Das hässliche Entlein & Ich

  1. Ø 4
   2006
Das hässliche Entlein & Ich Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das hässliche Entlein & Ich: Frei interpretierte CGI-Version des berühmten Märchens von Hans Christian Andersen.

Um nicht als frecher Eierdieb gelyncht zu werden, erklärt sich die frisch im Geflügelstall ertappte Ratte Ratso (Stimme von Rick Kavanian) kurzerhand zum legitimen Vater des eben geschlüpften Entenküken Ugly (Stimme von Wilson Gonzalez Ochsenknecht). Und weil Ugly gar so hässlich ist, glaubt die Notlüge sofort ein jedes Huhn. So beschließt Ratso, den kleinen Freak gewinnbringend zu vermarkten. Auf gemeinsamer Odyssee durch allerlei Gefahren werden aus beiden aber ganz schnell dicke Freunde.

Hans Christian Andersens

Ratso, eine gerissene Stadtratte, landet auf der Flucht vor einer Rattenbande in einem Entengehege. Dort wird er mit einem Ei ertappt und als Eierdieb verdächtigt. Also erklärt er sich zum Vater des Eis und das daraus schlüpfende Entlein Ugly zu seinem Sohn. Ratso kommt auf die Idee, aus der Hässlichkeit Uglys eine Jahrmarktsattraktion zu machen, entdeckt dann aber seine Vaterqualitäten.

Die Stadtratte Ratso ist ein Lebenskünstler und wurschtelt sich mit allerlei Tricks durch gegebene Probleme. So auch als er auf der Flucht vor einer Rattenbande in einem Entengehege landet und prompt mit einem Ei ertappt wird. Um dem Verdacht des Eierdiebs zu entgehen, erklärt er sich spontan zum Vater des Eis und des daraus schlüpfende Entleins Ugly. Der hat auf Grund seines Äußeren mit allerlei Spott zu kämpfen. Mit der Zeit wächst das ungleiche Paar allerdings immer fester zusammen und durchlebt wilde Abenteuer.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Kindgerecht in seiner Dramaturgie und ziemlich schräg in seiner Figurenzeichnung interpretiert dieser ungewöhnliche nordeuropäische Animationsfilm (Dänemark/Irland/Deutschland) sehr frei Hans Christian Andersens Märchen vom hässlichen Entlein.

    Ugly heißt das Entlein, und es ist auch hässlich. Kaum aus dem Ei geschlüpft, adoptiert es sich die geschäftstüchtige Ratte Ratzo als Vater. Alle Versuche Ratzos, die überraschende Situation für sich zum Besten zu wenden und Ugly abzuschütteln, misslingen. So fügt der Rattenmaestro sich ins Unvermeidliche und versucht, das Beste daraus zu machen, indem er Ugly als Jahrmarktsattraktion präsentiert. Die Hässlichkeit als Thema ist ein durchgängiges Motiv, viele Kinder und Teenager werden sich hier wieder erkennen können.

    Mit diesem dramaturgischen Kniff gelingt es dem Film immer wieder, auf das scheinbar Bekannte und Selbstverständliche mit Witz und vergnüglich-pädagogischem Zeigefinger hinzuweisen. Dem hässlichen Entlein und seinem Adoptiv-Vater helfen neu gefundene Freunde, etwa sein Vetter Ernie, ein dicker Kater mit einem zweiten Ich, der linken Vorderpfote, die ein deutliches Eigenleben führt und ihn vor mancher Dummheit bewahrt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Hans Christian Andersens Märchen vom hässlichen Entlein ist durchaus zwiespältig: Seine Moral geht nicht nur gegen Hochmut an, sondern es sagt im Grunde aus, dass, wer sich hässlich fühlt, in Wirklichkeit und ohne eigenes Zutun doch der Schönste ist – die anderen sind das Hässliche: Eine elitäre Fabel. Sehr frei nach diesem Märchen wurde eine dänisch-französische-irische-deutsche Koproduktion gestartet, ein Film, der auch zwiespältig ist, freilich auf ganz andere Art. Ein CGI-Europudding, der ganz doll amerikanisch daherkommen will mit den englisch anmutenden Namen der Figuren.

    Ratso, die Ratte, kommt unversehens an ein Ei und muss zwangsläufig, um nicht von Hühnern und Enten drangsaliert zu werden, das Küken als Sohn aufziehen: Ugly, das hässlichste Entlein der Welt. Das Ratso als Negativstar aufbauen will, die Leute sollen sich über Ugly lustig machen und dafür gutes Geld zahlen. Das könnte ein gute Story werden, allein: Es ist recht mangelhaft durchgeführt. Das fängt bei den Charakteren an, die unsympathisch oder eben wirklich hässlich sind – allein Uglys große Augen deuten Niedlichkeit bei ihm an –, die also nicht von Kindern, der angestrebten Zielgruppe, noch von Erwachsenen, die sie ins Kino begleiten sollen, ins Herz geschlossen werden können. Die Story ist dünn und recht widersprüchlich – Ratso ist verschlagen und niederträchtig, findet aber doch eine Ente, die ihn anhimmelt, und Ugly, der Hässliche, bekommt Gefährtin, deren Verliebtheit der Film behauptet.

