Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu

   Kinostart: 10.07.2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Konzertfilm über die Reunion der bereits in den 70ern gegen Krieg ansingenden Musiker Crosby, Stills, Nash und Young.

Als Reaktion auf den US-Einmarsch im Irak nahm Neil Young 2006 sein Album „“ auf. Kurz darauf ging er mit seinen alten Bandkollegen David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash als CSNY wieder auf Tour. Schon in den 60ern spielten sie gegen Vietnam, und bei ihren Auftritten mit alten und neuen Songs in den USA bleiben sie der pazifistischen Botschaft treu. Das Publikum reagiert darauf bisweilen mit drastischen Hassausbrüchen.

Die „Freedom of Speech“-Tour der seit den 60ern aktiven Folkrock-Band CSNY wird zum Déjà Vu - die Friedensbewegung vom heutigen Irakkrieg erinnert an die Situation während Vietnam. Hinter Regisseur Bernard Shakey verbirgt sich Neil Young selbst, der Band und Fans beobachtet.

Bereits in den 70ern sangen die Musiker Crosby, Stills, Nash und Young gegen Krieg und staatliche Vormundschaft. 2006 haben sich die vier Ausnahmemusiker, Durchschnittsalter 62,5 Jahre, wieder einmal zusammengerauft und auf Tournee begeben, um dieses Mal gegen den Irakkreig und seinen obersten Feldherren, George W. Bush anzusingen.

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Darsteller und Crew

  • Neil Young
    Neil Young
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  • David Crosby
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  • Stephen Stills
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  • Graham Nash
    Graham Nash
  • Steven Colbert
    Steven Colbert
  • Josh Hisle
    Josh Hisle
  • Mike Cerre
    Mike Cerre
  • L. A. Johnson
    L. A. Johnson
  • Steve Bing
    Steve Bing
  • Elliot Rabinowitz
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  • Mike Elwell
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  • Mark Faulkner
    Mark Faulkner

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Vor allem demonstriert der Film die derzeitige politische Teilung Amerikas, die unüberbrückbare Spaltung zwischen rechtskonservativen und linksliberalen Kräften in allen gesellschaftlichen Ebenen, wie ja auch schon gezeigt im Dixie-Chicks-Film „Shut Up and Sing“. Nur dass hier eine weitere Komponente hineinspielt: der Vergleich zu damals, Ende der 60er, zu einer hochpolitisierten Ära mit Bürgerrechtsbewegung, Studentenprotesten, Hippiekultur, als sich Amerikas Jugend mit den damals populären Musikgruppen gemeinsam gegen den Vietnamkrieg stellten und dabei ganz nebenbei die Welt veränderten, ein bisschen zumindest.

      Die Band „Crosby, Stills, Nash and Young“ (CNSY), vier Gitarren und Harmoniegesang, hatten damals ein paar Hits mit politischen Songs, „For what it’s worth” zum Beispiel oder „Ohio”. Nun wollen sie, die „glatzköpfigen Hippiemillionäre“ (wie es in einer Konzertkritik hieß), das Gefühl der Möglichkeit eines tiefgreifenden Wandels wiederherstellen, 2006 in Bezug auf den Irakkrieg.

      Neil Young hatte ein Album geschrieben, „Living with War“, es gratis ins Internet gestellt und dann CSNY wieder zusammengerufen für eine große US-Tour. Anders als andere Reunions nicht einfach nostalgisch mit alten Liedern, sondern mit dem aktuellen Bezug einer klaren pazifistischen, politischen Botschaft. Und hätte der Film einfach ein Konzert dokumentiert mit all den Liedern, die ja eine eindeutige und klare Sprache sprechen, mit den widersprüchlichen Reden George Bushs, die auf der Videoleinwand der Bühne gezeigt werden, mit den Fotos tausender im Irakkrieg gefallener Soldaten, als eine Art Diashow projiziert: dann wäre der Film richtig gut geworden. Jetzt freilich ist er nur noch dann richtig gut, wenn er die Lieder länger als zwei Minuten ununterbrochen durchspielt. Was selten genug passiert, weil in Kommentaren und Interviews bis zum Überdruss auf die Dringlichkeit einer Beendigung des Krieges hingewiesen, ja: hingearbeitet wird, eine Methode, die einerseits vergebliche Sisyphusarbeit ist, die andererseits mit ihrer Penetranz selbst dem ärgsten Kriegsgegner auf den Wecker geht, irgendwann.

