Filmhandlung und Hintergrund

Anspruchsvolles, atmosphärisch-dichtes Polizei-Korruptions-Drama mit sensationeller Besetzung.

Freddy Heflin erwartet nicht mehr viel vom Leben. Seinen Dienst als Sheriff in „Cop Land“, einem Städtchen für Cops und deren Familien erbaut, reißt er ab. Als Internal-Affairs-Agent Tilden dem Verschwinden eines Polizisten, der zwei Schwarze auf dem Gewissen hat, nachspürt, muß Heflin sich zwischen Loyalität und Wahrheit entscheiden. Denn „Cop Land“ wurde von der Mafia finanziert.

Polizist Freddy Heflin hat einen anspruchslosen Job in dem New Yorker Vorort Garrison, dem Wohnort vieler Mitglieder des New York Police Department. Dort hat Ray Donlan das Sagen, ein Gesetzeshüter, der schwunghafte Geschäfte mit der Mafia macht. Als dessen Neffe Murray Babbitt im Übereifer zwei Schwarze erschießt, deckt Donlan den Mitwisser. Nicht einmal Internal-Affairs-Ermittler Moe Tilden kann den Betrug aufdecken. Heflin sieht die Chance seines Lebens und geht dem mysteriösen Fall auf eigene Faust nach…

Als Internal-Affairs-Agent Tilden dem Verschwinden eines Polizisten, der zwei Schwarze auf dem Gewissen hat, nachspürt, muß Polizist Freddy Heflin sich zwischen Loyalität und Wahrheit entscheiden. Anspruchsvolles, atmosphärisch-dichtes Polizei-Korruptions-Drama mit sensationeller Besetzung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Cop Land: Anspruchsvolles, atmosphärisch-dichtes Polizei-Korruptions-Drama mit sensationeller Besetzung.

    Als adrenalingesteuerter Action-Bimbo stieg Sylvester „Rambo“ Stallone zu Weltruhm auf. Des belächelten Karikatur-Images und Respektmangels müde, erklärte er sich bereit, für den reizvollen und schauspielerisch anspruchsvollen Part des phlegmatisch-passiven Dorf-Sheriffs Freddy Heflin in dem atmospärischen Polizeikorruptionsdrama „Copland“ auf seine übliche Gagenforderung zu verzichten, sondern gegen Tarifbezahlung mitzuwirken. Dafür hat der „Rocky“-Darsteller wie ein wilder Stier 40 Pfund um die Hüften zugelegt und kann aus dem schauspielerischen Sparring selbst mit so schwergewichtigen Partnern wie Robert De Niro und Harvey Keitel ohne Blessuren hervorgehen.

    Regie und Drehbuch des sensationell besetzten Ensemblemoralstücks gehen auf das Konto des relativ unbeschriebenen Blatts James Mangold, dessen Debüt „Heavy“ ebenfalls um einen übergewichtigen und resignierten Verlierertypen kreiste, der von seiner Umwelt nicht für voll genommen wird. Als Mangolds Stärke kristallisiert sich erneut die exakte Studie eines isolierten Milieus heraus. In diesem Fall handelt es sich um den fiktiven 1280-Einwohner-Ort Garrison, der hartgesottenen New-York-City-Cops und ihren Familien als sichere Enklave fernab vom Großstadt-Hexenkessel dient. Dieses „Copland“ wurde jedoch mit Mafia-Darlehen finanziert, so daß die korrupten Gesetzeshüter unter der Führung von Ray Donlan (Keitel) sich auf interne Loyalität verlassen müssen. Ihre schmutzig erkaufte Idylle ist erheblicher Gefahr ausgesetzt, als der junge Polizist Murray Babitch (Michael Rappaport) im Eifer des Gefechts überreagiert und zwei unbewaffnete Schwarze erschießt. Ray beschließt, seinen völlig aufgelösten Neffen Murray von der Bildfläche verschwinden zu lassen, bevor dieser zu plappern beginnen kann. Damit wird das Interesse des Internal-Affairs-Agenten Moe Tilden (De Niro) geweckt, der bei Garrisons Sheriff Heflin (Stallone) vorspricht, ihm bei seinen Ermittlungen behilflich zu sein. Der auf einem Ohr taube Heflin wird dadurch in einen tiefen Gewissenskonflikt gezogen: Zum einen gäbe es ihm endlich Gelegenheit, seinen lange verlorenen Traum vom Cop-Dasein auszuleben, andererseits fühlt er sich dem ihn mit milder Herablassung tolerierenden Ray und seiner Gang gegenüber verbunden.

    In starken Nebenrollen glänzen Ray Liotta, Peter Berg und Robert Patrick (als Cops), Annabelle Sciorra (als Love Interest), Cathy Moriarty (Rays untreue Ehefrau) und Janeane Garofalo (als Hilfssheriff). Zentraler Punkt der Geschehnisse ist jedoch Protagonist Stallone, der von seinen hervorragenden Mitspielern gleichzeitig getragen und zu Höchstleistungen angespornt wird. Mit niedergeschlagenem Blick, marionettenhaftem Gang, verzögertem Bewegungsrhythmus und zurückhaltender Stimme verkörpert er perfekt die verbitterte Hoffnungslosigkeit, verzweifelte Isolation und traurige Passivität seiner bemitleidenswerten, vom Schicksal getretenen Außenseiterfigur - was teils als etwas kalkuliert sympathieheischend ausgelegt werden könnte. Erst zum Schluß, als Heflin das ganze abstoßende Ausmaß des moralischen Morasts bewußt wird, eskalieren die Ereignisse in traditioneller „Zwölf Uhr mittags“-Westernmanier, die ihn in eine Variation seiner bestens bekannten Action-Persönlichkeit schlüpfen läßt.

    Momente dynamisch inszenierter Konfrontationen wechseln sich balanciert mit zwischenmenschlichem Drama und konventioneller Action ab. Dennoch mangelt es der eindringlichen Moralfabel um Bestechlichkeit, Nepotismus, Kleinstadtleben, Loyalität, Mord, verlorenen Träumen und Gerechtigkeit vielleicht ein wenig an dramaturgischer Power, da der Plot kaum Überraschungen bereithält. Das eingeschränkte Suspense-Element wird mit atmosphärischer Dichte - nicht zuletzt mit dem requiemartigen Score und den funktionellen, in triste Farben getauchten Bildkompositionen erzeugt - zufriedenstellend ausgegeglichen. Mit Unterstützung des „Taxi Driver“ und zwei „GoodFellas“ konnte Sly jedenfalls am Startwochenende resolut das amerikanische Boxoffice dominieren. ara.

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