Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit

  1. Ø 4
   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit: Visuell polierter Thriller über eine virtuelle Zeitmaschine, mit der sich ein Terroranschlag aufklären und vielleicht sogar verhindern lässt.

In New Orleans explodiert eine Bombe und versenkt ein ganzes Passagierschiff. Bei dem verheerenden Attentat sterben Hunderte Fahrgäste. Wer hinter dem Terroranschlag steckt, soll der erfahrene ATF Agent Doug Carlin (Denzel Washington) vor Ort untersuchen. Doch Carlin sichert nicht nur Beweise, er hatte bereits vorab eine Vision von dem Anschlag. Darin verliebte er sich in die geheimnisvolle Claire (Paula Patton), die später ums Leben kam. Dringlichst sucht Carlin nach einer Möglichkeit, die Opfer zu retten – und entdeckt Erstaunliches.

Actionintensiver Zeitreise-Thriller, den Tony Scott („Staatsfeind Nr. 1„) in zeitgemäßen Hochglanz verpackt und Magnat Jerry Bruckheimer („Armageddon„) mit dem nötigen Kleingeld für Stars und Show versorgt.

Als Agent Carlin den Terroranschlag auf eine Fähre untersucht, wird er von einem Spezialistenteam rekrutiert. Mit Hilfe einer Hi-Tech-Entwicklung ist es möglich, virtuell in die Vergangenheit zu reisen, die letzten Tage eines Opfers detailliert zu beobachten, das der Schlüssel zur Ermittlung des Täters ist. Als sich Carlin in die schöne Unbekannte verliebt, versucht er, das Schicksal zu überlisten.

Bei einem Terrorangriff in New Orleans werden eine Fähre und über 500 Marinesoldaten in Stücke gerrissen. Mit der Aufklärung des Verbrechens wird Agent Doug Carlin betraut, der bald eine heiße Spur verfolgt und sich in der Wohnung eines Opfers zur eigenen Verblüffung auf deren Anrufbeantworter wiederfindet. Die nächste Überraschung: Das FBI hat eine Methode entwickelt, mit der sich exakt viereinhalb Tage in die Vergangenheit sehen lässt – genug Zeit für Doug, die Frau zu retten und die Attacke zu verhindern?

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Die totale Überwachung ist in den USA seit 9/11 kein Schreckgespinst mehr, sondern für viele sogar ein erstrebenswerter, weil Sicherheit versprechender Zustand. Gegen Terroristen wäre ein allsehendes Auge, das von den Bundesbehörden auf alle verdächtigen Vorkommnisse gerichtet wird, eine wirkungsvolle Waffe.

    Gerade in Genrefilmen wird sehr schnell und genau auf die Gemütslage der amerikanischen Bevölkerung reagiert, und so spielt auch Tony Scotts neuer Thriller sehr geschickt mit den weitverbreiteten Ängsten vor Terrorakten. Mit einer revolutionären Technologie können darin nicht nur Bilder aus der Vergangenheit gesehen werden, sondern es werden letztlich auch Zeitreisen möglich. So lässt sich der Held des Films um vier Tage in die Vergangenheit schicken, um dort den Mord an einer Frau und einen Bombenanschlag zu verhindern.

    Doch beides ist ja schon geschehen, und so treten zwangsläufig jene Paradoxien und logischen Wurmlöcher auf, an denen bis jetzt noch jeder Autor von phantastischer Literatur, der von Zeitreisen erzählt, gescheitert ist.

    Daran aber, dass dieses kaum das Vergnügen und die Spannung beim Sehen des Films beeinträchtigt, merkt man aber, wie perfekt er ansonsten gebaut ist. Über lange Strecken funktioniert "Déjà Vu" wie ein solider Polizeifilm, bei dem Denzel Washington als ATF-Agent Doug Karlin seinen Fall zu lösen versucht, und schnell lernt, auch mit der neuen Technologie ganz pragmatisch zu arbeiten. Dabei verliebt er sich aber in ein Mordopfer, und diese morbide Leidenschaft erinnert an große Vorbilder, nämlich an Otto Premingers Film "Laura" oder Hitchcocks "Vertigo".

    Diese glaubwürdige und auch überaus filmisch entwickelte Gefühlstiefe wird zum emotionellen Zentrum des Films und gibt ihm die nötige Schwere, die verhindert, dass er nicht wie ein belangloser Actionfilm wirkt. Die Szenen von Denzel Washington und Paula Patton geben dem Film dabei einen ruhige Kontrapunkt und sind mehr als die genreüblichen dampfenden Liebesszenen, sondern eher dezent und poetisch inszeniert.

