Filmhandlung und Hintergrund

Fatih Akins Liebeserklärung an Istanbul - Dokumentation über die Suche nach dem "Sound" einer Stadt.

Alexander Hacke

Brücken zwischen Ost und West, Gestern und Heute, Moderne und Tradition verleihen der fesselnden Dokumentation von „Gegen die Wand„-Regisseur Fatih Akin ihren programmatischen Titel.

Istanbul hat Berlin und Havanna längst den Ruf als hippste Stadt der Welt abgegraben und ist zur europäischen Metropole avanciert, in die DJs, Musiker und Künstler aus aller Welt in Scharen strömen, um Inspiration zu finden - und gleichzeitig das Gesicht der multikulturellen Stadt zu prägen.

Zusammen mit kleinem Drehteam unternimmt Alexander Hacke, Bassist der „Einstürzenden Neubauten“, eine musikalische Reise durch die Bosporus-Metropole Istanbul. Dabei riskiert er einen „westlichen“ Blick auf die (klassische) türkische Musik, trifft auf relaxte Straßenmusiker genauso wie auf die blondierte, als dominant bekannte Diva Sezen Aksu und deren Hofstaat, auf den fixen Rapper Ceza und natürlich auf Orhan Gencebay, den Kinostar und unsterblichen Meister der Saz, der Langhalslaute.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Temperamentvolle, liebevoll recherchierte Entdeckungsreise durch Istanbuls aktuelle Musikszene, deren Originalität und Facettenreichtum anschaulich gemacht und unaufdringlich erklärt werden.

      Jurybegründung:

      „The Sound of Istanbul“ lautet der Untertitel dieses durchkomponierten Dokumentarfilms von Fatih Akin, und dabei wird nicht zuviel versprochen. Erstaunlich leichtfüßig, unaufdringlich, unpathetisch und so als wäre die Kamera selbst ein Musikinstrument, schweift der inhaltsreiche und intensive Film durch die Stadt am Bosporus und ihre vielfältige und im wahrsten Sinn des Wortes multikulturelle Musikszene.

      Bilder und Montage lassen Zeit zur Beobachtung, Kamera und Erzählhaltung führen dicht heran, ohne indiskret oder aufdringlich zu wirken. Alexander Hacke, Bassist der Berliner „Einstürzenden Neubauten“, ist ein idealer „Reiseführer“. Mit ihm sind die Zuschauer sozusagen immer „back stage“, hinter den Kulissen, ganz nah an Musik und Musikern. Von der Schwierigkeit der Annäherung etwa an die populäre Sängerin Sezen Aksu oder an den Schauspieler und Sänger Orhan Gencebay macht der Film kein Aufhebens. Er wirkt leicht und undidaktisch, lädt ein zu einer begeisternden Entdeckungsreise zu Herzblutmusikern und durch eine pulsierende Stadt.

      Das Interesse für türkische traditionelle Musik, für Rap und Hip Hop, Psychedelic Sound oder guten alten Rock sind keine Voraussetzungen, um an dieser Dokumentation von höchstem filmischen Niveau Gefallen zu finden. Musik ist (und wirkt) universell, sie kennt keine Grenzen. Istanbul ist der ideale Ort zwischen Ost und West, um diese alte Weisheit zu verkörpern. Fatih Akin öffnet uns dafür Augen und Ohren. Er zeigt ein Istanbul zwischen Tradition und Moderne, vermeidet Postkartenkitsch und Augenwischerei und scheut sich nicht vor politisch heiklen Aspekten, zum Beispiel bei der Kurdenfrage.

      In der Montagesequenz mit der kurdischen Sängerin Aynur gelingt dem Regisseur ein filmisches Kabinettstück. Herzzerreißend schön ist ihr Klagelied und bewegend die Frage: „Wie kann man uns nur für Feinde dieses Landes halten“?

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul: Fatih Akins Liebeserklärung an Istanbul - Dokumentation über die Suche nach dem "Sound" einer Stadt.

