Das große Rennen von Belleville

  1. Ø 3.5
   2002

Das große Rennen von Belleville: Unkonventionelles Zeichentrick-Meisterwerk aus Frankreich, in dem zwei ehemalige Musicalstars Entführern das Handwerk legen.

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Filmhandlung und Hintergrund

Das große Rennen von Belleville: Unkonventionelles Zeichentrick-Meisterwerk aus Frankreich, in dem zwei ehemalige Musicalstars Entführern das Handwerk legen.

Die gehbehinderte Madame Souza mag einen verwundbaren Eindruck hinterlassen in ihrem fortgeschrittenen Alter, doch als eine fiese Gangsterbande ihren kleinen Enkel, die große Tour de France-Hoffnung, geradewegs vom Fahrrad kidnappt, weckt man den Superhelden in Omi. Wild entschlossen nimmt sie – flankiert von ihrem treuen Wuffi – die Verfolgung auf und jagt die Bösewichte quer über den Ozean bis nach Belville, wo sie ausgerechnet in zwei exzentrischen, alten Revuegirls wertvolle Verstärkung findet.

Schräger Humor und alles andere als Disney-kompatible Identifikationsfiguren kennzeichnen den in Cannes gefeierten Langfilmerstling des französischen Comic-Designers und Animationskünstlers Sylvain Chomet.

Madame Souzas kleiner Enkel Champion trainiert auf seinem Fahrrad für die Tour de France, als er von zwei mysteriösen Männern in Schwarz gekidnappt wird. Oma und ihr Hündchen Bruno nehmen sofort die Verfolgung auf und landen in der Stadt Belleville, in der sie Hilfe bei den Belleville-Schwestern finden – einem in die Jahre gekommenen Revue-Duo aus den Tagen von Fred Astaire.

Einst startete Oma Souza für ihren kleinen Adoptiv-„Enkel“ Champion ein intensives Fahrradtraining, um ihn glücklich zu machen. Heute ist der junge Mann ein fantastischer Biker und nimmt sogar an der Tour de France teil. Da entführen zwei schwarzgekleidete Männer den hoffnungsvollen Sportler während einer Bergetappe. Doch die Fieslinge haben die Rechnung ohne Madame Souza gemacht, die sich unverzüglich mit Hund Bruno auf die Suche nach Champion begibt. Ein fantastisches Abenteuer rund um den Globus beginnt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wer hätte gedacht, dass ein unkonventionelles französisches Zeichentrickfilm-Debüt Konkurrenz für einen großen Fisch werden könnte? Sylvain Chomets charmantes animiertes Meisterwerk begeisterte bereits beim Filmfestival von Cannes im letzten Jahr, gewann den Special Jury Prize in Kopenhagen und wurde als bester ausländischer Film für den British Independent Film Award nominiert. Und nun schickt es sich sogar an, neben „Findet Nemo“ ins Oscar-Rennen um den besten Animationsfilm zu schwimmen. Und steht dabei dem komplett computergenerierten Pixar-Werk an zeichnerischem und erzählerischem Einfallsreichtum in nichts nach.

    Dabei liegen die Wurzeln und Vorbilder von „Das große Rennen von Belleville“ in ganz anderen Ozeanen als beim großen amerikanischen Bruder. Der ganz erstaunliche Langfilmerstling des jungen französischen Comic-Strip-Zeichners und Animationskünstlers Sylvain Chomet sieht sich selbst nämlich in der Tradition klassischer Disney-Zeichentrickfilme – jedoch könnte nichts weiter von Mickey Maus‘ Abenteuern entfernt sein, als dieses verrückte und wundervolle Märchen über eine klumpfüßige portugiesische Großmutter, die mit Hilfe von drei ehemaligen abgehalfterten Revuestars ihren Enkel aus den Händen der französischen Mafia befreit. Die echten Verwandten des Films findet man wohl eher im Kino von Jacques Tati, Charles Chaplin, Buster Keaton und den Giganten des Stummfilms bzw. der Slapstick Comedy.

    Die handgezeichneten und mit neuester Animationstechnik zum Leben erweckten Protagonisten der in den fünfziger Jahren angesiedelten komplett dialogfreien Handlung sind einsame Seelen, die sich darüber definieren, wie sie sich bewegen: Die unbezwingbare Oma Madame Souza humpelt auf ihrem einen schweren Eisenschuh, ihr adoptierter Enkel, Champion, verwandelt sich von einem dicken kleinen Jungen in einen knochigen Typen, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Adrien Brody aufweist und unters Omas Anleitung auf dem Rennrad eifrig für die Tour de France trainiert. Bis er von einem Paar rechteckiger Mafiosi gekidnappt wird und ihm die unverwüstliche Madame Souza mit ihrem treuen Hund im Paddelboot im Schatten eines einschüchternden riesengroßen Frachters über den Ozean nach Belleville folgt, einer bisweilen an „Metropolis“ erinnernden Stadt aus Hochhäusern und langen Schatten.

    „Das große Rennen von Belleville“ ist ein hinreißender Film, aber sicherlich nicht, weil er so hübsch anzusehen ist. Stattdessen macht Chomet komische, unheimliche, ängstigende und schöne wie hässliche Dinge zugleich. In Belleville trifft die Großmutter drei abgehalfterte Revuestars, extrem verarmte Schwestern mit strähnigen Haaren, die sich von den Fröschen ernähren, die sie fröhlich aus dem Tümpel um Ecke fischen. Gemeinsam wollen die Rentnerinnen der Mafia das Handwerk legen und Champion aus Belleville befreien. Hier treffen amüsanterweise amerikanische und französische Stereotypen aufeinander, da dient eine Freiheitsstatue als Wahrzeichen der Stadt, trifft der verblasste Glanz von Musicals der Goldenen Ära auf die glühende Leidenschaft für „die Tour“. Merkwürdig einnehmend ist der nicht weniger originelle Soundtrack mit seiner atmosphärischen Geräuschkulisse, dem Grunzen und Seufzen der Figuren, das jegliche Kommunikation ersetzt, die Musik aus Staubsaugern und Fahrradspeichen im Wechsel mit klassischen Revuenummern (- man beachte den Vorspann!). Wie die meisten Animationsfilme ist „Das große Rennen von Belleville“ das Werk vieler Hände und Köpfe – und scheint doch ganz und gar einer einzigen kreativen und großartigen Vision entsprungen zu sein. cm.

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