    Aber der Thriller mit SF-Elementen funktioniert auch als Genrefilm, und es ist Tony Scott hoch anzurechnen, dass er tatsächlich noch einen neuen Dreh für die obligatorische Autojagd gefunden hat. Die Verfolgung eines Autos in der Vergangenheit hat es wohl bisher noch nicht gegeben.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Déjà-vu: Das ist ein Schaltfehler im Gehirn, der dem Verstand vorgaukelt, etwas Unbekanntes schon lange zu kennen. Da dieses Phänomen dem Betroffenen auf besondere Weise auffällt – lässt es doch scheinbare Brüche in der Realität erkennen –, hat es schon immer die Phantasie von (Drehbuch)Autoren beflügelt, die ihre Geschichten von Realitäts- und/oder Identitätsverlust in der realen Erfahrung des Publikums verwurzeln wollen. Und natürlich spielt es eine Rolle in diversen Verschwörungstheorien, scheinen sich in Déjà-vus doch wahlweise Zeitreisen, Paralleluniversen, Kollektivhypnosen oder sonstige Eingriffe einer fremden, bösen Macht auf die Psyche des Individuums beweisen zu lassen.

    Der Film allerdings, der dieses Phänomen in seinem Titel trägt, beschäftigt sich nicht mit psychischen Problemen seiner Figuren. Tatsächlich hat „Deja Vu“ nichts mit Déjà-vu-Erlebnissen zu tun. Vielmehr werden reale Zeitreisen mit „wissenschaftlicher“ Erklärung geboten, Blicke in die Vergangenheit, die Frage nach nachträglicher Veränderung dessen, was schon passiert ist. Deutet der Titel also ein Psychodrama an, das innere und äußere Wirklichkeit der Hauptfigur kollidieren lässt – ein Déjà-vu wäre dann zum Beispiel ein Symptom von gestörter Realitätswahrnehmung respektive Paranoia –, so ist das Endprodukt auf der Leinwand in Wirklichkeit ein Actionthriller, der seine Betonung ganz auf die äußere Handlung legt.

    Mittelpunkt des Plots ist sicherlich die Erfindung des FBI, die reale Blicke in die Vergangenheit erlaubt, was mit einer Krümmung des Raum-Zeit-Gefüges zu tun hat, mit einer Abkürzung per Wurmloch, die es gestattet, auf einem Bildschirm das zu beobachten, was viereinhalb Tage zuvor passiert ist. Das mündet in einer Verfolgungsjagd, in der den Spuren des Verfolgten viereinhalb Tage später nachgefahren wird – Denzel Washington als Doug Carlin mit einer merkwürdigen Kamerahaube im Wagen, wobei er mit dem einen Auge die Vergangenheit, mit der anderen den gegenwärtigen Straßenverkehr im Blick haben muss, zwei fragmentierte Wirklichkeiten in einem Bild. Diese Sequenz ist symptomatisch für den Film als Ganzes: Eine Menge Bruch und schnelles Agieren, visueller Overkill und das Kurzschließen von Vergangenheit und Gegenwart. Aber gleichzeitig steckt nichts dahinter, Doug Carlin verfolgt ein Phantom der Vergangenheit ohne Rücksicht auf Verluste, so wie Tony Scott mit seinem Film der Unlogik von Zeitreise und grob übertünchten Handlungslöchern aufliegt.

    Sein Stil – die optische Beschleunigung des Films durch visuelle Gimmicks wie Reißschwenks, Zooms, harten Umschnitten, Zeitraffer etc. –, dieser Stil drängt sich dermaßen in den Vordergrund, dass Logik oder Unlogik des Geschehens an den Rand verschoben, ja über Bord geworfen werden. Hierüber gehen freilich auch Figurencharakterisierungen flöten – die Obsession von Carlin, die Vergangenheit zu erforschen, ja umzuformen, wird nur behauptet: „Ich habe viele Verbrecher nach der Tat gefasst, einmal will ich einen vorher erwischen“, und seine Liebesgeschichte über die Distanz von viereinhalb Tagen mit einem künftigen (möglichen) Mordopfer wirkt aufgesetzt – ein paar Blicke, und er ist ihr verfallen. Schließlich aber: Wenn gleich zu Anfang visuell Vollgas gegeben wird, geht am Ende die Puste aus; nachdem phantastische Erklärungen für futuristische Geräte aufeinander gestapelt werden und dadurch der Actionthriller immer mehr abhebt in die Sphäre des Unglaublichen, bricht diese Hyper-Hyperrealität plötzlich ab und der Film geht über zu einem konventionellen „Jagt den Bösen und rettet die Welt“-Plot.

    Dabei gibt es zwischendrin kleine Momente, die Größeres versprechen: Dass Doug Carlin vielleicht doch gefangen ist in einer Projektion seines inneren Ich, dass seine Psyche – obwohl Hauptfigur – zerfasert ist (hierfür wäre dann der Filmtitel wieder angebracht gewesen). Oder der Moment, als der Monitor in die Vergangenheit mit allgegenwärtiger Überwachung per Satellit und der Auswertung von Kameradaten erklärt wird, was die reale, erschreckende Möglichkeit einschließt, jederzeit an jedem Ort alles zu erfahren, wenn auch mit viereinhalb Tagen Verspätung (die Paranoia aus Tony Scotts „Staatsfeind Nr. 1“ lässt hier grüßen). Doch diese Möglichkeiten, den Film in neue Gewässer zu führen, werden verschenkt zugunsten eines Films, der die Wunden Amerikas pflegt: Er spielt in einem New Orleans, das die Katastrophe von Katrina überwunden hat und nun von einem Terroranschlag getroffen wird, und handelt von der Sehnsucht, die Traumata der Vergangenheit ungeschehen zu machen, das Schicksal von tausenden toten Amerikanern umzubiegen zu einem Happy End.