      Er gilt, keine Frage, als der zur Zeit „angesagteste“ deutsche Regisseur: Fatih Akin, 2004 mit „Gegen die Wand“ in Berlin Gewinner des Goldenen Bären. Dieses Jahr ist er schon wieder auf einem Festival vertreten, in Cannes, im offiziellen Programm außer Konkurrenz. Dort läuft, während er seinen Pflichten als Jury-Mitglied nachgeht, seine Dokumentation „Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul“, eine musikalische Reise durch die Metropole am Bosporus. Pulsierend wie die Stadt selbst, aufregend, vielfältig und aufschlussreich, sollte diese Arbeit, nicht zuletzt dank Dokumentations- und Musikfilmboom, für solide Besucherzahlen gut sein.

      Wie die Kollegen Werner Herzog oder Wim Wenders auch, holt Fatih Akin immer wieder mit einem „kleinen“ Film Luft, orientiert sich. Im Jahr 2000 beispielsweise mit seinem „Heimvideo“ „Denk ich an Deutschland - Wir haben vergessen zurückzukehren“, in dem er von seiner Familie erzählt, die 1965 vom Schwarzen Meer nach Hamburg übersiedelte. Jetzt hat er sich erneut in die Wiege der Vorfahren begeben, wieder auf Spurensuche, wobei ihn diesmal das Interesse für Musik treibt.

      Dazu überquert der Filmemacher die Bogazici Köprüsü, die berühmte Bosporus Brücke, die Europa mit Asien verbindet. Taucht ein in eine der zur Zeit wohl angesagtesten Städte der Welt und stößt auf ein vielfältiges musikalisches Babylon. Als kundiger „Reiseführer“ fungiert Alexander Hacke, seit über 20 Jahren Bassist der „Einstürzenden Neubauten“, als Produzent schon bei „Gegen die Wand“ verantwortlich für die als erzählerische Klammern eingesetzten Musiknummern, dargeboten vom Roma Selim Sesler und dessen Orchester.

      Vom Büyük Londra Oteli, dem Grand Hotel de Londres, aus, gelegen im „europäischsten“ Stadtteil Beyoglu, unternehmen sie ihre Streifzüge, sammeln Töne und Bilder. Ein mobiles Aufnahmestudio in einem Koffer, ein lange erprobtes „Wundermikrophon“ und eine Kamera, mehr brauchen Hacke und Akin nicht, um ihren „westlichen“ Blick auf die (klassische) türkische Musik festzuhalten, um flexibles „Street-Recording“ zu betreiben. Live, mittendrin sind sie, bei relaxten Straßenmusikern genauso wie bei der blondierten, als dominant bekannten Diva Sezen Aksu und deren Hofstaat, beim fixen Rapper Ceza und natürlichen bei Orhan Gencebay, dem Meister der Saz, der Langhalslaute, der in seiner Heimat auch als Kinostar eine riesige Fangemeinde besitzt.

      Lapidar, cool und kenntnisreich der Voice-Over-Kommentar von Hacke, funktional, der Musik alles untererordnend Akins Inszenierung. Konfuzius mit „Wenn man die Musik hört, dann wird man alles über diesen Ort wahrnehmen“ steht als Motto voran, ein „Versprechen“, das auch eingehalten wird. Orient trifft hier Okzident, Rock Hip-Hop, Arabeske elektronische Klänge. Musik vereint. Ganz folgerichtig also der Titel „Crossing the Bridge“, belegt zudem durch die Tatsache, dass Hacke ganz selbstverständlich bei einem Bootsausflug als Bassist bei der neopsychedelischen Istanbul-Band Baba Zula mitjammt. Hier verschmelzen Bild und Ton zum großen Ganzen, werden Sehnsüchte geweckt und der zwingende „Sound of Istanbul“ spürbar. Das Kino sollte man dennoch nach dieser letzten Nummer nicht verlassen, denn dann würde man all die wunderbaren kitschigen türkischen Plattencover versäumen, in die die Abspann-Credits liebevoll einmontiert wurden. geh.

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