      Dabei ist das grundsätzliche Konzept Neil Youngs (der unter seinem Pseudonym Bernard Shakey Regie führte) durchaus tragfähig. Michael Cerre, der als Kriegsreporter 1969 in Vietnam war, der als embedded jounalist 2003 im Irak war, berichtet als eingebetteter Reporter von der CSNY-Tour, als Außenstehender von innen, was einen objektiven Standpunkt, eine zweite Perspektive ermöglichen würde. Tatsächlich werden etwa auch negative Kritiken zitiert, die beispielsweise die Holprigkeit der ersten Shows, als die Musiker noch nicht aufeinander eingespielt waren, beanstanden – doch dann hebt der Film mehr und mehr auf seine Botschaft ab, als wäre sie nicht sowieso längst schon klar. Auch von Cerre übrigens wird sie unterstützt, was ganz nebenbei (und ohne dass der Film dies thematisieren oder überhaupt bemerken würde) die Problematik der embedded journalists vor Augen führt, die eben doch nicht objektiv berichten, sondern nur eine Alibifunktion für den Auftraggeber erfüllen. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

      Deja Vu: Das ist nicht nur ein Erfolgsalbum von CSNY von 1970, der Titel spielt auch auf die Gemeinsamkeit von Antivietnam- und Antibushbewegung an, der Irak als wiedergekehrtes Trauma der 60er. Und leider stellt sich auch beim Zuschauer ob der immergleichen Betroffenheitsgeschichten über Gefallene und ihre Familien, über junge Irakkriegsveteranen, die fürs Leben gezeichnet sind, über den Hass der Rechtskonservativen gegen die regierungskritischen Texte (die wir auch schon bei den Dixie Chicks gesehen haben) das Gefühl von ständiger Wiederholung des bereits Gekannten ein. Genau durch das ständige Zurschaustellen wird die so richtige und wichtige Botschaft zerstört – weil es derartig als Pamphlet mit dem Dampfhammer dargereicht eh nur Gleichgesinnte erreicht.

      Fazit: Songs und eine Reunion-Tour von Crosby, Stills, Nash and Young – mit klarer, aktueller politischer Botschaft, die penetrant und redundant betont wird. Ein „simpler“ Konzertfilm wäre die bessere Alternative gewesen als diese überambitionierte Antikriegs-Dokumentation.
    2. Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu: Konzertfilm über die Reunion der bereits in den 70ern gegen Krieg ansingenden Musiker Crosby, Stills, Nash und Young.

      Unter dem Pseudonym Bernard Shakey liefert Neil Young einen Konzertfilm und Protestsong, Road Movie und politisches Stimmungsbild der USA ab.

      Freiheit ist nicht umsonst, heißt es in „CSNY - Déjà Vu“ und das bezieht sich frech auf die (über)teuren Tickets für die „Freedom of Speech“-Tournee der singenden Protestler Crosby, Stills, Nash & Young. 2006 haben sich die vier Ausnahmemusiker, Durchschnittsalter 62,5 Jahre, wieder einmal zusammengerauft und on the road begeben. Neil Young hat die zum Teil (über)gewichtigen Herren mit den schütteren Mähnen wieder vereint, um erneut gegen den alten Feind Krieg unter seinem neuen General, Präsident George W. Bush, ins Feld zu ziehen. Ende der 60er, Anfang der 70er hat die Country-Combo das schon einmal getan. Damals sollte unter Lyndon B. Johnson dem Vietkong Einhalt geboten werden, im Mai 1970 kam es an der Kent State University zu tödlichen Schüssen. Young komponierte „Ohio“, „For What It’s Worth“ wurde zu einer der Hymnen der Woodstock-Generation. „Déjà Vu“ im wahrsten Wortsinn.

      Der Titel des bekanntesten Albums der Gruppe beschreibt zugleich das Filmkonzept: Die alten Protestsongs, die sie einst gegen den „Konflikt“ in Südostasien sangen, werden minimal abgeändert für den Irak-Krieg „recycelt“, ergänzt um Youngs aktuelles Album „Living With War“, das er ins Internet eingestellt hat. Ein logischer Schritt, ist doch heute vieles genauso wie damals. Altes Problem, neue Feinde. Musiker und Regisseur Neil Young, hier unter seinem Pseudonym Bernard Shakey, geht es darum, ein politisches Stimmungsbild der USA zu zeichnen. Wer denkt heute wie in den „roten“, den „blauen“ Staaten, in New York oder in Atlanta? Was sagt man über die Dixie Chicks, den Kriegeseinsatz, Mr. Bush? Als Drehbuchautor hat er sich der Mithilfe Michael Cerres versichert, der reist im Tourbus mit, interviewt Konzertgänger, Musiker, Fans und Freunde der Band. Cerre qualifiziert, das er 1969 schon aus Vietnam berichtete, er war embedded jounalist im Irak und nun arbeitet er eingebettet für Mr. Young.

      Ein subjektives (Agitprop-)Dokument? Nein, nur wenn man, wie stets möglich, Dokumentarfilme generell wegen der eingenommenen Perspektive als unobjektiv betrachtet. Im Prinzip wird versucht, demokratisch vorzugehen. Es gibt durchaus negative Meinungen zu Young und Co., über die wohlsituierten Nestbeschmutzer, die sich selbst in Sicherheit wissen, während tapfere Marines in der Wüste sterben. So geht’s von Stadt zu Stadt durch US-Bilderbuchlandschaften. CSN & Y kommen immer besser in Schwung, die Riffs sitzen bald wieder und die Gitarren harmonieren. Cooles Konzert-Feeling kommt auf. Wären da nicht die verkrüppelten Kriegsheimkehrer, die anonymen Särge, die zu Hunderten aus dem Fliegern geladen und die Veteranen, die sich zu Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen haben, um mit ihren Traumata fertig zu werden. geh.

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