Komödie im Stil gängiger Found-Footage-Filme.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sönke Wortmann, der für die Dokumentation "Deutschland. Ein Sommermärchen" über die Fußball WM 2006 gefeiert wurde, machte zuletzt durch das Historiendrama "Die Päpstin" von sich reden. Nun bringt er ein ganz anderes Werk auf die Leinwand, eine romantische Komödie, die sich stark an amerikanischen Vorbildern orientiert und ein junges oder junggebliebenes Publikum ansprechen soll.

    "Was in Hollywood gut funktioniert, das lässt sich auch auf Deutsch machen." Dies oder ähnliches wird sich Sönke Wortmann wohl gedacht haben, als er sich an die Umsetzung von "Das Hochzeitsvideo" machte. In starker Anlehnung an amerikanische Komödien wie "Hangover" oder "Brautalarm" jagt hier ein vermeintlicher Lacher den nächsten und die Niveaugrenze wird auch gerne mal ein bisschen nach unten verschoben oder der gute Geschmack gänzlich vernachlässigt.

    Das Konzept ist erstmal eigentlich ganz nett. Fast der komplette Film wird aus Daniels Kameraperspektive gezeigt, denn der beste Freund von Sebastian ist immer dabei und hat seine Augen scheinbar überall. So werden wir Zeuge jeglicher Hochzeitsvorbereitung, von der Kleiderprobe bis zum Junggesellenabschied. Später greift auch Pias stets in schwarz gekleidete Halbschwester Despair (Lucie Heinze) zur Kamera, was dann auch noch Einblicke in Pias Hen Night gestattet, die weibliche Version des Junggesellenabschieds.

    Viele Lacher funktionieren tatsächlich und der Film unterhält über weite Strecken einigermaßen gut, auch wenn er nie an die amerikanischen Vorreiter herankommt. Was schön ist, ist die Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren. Pias alternativ angehauchte Mutter, der singende Alt-Hippie Vater und Sebastians stocksteife zu-und-von Familie liefern sich gekonnte Wortgefechte und überhaupt kann der Film mit einigen gute One-Linern aufwarten. Auch die aus komplette neuen Gesichtern bestehende junge Besetzung, die Wortmann von verschiedenen deutschen Theaterbühnen rekrutiert hat, ist nett anzusehen. Dass viele Lacher so oder so ähnlich schon einmal dagewesen sind, ist erstmal zu verzeihen. Übel wird es, wenn Wortmann sich an der "Niveaulosigkeit" versucht, die in den amerikanischen R-rated Comedies so gerne gesehen ist. Hier geht der Schuss nämlich völlig nach hinten los und was lustig sein soll, ist einfach geschmacklos. Ein biederer Standesbeamte, der in seiner Freizeit ein sexuelles Interesse an Hunden hegt, ist schlichtweg unangebracht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat sich Wotmann selber ins Knie geschossen und jegliches auch nur annäherndes Interesse an den Charakteren wird im Keim erstickt. Mit der tatsächlich recht amüsanten Schlusssequenz in der Kirche kommt zwar noch mal ein bisschen Fahrt in die Sache, retten kann dies den Film aber nicht.

    Fazit: "Das Hochzeitsvideo" ist eine junge Komödie, die zwischendurch zwar ganz unterhaltsam ist und gerne die deutsche Antwort auf Filme a la "Hangover" wäre, aber nie an die amerikanischen Vorbilder herankommt.
  • In Form einer Reality-TV-Show erzählt Sönke Wortmann in seiner turbulent-kurzweiligen No-Name-Komödie von einer Hochzeit, die aus dem Ruder läuft.

    Eine Eheschließung ist im Kino angesagt, so will es Sönke Wortmann in seinem verqueren Romantik-Spaß „Das Hochzeitsvideo“. Pia (Lisa Bitter) und Sebastian (Marian Kindermann) haben sich füreinander entschieden, mit einem rauschenden Fest soll der Bund fürs Leben geschlossen werden. Die Sonne lacht, die Location, ein schickes Schlosshotel, garantiert den festlichen Rahmen, die zahlreich erschienenen Gäste sind bester Laune. Fehlt nur der Chronist, der den Tag für die Ewigkeit festhält. Aber auch der ist schnell gefunden: Sebastians Freund Daniel wird die Feierlichkeiten für die Nachwelt filmen, mit einer Digicam, der er sogleich anvertraut, dass er in punkto Beziehungen so seine Zweifel hegt, hat ihn doch gerade die Freundin wegen eines Handballers verlassen.

    Aus Daniels Blickwinkel entspinnt sich eine schwungvolle, im prallen Leben angesiedelte Komödie, einen zweiten Blick auf die Ereignisse wirft mit ihrer Kamera eine von Pias Brautjungfern. Die Gäste werden zu Statements gebeten, gewisse Animositäten hört man schon aus den Grußbotschaften heraus. Pias frauenbewegte „Öko“-Sippe und Sebastians konservativer „Von-und-zu“-Schnöselclan passen nicht zusammen, weder in Kleider- noch in Moralfragen, weder in Sachen politischer Gesinnung noch in punkto Etikette. Was die jüngere Generation aber wenig interessiert. Die will Spaß haben, ordert eine Stripperin, zieht am Polterabend durch die Häuser, frönt bis zur Bewusstlosigkeit dem Hochprozentigen und verschläft deshalb am nächsten Morgen den Termin am Standesamt.

    Sönke Wortmann („Das Superweib“), der hier während der Produktion mit Pseudonym firmiert, hat einen guten Blick für deutsche Befindlichkeiten, sein Autor Gernot Gricksch („Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“) kennt sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen aus – sie ergänzen sich ideal bei dieser Chaos-Feier, die zur urkomischen Nabelschau gerät und viel vom deutschen Humor offenbart. Jeder hat so seine Leichen im Keller, Pias Ex entpuppt sich als Porno-Darsteller, Künstlername: „Carlos, die Keule“, der Standesbeamte versteht Tierliebe reichlich falsch. Um Lügen und Geheimnisse geht’s in dieser sympathischen No-Name-Ensemblekomödie, die als Sketchrevue in Gestalt einer nervösen Reality-TV-Show mit lustvoll aufspielendem Personal gefällt. Gestochen scharf, hell und freundlich sind die Bilder, das Tempo ist hoch, der Schnitt flott und die Musik schießt in die Füße. Bei dieser Hochzeit wäre man gerne dabei gewesen – als Gast, keinesfalls aber als Braut oder Bräutigam. geh.
  • Könnte das simple Ergebnis eines Schülerprojektes sein. Ist aber Sönke Wortmann. Schade.
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