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Comandante

Kinostart: 13.01.2005

Filmhandlung und Hintergrund

Eindringliches Dokumentarfilmdebüt von Oliver Stone, der im Laufe von drei Tagen versucht, dem Menschen Fidel Castro nahe zu kommen.

Fidel Castro

Und kaum über Menschenrechte, wie Kritiker bemäkeln. Ein wenig weltpolitische Grundkenntnis kann nicht schaden zum vollendeten Genuss beim gewohnt kunstvoll montierten History-Trip durch Zeit und Raum.

Oliver Stone hat drei Tage Zeit, dem Mythos Fidel Castro und seiner Politik auf die Spur zu kommen. Im Verlauf zahlreicher Gespräche, die von einer Flut historischer Bilder begleitet werden, liefert Castro Einblicke in seine Jugend, seinen Aufstieg zur Macht und darüber hinaus auch über Persönliches - über sein Verhältnis zu Che Guevara, zu Kennedy und Nixon, seine Rolle als Vater, Ehemann und Liebhaber.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Comandante: Eindringliches Dokumentarfilmdebüt von Oliver Stone, der im Laufe von drei Tagen versucht, dem Menschen Fidel Castro nahe zu kommen.

    Oliver Stone. Der Name bürgt für Qualität. Dreimal als Regisseur bzw. Drehbuchautor mit einem Oscar ausgezeichnet, behauptet er sich seit Jahren als einer von Amerikas provokativsten Filmemachern. Das US-Engagement in Fernost hat er in seiner Vietnam-Trilogie heftig angeprangert, der Rocklegende Jim Morrison in „The Doors“ ein Denkmal gesetzt und sich wegen seines Höllentrips „Natural Born Killers“ als Apologet des Bösen heftig beschimpfen lassen müssen. Jetzt hat er den Dokumentarfilm für sich „entdeckt“. In „Persona non grata“ näherte er sich Jassir Arafat und dessen PLO, in „Comandante“ dem ewigen Revolutionär Fidel Castro. Sehr zum Ärger der mächtigen Anti-Castro-Liga von Miami, die wenige Tage vor der TV-Uraufführung dieser HBO-Produktion eine Ausstrahlung verhinderte - schon das ein Qualitätsbeweis.

    Seit den späten 70er Jahren interessiert sich Stone, der vor seiner Hollywoodkarriere unter anderem als Lehrer, Infanterist, Matrose, Taxifahrer und Vermarkter von Sportfilmen gearbeitet hat, für die (Verstrickungen der) Politik und deren kontroverse Persönlichkeiten. Der in vielen Gebieten beschlagene Kosmopolit, immer auch sein eigener Autor, weiß meist sehr genau, wovon er spricht, sei es nun in seinen (Anti-)Kriegsfilmen oder „Porträts“. Als Filmemacher gibt der Mann jedoch auch gerne seiner Eitelkeit nach und realisiert Projekte einfach nur, weil er’s kann. Bestes Beispiel für diese Dichotomie sind zwei seiner Arbeiten, die diesen Kinowinter auf dem Spielplan stehen: „Alexander“ und „Comandante“. Während „Alexander“ in fünf Monaten Drehzeit und zig Wochen Postproduktion gut über 150 Millionen Dollar verschlang und demnächst - das lassen zumindest amerikanische Einspielzahlen vermuten - vergessen sein könnte, kann man „Comandante“ als prototypisches Werk eines Guerilla-Filmers bezeichnen.

    Drei Tage Zeit mit dem kubanischen Staatsoberhaupt Fidel Castro hatte Oliver Stone im Februar 2002 - sowie zwei Handkameras und eine ordentliche Portion Unverfrorenheit, dem letzten verbliebenen sozialistischen Landesherrn (auch) mit respektlosen Fragen auf den Zahn zu fühlen. Von der Zeitverschwendung des Rasierens über die Qualität von „Titanic“, von Castros Beziehung zur Widerstands-Ikone Ernesto „Che“ Guevara bis hin zur Intimität, die der Kubaner mit seiner langjährigen Übersetzerin genießt, alles wird thematisiert - und natürlich vieles ausgelassen. Denn freilich nützt der Nike-tragende 78-jährige Ex-Jurist trotz aller offensichtlich füreinander empfundenen Sympathie auch die Gelegenheit zu Eigenwerbung und Propaganda. So erklärt er in einer Szene, Dissidenten litten in seinem Land nicht unter Repressalien - und ein Dokumentarfilmer, der auf solch eine Aussage nicht reagiert, hinterlässt ein etwas ungutes Gefühl.

    Zu selbstgefällig präsentiert sich Stone in manchen der Szenen, frei nach dem Motto „schaut her, ich spreche mit dem Antichristen und mir passiert gar nichts“. Trotzdem überzeugt dieses „Gipfeltreffen“. Weil man sieht, wie das Volk seinen „máximo líder“ trotz aller Miss- und Vettern-Wirtschaft liebt, wie dieser das Bad in der Menge genießt und auch keiner Frage Stones wirklich ausweicht. Geschickt ist er in seinen Antworten, findet sogar eine MacDonald’s-Filiale in Havanna logischer als in einer indischen Metropole, ruhig und besonnen im Ton. Interviewer Stone im roten Hemd und mittelamerikanischem Macho-Schnurrbart gibt derweil den unbeteiligte Beobachter, zeichnet auf, filmt mit und kommentiert nicht. Der Zuschauer ist gefragt, soll sich selbst sein Bild machen. Castro-Freunde werden Castro-Freunde bleiben, seine Gegner Gegner. Das tut der Qualität dieser Dokumentation keinen Abbruch - denn ein Stück wichtiger Polit-Geschichte ist sie allemal. geh.
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