Commissario Laurenti: Gib jedem seinen eigenen Tod

  1. Ø 0
   2006
Commissario Laurenti: Gib jedem seinen eigenen Tod Poster
Alle Bilder und Videos zu Commissario Laurenti: Gib jedem seinen eigenen Tod

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Nach einem durchwachsenem Auftakt ist Henry Hübchen mit dem zweiten „Commissario Laurenti“-Film endlich in Triest angekommen.

    Als eine Yacht führerlos, aber zielsicher auf die Küste zusteuert, hat der Chef der Triester Mordkommission die seltene Gelegenheit, gleich drei Fälle auf ein Mal zu lösen: Vor fünf Jahren ist es ihm nicht gelungen, einen mittellosen Österreicher des Mordes an seiner reichen Gattin zu überführen. Der Mann war der Besitzer der Yacht und ist nun verschwinden. Kurz darauf wird eine Frau nackt und tot am Ufer gefunden. Laurentis hartnäckige Recherche deckt nicht nur einen Menschenhandel auf, sie führt auch in die höchsten Kreise und wirft ein bezeichnendes Licht auf das Geschacher um humanitäre Hilfe: Nach einem Erdbeben in der Türkei soll Triest zum Umschlagsplatz für die Hilfsgüter der EU werden. Für die Stadt wäre das gleichbedeutend mit einem unverhofften wirtschaftlichen Aufschwung. Entsprechend reserviert reagieren Laurentis Vorgesetzte auf seine Ermittlungen: Er könnte alles zunichte machen.

    Der dicht erzählte Film legt die Vermutung nahe, alle Beteiligten hätten beim Auftakt einige Wochen zuvor („Die Toten vom Karst“) bloß geübt. Die Adaption von „Gib jedem seinen eigenen Tod“, Veit Heinichens erstem Laurenti-Roman, ist Sigi Rothemund (Buch und Regie) ungleich besser gelungen. Die Handlung ist zwar nicht weniger komplex und vielschichtig, aber viel linearer erzählt. War die Geschichte im ersten Film ohne politische Vorkenntnisse kaum zu durchschauen, so ergibt die Vermengung familiärer Rachegelüste mit den Themen Zwangsprostitution und Erpressung ranghoher EU-Politiker eine packende Mixtur, die in ein actionreiches Finale mündet.

    Rothemund betont diesmal auch die komödiantischen Elemente viel stärker, wovon vor allem Henry Hübchen profitiert. Die Eskapaden des Kripo-Chefs, der seine Frau (Barbara Rudnik) ein ums andere Mal versetzt und ständig Ärger mit seinen erwachsenen Kindern hat, bilden ein reizvolles Gegengewicht zu dem schmutzigen Fall. Laurenti wiederum hat gar keine Chance, zum „Superbullen“ zu werden: Seine Hemden werden von grotesk großen Schweißflecken verunstaltet, er gerät von einem Stau in den anderen, bekommt ständig Ärger wegen verkehrswidrigen Parkens und lässt sogar seinen Dienstausweis liegen; ein überaus menschlicher Ermittler. Langsam wird deutlich, warum Hübchen ohne viel Federlesens bereit war, für diese Rolle den Part des Schweriner „Polizeiruf“-Kommissars aufzugeben. tpg.

Kommentare