    Recht ansprechend gestaltet ist „Das hässliche Entlein und ich“, die Dänen verstehen was von CGI, siehe auch „Terkel in Trouble“. Doch die Gags sind dünn gesät, und der Kitsch nimmt allzu oft überhand. Vorhersehbar ist die Geschichte und die Entwicklung der Charaktere ohnehin.

    Zwei große Momente gibt es in dem Film. Ugly wird über Nacht vom plappernden Kind zum nörgelig-trotzigen-launischen Teenager, der von allem angenervt – und gleichzeitig über die eigene Entwicklung recht erstaunt ist. In schönen Details wird hier der Jugendliche an sich charakterisiert, das macht wirklich Spaß – für den, der die Pubertät kennt. Kinder im Alter unter 12 Jahren, auf die der Film offensichtlich zugeschnitten ist, können diese Gags nicht verstehen (und auf dieser Idee wird eine ganze Weile aufgebaut). Das Zweite ist ein Kater, der mit der Ratte verwandt ist (!) und zugleich schizophren – er bauchredet mit einem alten Socken über einer seiner Pfoten, die ihren eigenen Kopf hat. Sicherlich eine Referenz auf „South Parks“ Mr. Garrison, und der Gag läuft ganz ungezwungen die ganze Zeit nebenher. Doch auch das nichts für Kinder. Und für Erwachsene sind diese beiden Witze, verteilt auf 90 Minuten, zu wenig. Etwas mehr Sorgfalt in Story- und Charakterentwicklung hätte den Film nicht groß gemacht, aber weit annehmbarer – und mit einem Touch Selbstironie wäre vielleicht daraus etwas geworden, das Kindern wie Erwachsenen gefällt, anstatt zwischen allen Stühlen zu sitzen.

    Fazit: Wie der Film ausgeht, schwant einem gleich, und die Figuren und die Gags sind größtenteils nicht sehr interessant.
  • Klassische dänische Märchen-Erzählkunst trifft auf moderne CGI-Animation nach Hollywood-Vorbild. Kann das gut gehen? Ja, kann es, wenn sich wie in diesem Fall versierte europäische Animations-Schmieden wie die dänische A Film und die irische Magma des Stoffs annehmen. Von Andersens Märchen ist nur noch das Grundmotiv geblieben, Hauptfigur in „Das hässliche Entlein & ich“ ist die listige Ratte Ratso, die sich aus einer Notlage heraus als Vater des besagten Entenkükens, Ugly genannt, ausgeben muss. Temporeich und mit viel Wortwitz inszenieren Michael Hegner und Karsten Kiilerich die Abenteuer des rasch heranwachsenden Entleins und seines unfreiwilligen Ziehvaters als Zeichentrick-Roadmovie. Die 3D-Animationen sind trotz des vergleichsweise geringen Budgets ansprechend gelungen, die Gestaltung der Figuren spricht Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Bei den Dialogen und der Blues-orientierten Musikauswahl haben die Macher eindeutig das etwas ältere Publikum im Blick. Der Geist von „Shrek“ weht durch diese europäische Koproduktion, die jedoch nie in die bloße Kopie der großen US-Vorbilder abdriftet. Augenzwinkernd zitiert „Das hässliche Entlein“ die Möwen aus „Findet Nemo“ und das Party-Ende aus „Shrek“, setzt aber durchaus eigene Akzente. Besonders gelungen inszeniert ist die plötzlich auftretende Teenager-Phase von Ugly und die Konfrontation mit seinem „Vater“ Ratso. In der deutschen Fassung glänzt hier vor allem Wilson Gonzalez Ochsenknecht als Stimme des Teen-Entleins. Auch der omnipräsente Rick Kavanian, der Ratso die Stimme leiht, und der Kölner Comedy-Star Gaby Köster (als Ratten-Bandenchefin Phyllis) sind Volltreffer bei der Besetzung des frechen Märchens. Etwas rührselig wird es dann auch noch, als Ratsos Plan, seinen „Sohn“ Ugly als Jahrmarktsattraktion zu vermarkten, auffliegt. Letztlich setzt sich aber doch die Vaterliebe durch. Und natürlich hat man auch das Motiv des hässlichen Entleins, das zum schönen Schwan mutiert, aus Andersens Märchen übernommen. Den Figuren selbst bleibt es überlassen, die Notbremse vor dem Abdriften in zu viel Sentimentalität zu ziehen und die Szenerie mit einem beherzten „Jetzt wird’s aber kitschig“ zu kommentieren. Insgesamt ist „Das hässliche Entlein & ich“ als bunte Mischung aus Vater-Sohn-Drama, Roadmovie, Märchen und Comedy vollauf gelungen und garantiert 90 kurzweilige Kinominuten für Zuschauer nahezu aller Altersklassen. Ganz nebenbei wird auch noch die Moral von Andersens Märchen transportiert und der Hässlichkeit ihr Makel genommen. Denn, wie Ratso treffend bemerkt, „vergeuden die Schönen ihr ganzes Leben mit früh ins Bett gehen und Handcreme.“ jl.

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