    Fazit: Ein veritabler Actionfilm aus der Bruckheimer-Krachfabrik, hinter dessen rasantem visuellen Stil sich freilich nicht viel verbirgt außer ein paar logischen Löchern.
  • Nach dem Dämpfer von „Domino“ markiert ein Actionthriller mit Sci-Fi-Touch Tony Scotts Rückkehr zum Hi-Tech-Entertainment.

    Zum sechsten Mal kommt es zur Powerpaarung mit Produzent Jerry Bruckheimer, zum dritten Mal steht Denzel Washington hinter Scotts Kamera. Auslöser für dieses Veteranentreffen ist ein Drehbuch, das Bruckheimer fünf Millionen Dollar und eine visuell gewohnt glanzpolierte Umsetzung wert war. „Déjà Vu“ ist dabei nicht ausgeschlossen, wenn sich Vorläufer wie „Frequency“ oder „Minority Report“ bruchstückhaft in Erinnerung rufen. Doch mehr als absolute Originalität aktivierte Bruckheimers Hitsensor wohl der Zeitbezug, die Verwundbarkeit Amerikas und die futuristische dramaturgische Note, die in Zeiten des Terrors Hoffnung offeriert. „Déjà Vu“ ist aus dem Gefühl von Ohnmacht geboren, signalisiert aber verschlüsselt, dass Passivität keinen Ausweg bietet.

    Medium für diesen Gedanken ist Bombenspezialist und ATF-Agent Doug Carlin (Washington), der in New Orleans die Explosion einer voll besetzten Fähre aufklären soll. Schnell entdeckt er Indizien für einen terroristischen Hintergrund und die Bedeutung einer am Ufer gefundenen Frauenleiche für die Ermittlung des Täters. Claire (Paula Patton) starb zwei Stunden vor der Detonation – von dem Mann entführt und ermordet, der auch die Bombe legte. In ihrer Wohnung sucht Carlin Hinweise auf den Unbekannten und entdeckt Mysteriöses. Ohne es sich erklären zu können, findet er auf ihrem Anrufbeantworter eine Nachricht von sich und darüber hinaus den mit Magnetbuchstaben arrangierten Schriftzug „Du kannst sie retten.“

    Wie die Tote, diese Hinweise und das Attentat zusammenhängen, entschlüsselt sich im Laufe des Plots, der sein Sci-Fi-Element kurz nach Carlins Wohnungsvisite einführt. Einem Spezialistenteam ist es gelungen, virtuell ein Fenster in die Vergangenheit zu öffnen. Dank einer revolutionären Hi-Tech-Entwicklung kann man exakt 4 1/2 Tage zurückschauen, innerhalb eines limitierten Radius‘ jeden Ort, jede Person in intimster Nähe beobachten. Den anfallenden Technobabble um Wurmlöcher, gedehnten Raum und parallele Universen kann man als Zuschauer, der schließlich auch schon die Kalibrierung von Warpspulen akzeptiert hat, auf den Kern reduzieren: eine innovative Zeitmaschine. Weil das Team um Carlin sich auf die letzten Tage Claires konzentriert, ihr dabei über große Screens bis unter die Dusche folgen kann, erfüllt sich in diesen Sequenzen ein Voyeurstraum, mit dem schon Paul Verhoevens „Hollow Man“ spielte. Gleichzeitig thematisiert Scott damit nach „Staatsfeind Nr. 1“ erneut Totalüberwachung, die jetzt jedoch größere Rechtfertigung erfährt.

    Unverändert blieb sein stilistisches Arsenal von Blitzzooms, Speedschwenks, Digitricks und agiler Kamera, um den Zuschauer in den Film zu ziehen. Weil Beobachten ein zu passives Element für einen Thriller ist, findet das Skript Möglichkeiten zum Ausbruch. So wird der entdeckte, aber außer Reichweite geratene Täter von Washington mit einer mobilen Version des Systems auf der Straße verfolgt und gejagt. Und schließlich kann Carlin sogar körperlich in die Vergangenheit reisen, um die schöne Frau vom Bildschirm und vielleicht auch die anderen Opfer vor ihrem Schicksal zu retten. Auch wenn mit der Überwindung der physikalischen Gesetze auch die der Logik außer Kraft gesetzt werden und „Déjà Vu“ wie die meisten Zeitreisefilme ein Gehirnverdreher ohne Auflösungsgarantie ist, unterhält Scotts glänzend besetzter Film spannend und visuell ansprechend. Zumindest in diesem Universum. kob.

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