Filmhandlung und Hintergrund

Subtil inszenierte, sinnliche Ménage à trois um eine Mittdreißigerin, die ihr geordnetes Leben für eine Affäre aufs Spiel setzt.

Die 35-jährige Marie ist zwölf Jahren verheiratet, liebt ihren Mann und den zweijährigen Sohn. Als die Vertreterin für Nachschlagwerke eines Tages dem Afroamerikaner Bill ein Buch aufschwätzt, verliebt sie sich in ihn und beginnt eine leidenschaftliche Affäre. Doch irgendwann sind die schönen Stunden kein Geheimnis mehr.

Marie ist seit zwölf Jahren glücklich verheiratet und Mutter eines zweijährigen Sohnes. Als die Vertreterin eines Tages dem Afro-Amerikaner Bill ihre Lexika aufschwatzt, ändert sich ihr Leben von Grund auf. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit dem ehemaligen Tänzer, der kein Französisch spricht und sie in bislang unbekannte Höhen der Ekstase einführt. Marie blüht auf, vernachlässigt Job und Familie und gibt sich hemmungslos dem Liebhaber hin. Doch ihre Liaison wird entdeckt – jetzt muss sie sich zwischen Lover und Ehemann entscheiden.

Die 35-jährige Mutter und Lexikavertreterin Marie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit dem Afro-Amerikaner Bill. Als die Liaison entdeckt wird, muss sie sich zwischen Lover und Ehemann entscheiden. Regisseurin Virginie Wagon beschreibt in ihrem wunderbar fotografiertem Drama die Zerrissenheit zwischen zerbrechlichem Glück und familiärer Geborgenheit.

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    Kritikerrezensionen

    • Das Geheimnis: Subtil inszenierte, sinnliche Ménage à trois um eine Mittdreißigerin, die ihr geordnetes Leben für eine Affäre aufs Spiel setzt.

      Französische Filmemacherinnen kennen keine Tabus und machen ihren männlichen Kollegen in puncto Offenheit Konkurrenz, wenn es um Erotik, Sex oder Libido geht. Nach Catherine Breillats „Romance“, dem im Land der Liberté zensierten „Baise-moi“ von Virginie Despentes und Coralie Trinh Thi beweist auch Virginie Wagon in ihrem Regiedebüt ein Faible für sexuell diffizile Beziehungen.

      Am Anfang gab es nur eine Figur. Virginie Wagon beobachtet gerne Menschen auf der Straße und denkt sich Geschichten dazu aus. Die 35-jährige Marie ist eine dieser Durchschnittsfrauen – seit zwölf Jahren verheiratet, liebt sie ihren Mann George und den zweijährigen Sohn Paul. Intuitiv wehrt sie sich gegen ein zweites Kind, das ihr Leben determinieren, Chancen beeinträchtigen würde. Als die Vertreterin für Nachschlagwerke eines Tages dem Afroamerikaner Bill mit viel Überzeugungskraft eine Bibliographie aufschwätzt, ist sie vom Charme des Fremden wie magisch angezogen. Unter fadenscheinigen Gründen kehrt sie zum virilen Exoten, der kein Wort französisch spricht, zurück und beginnt eine Affäre, die ihre geordnete Existenz in Frage stellt. Der Womanizer mit lockerem Part-Time-Sex zur Nachbarin fordert nichts, sie gibt ihm freiwillig alles. Immer tiefer verstrickt sie sich in ein Netz sexueller Obsessionen, trägt knallrote Dessous statt braves Schiesser-Weiß, vernachlässigt ihren Beruf und versucht, möglichst viel Zeit mit dem einstigen Tänzer zu verbringen, dem sie ohne Hemmungen Körper und Seele preisgibt. Irgendwann sind die schönen Stunden kein Geheimnis mehr. Als sie vor den Augen des Gatten in des Geliebten Haus verschwindet, führt dieser Affront zu schmerzhaften Konsequenzen.

      Subtil inszeniert die 35-jährige Regisseurin diese sinnliche Ménage à trois. Der Ausbruch aus kleinbürgerliche Enge bedeutet gleichzeitig Selbstfindung, die Treffen sind das Salz in der Suppe eines öden Alltags. Schon die Auswahl der Location macht den Eintritt in eine unbekannte Welt visuell deutlich – von außen eine Front mit großer Tür, innen ein verwunschener, lichtdurchflossener kleiner Garten Eden, in dem sich zwei Menschen wie im Paradies begegnen. Gelungen ist die vielschichtige Zeichnung einer Frau, die spürt, dass etwas in ihrem Leben fehlt, die Angst vor Endgültigkeit, das unbestimmte Gefühl, das kann doch nicht alles gewesen sein. Marie spielt auf volles Risiko, auch wenn sie möglicherweise alles verliert. Im Gegensatz zu vielen weiblichen Filmfiguren, entscheidet sich Wagons Heldin autonom, wann und ob sie den Lover sehen, wie weit sie gehen will. Die Drehbuchautorin von Erick-Zonca-Filmen (u.a. „Liebe das Leben“, „Le petit voleur“) erzählt psychologisch feingesponnen von der inneren Widersprüchlichkeit in einer Ausnahmesituation, von der Flüchtigkeit des Augenblicks und des Glücks. Mit einem geschickten Schachzug bleibt das Ende offen. „Das Geheimnis“ sollte mehr als ein Geheimtipp sein und mit Lust von einem Arthouse-Publikum entdeckt werden. mk.

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