Dangerous Beauty

  1. Ø 5
   1997
Dangerous Beauty Poster

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Kurtisane des 16. Jahrhunderts mit dem feministischen Anspruch eines Working Girl der 90er Jahre? Der romantische Kostümfilm um die historische Figur der Dichterin und Mätresse Veronica Franco macht’s möglich. Diese von Catherine McCormack (die Entdeckung aus „Braveheart“) gespielte, gefährliche Schönheit stimulierte nicht nur die Libido venizianischer Staatsmänner mit raffinierter Liebeskunst, sondern verstand es auch, ihren gönnerhaften Gefährten mit ihrem Feingeist und starkem Willen zu imponieren.

    Das Drehbuch basiert auf der von der Professorin Margaret Rosenthal verfaßten Biographie „The Honest Courtesan“, die das laszive Leben der couragierten Kurtisane nachzeichnet. Die filmische Adaption von Regisseur Marshall Herskovitz („Mein Vater, mein Freund“) nimmt sich viele inhaltliche Freiheiten und verpaßt keine Gelegenheit, seine Heroine als präfeministische Gallionsfigur hochzustilisieren. Während die Ehefrauen der Patrizier ein weitgehend beschnittenes Dasein fristen mußten, hatten lediglich die hochbezahlten Kurtisanen Zugang zur Bildung. Somit konnten sie ihren Klienten nicht nur körperliche Erregung, sondern auch geistige Anregung bieten. Die Motivation der Protagonistin, aus unglücklicher Liebe zu dem Adeligen Marco Venier (Rufus Sewell übt sich nach „Cold Comfort Farm“ erneut als schmachtender Liebhaber) die Profession der Edelprostituierten aufzunehmen, erscheint angesichts des Bonus der Unabhängigkeit in diesem Beruf fast schon zwingend logisch. Unterrichtet wird die wissensdurstige Veronica in Sachen Erotik, Benehmen, Haltung und Literatur von ihrer Mutter (Jacqueline Bisset), die aus eigener Erfahrung zu lehren weiß. Dem schönen Sexschwan liegt alsbald vom Admiral bis zum Bischof die einflußreiche Männerwelt Venedigs zu Füßen. Dank ihrer Verführungskünste kann sie sogar den als pervers bekannten Henri III. wohlgesonnen stimmen. Doch der Ausbruch der Pest hat ein Tribunal der Inquisition zur Folge, in der Veronica von einem verschmähten Verehrer (Oliver Platt) als Hexe beschuldigt wird. Ihre große Liebe Marco kämpft verzweifelt für ihr Leben.

    Die Doppelmoral der damaligen Gesellschaft wird lediglich am Rande angeprangert und die weniger glorreichen Aspekte des Kurtisanentums fast gänzlich ausgeklammert. Stattdessen bildet die lodernde Chemie zwischen den Hauptdarstellern McCormack und Sewell den feurigen Mittelpunkt des unterhaltsamen, wenn auch nicht übermäßig anspruchsvollen Liebesdramas. Die in flutendes, goldenes Licht getauchten Stadtaufnahmen mit reflektierenden Wasserkanälen und dahingleitenden Gondeln sowie in impressionistische Farben getauchten Computermontagen verströmen den zuckersüßen Appeal eines Kitschromans. Dezente Erotikaufnahmen im Weichzeichner-Look fügen sich nahtlos in dieses Schema ein. Vervollständigt wird die optische Opulenz mit der aufwendigen Ausstattung prunkvoller Palazzi und prachtvollen Kostümen. Passend wurde das Stück Emotionskino mit einem bombastisch-emotionalen Score glasiert. Zuschauer auf der Suche nach sündig-süßem Kinokonfekt im leichtverdaulichen Format werden sich gut bedient fühlen, auch wenn die kommerziellen Aussichten aufgrund der zögerlichen Auswertung von Warner nicht unbedingt rosig aussehen. ara.

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