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Kritikerrezensionen

  • Regiedebütant Maximilian Plettau begleitete den ehemaligen deutschen Boxchampion zwei Jahre mit der Kamera. Er besuchte ihn auf seinem Dachboden, zeichnete ihn beim Zähneputzen auf, begleitete ihn und seinen Trainer Markus Kone beim Aufbau dessen Boxclubs.

    Heraus gekommen ist ein Film, der das Leben des Protagonisten kommentarlos aufzeichnet. Unüblich für einen Dokumentarfilm bekommt man keine Interviews zu sehen, der Protagonist erläutert nie seine Wünsche und Bedürfnisse, stattdessen erahnt man seine Verfassung durch die zahlreichen detailreichen Kameraaufnahmen, die immer wieder porentiefe Bilder zeigen.

    Das ist nicht immer angenehm, und die ersten fünfzehn Minuten des Filmes hat man das Gefühl, man hätte den Protagonisten noch gar nicht wirklich gesehen, obwohl die grobkörnigen Bilder sich auf sein Gesicht fixieren.

    Diese hemmungslose Enge liegt ganz im Trend des aktuellen Kinos doch ist sie nicht Jedermanns Sache. Während man die ersten Minuten kaum Luft zu holen traut, wirken die weiten Bilder auf dem Feld bei Jürgens Oma wie ein Befreiungsschlag. Plötzlich wirkt Jürgen wie ein Mensch und nicht wie eine besessene Maschine, die stur ein Ziel verfolgt.

    Wenn man dann ins graue München zurückkehrt, ahnt man wenigstens wer Jürgen ist und kann seinem Leben mit größerem Interesse folgen als zuvor.

    Der authentische Schnitt, der den Film im Folgenden zusammenhält, lässt rück schließen, dass die irreale Beklemmung am Anfang, nicht unabsichtlich entstanden ist. Im Nachhinein wirkt sie wie eine Metapher auf Jürgens Zustand. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass ich diese Information schon früher verstanden hätte, doch als künstlerischen Griff kann man die Intention des Regisseurs durchaus nachvollziehen.

    Ob die vielen Reminiszenzen an Rocky nötig sind, bleibt fraglich. Zwar ist es Jürgen selbst, der den Hollywoodhelden ins Gespräch bringt, doch nichtsdestotrotz hätte man sich gewünscht, dass sich die Filmemacher nicht mit den bekannten Bildern zufrieden stellen lassen hätten. Was bleibt, ist das Gefühl, dass man keine Geschichte über einen Boxer erzählen kann, ohne diesen Mythos anzuschneiden.

    Nichtsdestotrotz bleibt es eine interessante Erfahrung den Film zu schauen. Im Verlauf werden die Bilder weniger aufdringlich und am Ende werden wir Zeuge des folgenden Paradoxons: Es ist nicht die Enge der Bilder, die bestimmt, wie sehr wir uns mit einem Protagonisten identifizieren können. Die Geschichte läuft eigentlich erst zu Hochtouren auf, wenn wir uns in den USA befinden und die Kamera Jürgen in Relation zu seiner Umwelt zeigt. So ereignet sich eine wunderschöne Szene in New York an einer Bushaltestelle, die man nicht schöner inszenieren hätte können.

    Das bleibt haften und somit wird der Film auch für Personen interessant, die sich nicht mit dem Boxen im Allgemeinen identifizieren können.

    Fazit: Wandelbarer Dokumentarfilm, der sich ganz seinem Protagonisten widmet und einen bemerkenswerten Lebenskampf zeigt.

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