Filmhandlung und Hintergrund

Für Claude Lelouch ist die 13 die absolute Glückszahl. Für Klaus Lemke erweist sie sich jetzt auch als gutes Omen. Der Münchener Filmemacher, Erfinder des kunstvoll schrägen Schwabinger Liebes- und Desasterpaares Cleo (Kretschmer) und Wolfgang (Fierek), hat genau 13 Jahre gewartet, um sein erotisches Galgenvogel-Duo erneut in eine aberwitzige Slapstick- Bredouille zu bringen. Und dabei kam es ihm durchaus auf jede...

Nach einem Streit haben sich Cleo und Wolfgang vor elf Jahren getrennt. Ohne voneinander zu wissen, suchen beide ihr Glück in Las Vegas, wo Cleo zum Flittchen, Wolfgang zum Totengräber wird. Als sie aufeinandertreffen, nehmen beide fluchtartig reißaus. Aber ihr nächstes Meeting in der Karibik ist vorprogrammiert.

Eigentlich sind Wolfgang und Cleo das ideale Paar. Trotzdem fliegen immer die Fetzen, wenn sie mal für längere Zeit zusammen sind. Nach dem letzten großen Streit trennen sie sich endgültig. Unglücklicherweise beginnen jedoch beide ihr neues Leben in Las Vegas. Cleo heiratet und wird zum Flittchen, während Wolfgang eine Karriere als Totengräber startet. Als die beiden sich treffen, fängt der Beziehungs-Krieg von vorne an.

Chaotische Liebeskomödie über ein deutsches Pärchen, das sich nach elfjähriger Trennung zufälligerweise in Las Vegas wiedertrifft. Mit dem einstigen Kult-Duo Cleo Kretschmer und Wolfgang Fierek.

Bilderstrecke starten(6 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Das Flittchen und der Totengräber

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Für Claude Lelouch ist die 13 die absolute Glückszahl. Für Klaus Lemke erweist sie sich jetzt auch als gutes Omen. Der Münchener Filmemacher, Erfinder des kunstvoll schrägen Schwabinger Liebes- und Desasterpaares Cleo (Kretschmer) und Wolfgang (Fierek), hat genau 13 Jahre gewartet, um sein erotisches Galgenvogel-Duo erneut in eine aberwitzige Slapstick- Bredouille zu bringen. Und dabei kam es ihm durchaus auf jede Ähnlichkeit mit lebenden (Kino-)Personen aus den guten alten siebziger Jahren an. So beginnt der Film auch nahezu dokumentarisch. Cleo und Wolfgang sind seit Jahren getrennt, in einem bestialischen Streit beim Urlaub in Kairo auseinandergegangen. Jeder wollte so weit weg wie möglich vom anderen. Las Vegas steht noch immer in kleinen einfachen Seelen für großes Abenteuer fern vom bayerischen Alltagsleben. Und weil die beiden jede Kommunikation abgebrochen hatten, mußte die Trennung unweigerlich zur Wiederbegegnung führen. Schließlich hatte jeder für sich ein ganz bestimmtes Reiseziel. Cleo kommt in Las Vegas im grellbunten Outfit als Flittchen (welch zärtlich altmodisches Wort!) gut über die Runden. Ihr handbemaltes Pappschild „Car Wash“ bringt ihr sogar einen bizarren Ehemann ein, der in seiner Hochzeitskapelle vorzugsweise die Bräute vernascht. Da rächt sich Cleo mit einem tödlichen Stromstoß von der Orgel in das Trauungsmikrofon. Das soll auch später dem Wolfgang zum - etwas anderen - Verhängnis werden, denn er trifft als Alkoholiker, Späthippie und schließlich Totengräber auf Cleo, als sie gerade zwei Schimpansen in der Kapelle trauen soll. Hanebüchen wie eh und je, albern und energisch spontan wie in besten Schwabinger Eiscafe- Zeiten sind Lemkes Einfälle, Handlungsfetzen, Inszenierungsideen. Anekdotisch die Erzählstruktur, hängen Tempo und Witz ausgerechnet im idyllischen Strand- und Latino- Ambiente einer Karibik-Insel ein wenig durch, wo erneute Begegnungen und Streitereien zwischen Cleo und Wolfgang ihren hektischen Lauf nehmen. Erstaunlich, wie Lemke und sein lebhaft direkter, oft fast dokumentarischer Kameramann Bernd Fiedler dem Drehort Puerto Rico romantische Seiten abgewinnen, während Las Vegas wie die spannende Kehrseite eines Videoclips aussieht. Und bei allem schrägen bis schwachsinnigen Witz schimmert ein Hauch von Melancholie durch diesen klaren unprätentiösen Film von der genialen Zufälligkeit des Seins. Beziehungen sind nicht nur komisch, sondern in Wahrheit anarchisch. Auch davon erzählt Klaus Lemke. fh.

Kommentare