Filmhandlung und Hintergrund

Wunderbare Kleinstadtballade und Krimifarce von Robert Altman, der im entspannten Rhythmus einmal mehr eine brillantes Gesellschaftspanorama entwirft.

Als sich die alte Cookie aus Sehnsucht nach dem längst verstorbenen Gatten das Leben nimmt, wollen ihre Nichten Camille und Cora ans Erbe, während Coras zurückgekehrte Tochter Emma vor allem auf Quickies mit dem naiven Jungpolizisten Jason scharf ist. Camille läßt Cookies Selbstmord wie einen Raubmord aussehen und lenkt den Verdacht auf Willis…

Die reiche Witwe Cookie, die den Tod ihres Mannes nie verschmerzt hat, setzt eines Tages ihrem Leben ein Ende. Dieser Freitod mißfällt allerdings deren Nichte Camille. Allein wegen des Ansehens der Familie wäre ein Tod durch Verbrechen doch viel angebrachter. Also verschluckt Camille Cookies Abschiedsbrief und arrangiert alles so, daß der Mordverdacht auf Willis, den schwarzen Hausmeister der Tante, fällt. Damit löst sie jedoch eine Kette von Ereignissen aus, die nach und nach sämtliche Einwohner von Holly Springs in Aufruhr versetzt.

Nach dem Selbstmord der reichen Witwe Cookie versucht ihre Nichte Camille, den Eindruck eines Verbrechens zu erwecken. Sie lenkt den Verdacht auf den schwarzen Hausmeister ihrer Tante und löst so eine für Aufruhr sorgende Kette von Ereignissen aus. Robert Altmans Gesellschaftssatire über die Bewohner einer Kleinstadt im tiefen Süden der USA mit einem großartig aufspielenden Schauspielerensemble.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs: Wunderbare Kleinstadtballade und Krimifarce von Robert Altman, der im entspannten Rhythmus einmal mehr eine brillantes Gesellschaftspanorama entwirft.

    Es ist schon erstaunlich, mit welcher Souveränität und nicht nachlassender Inszenierungskunst Regie-Altmeister Robert Altman ein Gesellschaftspanorama nach dem anderen produziert und beinahe stets ein Meisterwerk dabei herauskommt. Z.B. dieses über eine kleine, verschlafene Gemeinde irgendwo am Mississippi, wo die Einwohner noch leben, als wäre das 19. Jahrhundert nie zu Ende gegangen und als müsse Scarlett O’Hara um die nächste Straßenecke biegen. In Holy Springs ist das Kavaliertum des Alten Südens nie vergangen, wirkt der verlangsamte Rhythmus des Alltags wie jener schleppende Blues aus dem Delta, der dem Film seinen musikalischen Stempel aufdrückt, eine wunderbar entspannte Kleinstadtballade und Krimifarce, Sozialsatire und Studie über Liebe, Neid, Heuchelei und jenes sympathische Chaos, das diese Welt im Innersten zusammenhält.

    Altman beobachtet das Treiben seiner Delta Ladies und Blues Men, als hätte er mit dem großen amerikanischen Romancier William Faulkner gemächlich beim Angeln einen „Wild Turkey“-Whiskey getrunken und zwischendurch eine Catfish Enchillada verspeist., wie sie Willis gern seiner Titelheldin Cookie zubereitet. Willis (in behäbiger Gelassenheit: Charles S. Dutton) hat die verbalen Ausfälle und arthritischen Bizarrerien seiner alten Freundin Cookie (Patricia Neal als Witwe mit Damenpfeifen und Wehmutsfaktor) ruhig akzeptiert. Er führt während seines nächtlichen Spaziergangs gemächlich schlendernd in Altmans subversive Comedy of Manners.

    Als sich Cookie aus Sehnsucht nach dem längst hingeschiedenen Gatten in den Kopf schießt, steht Holy Springs für eine ganze Weile Kopf. Ihre Nichten Camille (Glenn Closen als Cruella de Vil in Blümchen-Look), die streng presbyterianisch Oscar Wildes „Salome“ in ihrer gereinigten Fassung einstudiert, und Cora (Julianne Moore als debil verschärfte Schleiertänzerin) wollen ans Erbe, während Coras zurückgekehrte Tochter Emma (Liv Tyler bildschön mit Kurzhaar, Latzhose und Tramp-Erfahrung) vor allem auf die Quickies mit dem naiven Jungpolizisten Jason (Chris O’Donnell als Cop-Karikatur mit Einklemm-Garantie) scharf ist. Camille läßt Cookies Selbstmord wie einen raubmord aussehen, lenkt aus verrücktem Puritanismus den Verdacht auf Willis und wird, während sich die wirklichen Verwandtschaftsverhältnisse permanet verkomplizieren, bei der Premiere von „Salome“ ihren Blues erleben.

    Altman vernetzt diese und andere Personen, den Polizeichef, einen zugereisten schwarzen Ermittler, einen Barbesitzer, einen Tankwart, einen Anwalt, eine Bluessängerin, eine Polizistin, in seiner gewohnt multiperspektivischen Erzählweise mit pointiertierter Präzision, die selbst aus Running Gags wie dem gelben Polizei-Plastikband oder Ostereiern ein Optimum an Wirkung erzielt. Bei entsprechend sorgfältiger Synchronisation sollten Altmans spöttischen Delta-Blues die besten Häuser offen stehen. ger.

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