Commissario Laurenti: Die Toten vom Karst

  

Filmhandlung und Hintergrund

Konkurrenz für Brunetti vom erprobten Produktionsteam: TV-Adaption des ersten Romans von Veit Heinichen um den Triester Kommissar Proteo Laurenti.

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Kritikerrezensionen

  • Commissario Laurenti: Die Toten vom Karst: Konkurrenz für Brunetti vom erprobten Produktionsteam: TV-Adaption des ersten Romans von Veit Heinichen um den Triester Kommissar Proteo Laurenti.

    Die Hauptfigur ist sehenswert, die Verfilmung noch ausbaufähig: Das „Erste“ schickt seinen zweiten italienischen Kommissar ins Rennen.

    Die Handschrift ist unverkennbar. Das gleiche Team, das vor fünf Jahren an den Verfilmungen der Venedig-Romane von Donna Leon beteiligt war, hat sich nun Veit Heinichens Triest-Krimis vorgenommen: Produzentin Katharina M. Trebitsch, Produktionsleiter Jürgen Schott und Regisseur Sigi Rothemund sowie sein Stammkameramann Dragan Rogulj. Im Gegensatz zu den stets etwas betulich wirkenden Filmen mit Commissario Brunetti sind die Geschichten über Commissario Laurenti von etwas anderem Kaliber. Das liegt natürlich nicht zuletzt an den Vorlagen. Wo Donna Leon die Morbidität Venedigs hinter sorgfältig gepflegten Fassaden verbirgt und ihrem Helden als Ausgleich für die moralischen Abgründe des Verbrechens einen sichere familiäre Zuflucht bietet, lernt man Laurenti (Henry Hübchen) zum Auftakt als Wrack kennen: Seine Frau (Barbara Rudnik) hat sich eine Auszeit genommen; prompt versinkt der Kommissar in Depressionen und die Wohnung im Müll.

    So gesehen war es recht clever, die Reihe mit Heinichens zweitem Roman zu beginnen. Andererseits ist die Hauptfigur ungleich interessanter als der Fall, denn der ist aufgrund der historischen Vorgeschichte einigermaßen verworren: Wenn man nicht weiß, dass sich jugoslawische Kommunisten und italienische Kommunisten einst bis aufs Blut um das kroatische Istrien gestritten haben, lässt sich die Brisanz der Handlung kaum ermessen. Als ein in Triest lebender Kroate samt Familie bei einem Bombenanschlag ermordet wird, deutet daher alles auf eine alte Rechnung hin, zumal der Vater (Götz George) des Toten diffuse Drohungen flüstert. Auf die richtige Spur bringt Laurenti erst ein zufällig beobachteter Streit: Offenbar haben sie einen regen Drogenschmuggel betrieben. Doch welche Rolle hat der tote Feinkosthändler dabei gespielt?

    Auch wenn Triest als Drehort ohne Frage reizvoller ist als Schwerin und Umgebung: Hübchens nicht ganz freiwillige Entscheidung, sich auf Druck der ARD vom „Polizeiruf 110“ des NDR zu verabschieden, ist angesichts des ersten Laurenti-Films um so bedauernswerter. Weder prominente Gastdarsteller wie Hannelore Hoger oder Götz George noch ein mitunter beachtlicher Produktionsaufwand - Triest, die „Stadt der Winde“, wird von einem mittleren Orkan heimgesucht - und schon gar nicht die des öfteren allzu dick aufgetragene Musik können verbergen, dass Heinichens Vorlagen womöglich zu komplex für eine Verfilmung sind. Hübchen ist dennoch sehenswert: Die traurige Verzweiflung des Chefs der Triester Kriminalpolizei führt immer wieder zu wunderbaren Szenen, zumal Laurenti ein echter Pechvogel ist und auch schon mal kopfüber im Fischcontainer verschwindet. tpg.

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