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Coffee Beans for a Life

Kinostart: 01.11.2006

Filmhandlung und Hintergrund

Spannende Spurensuche in Südpolen mit einem streitbaren vitalen Überlebenden des Holocaust.

Norman Salsitz alias Naftali Saleschütz erblickte 1920 im südpolnischen Kolbuszowa das Licht der Welt. Im Zweiten Weltkrieg geriet er als Jude ins Visier von Nazis und polnischem Untergrund, musste fliehen, sich verstecken, überlebte nur mit viel Glück und ein wenig Hilfe durch gute Nachbarn. Nach dem Krieg emigrierte er in die USA, aus der er nun zurück kehrt, um seiner Tochter und den drei Enkeln die Stätten der Jugend zu zeigen. Eine neugierige Kamera blickt ihm bei der Begegnung mit der Vergangenheit über die Schulter.

Preisgekrönter Dokumentarfilm über ein eindrucksvolles Schicksal. Helga Hirsch inszenierte das einfühlsame Portrait.

2004 besucht der 84-jährige Jude Norman Salsitz erstmals nach 57 Jahren wieder sein Heimatstädtchen Kolbuszowa in Südpolen, wo es keinen einzigen Juden mehr gibt. Mit seiner amerikanischen Tochter und drei Enkeln geht er durch den Ort, erläutert, wo dieser oder jener Laden stand, wo die Synagoge und wo das Ghetto. Der Mann mit dem Elefantengedächtnis besucht das Grab des Vaters und die Gedenkstätte in Belzec, lässt nach einem Silberschatz graben, den er während des Krieges versteckt hat (er wird nicht gefunden), und offenbart während eines Waldspaziergangs, wie er und 125 andere Menschen sich dort vor Polen und Deutschen versteckt hielten.

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Kritikerrezensionen

  • Coffee Beans for a Life: Spannende Spurensuche in Südpolen mit einem streitbaren vitalen Überlebenden des Holocaust.

    Spannende Spurensuche in Südpolen mit einem streitbaren vitalen Überlebenden des Holocaust.

    2004 besucht der 84-jährige Jude Norman Salsitz (als Naftali Saleschütz geboren) erstmals nach 57 Jahren wieder sein Heimatstädtchen Kolbuszowa in Südpolen, wo es keinen einzigen Juden mehr gibt. Mit seiner amerikanischen Tochter und drei Enkeln geht er durch den Ort, erläutert, wo dieser oder jener Laden stand, wo die Synagoge und wo das Ghetto. Der Mann mit dem Elefantengedächtnis besucht das Grab des Vaters und die Gedenkstätte in Belzec, lässt nach einem Silberschatz graben, den er während des Krieges versteckt hat (er wird nicht gefunden), und offenbart während eines Waldspaziergangs, wie er und 125 andere Menschen sich dort vor Polen und Deutschen versteckt hielten.

    Hier liegt die seit Claude Lanzmans „Shoah“ (1984) bis heute diskutierte Brisanz und Ambivalenz der Geschichte. Nicht nur SS und Sonderkommandos der Wehrmacht jagten Juden, auch Polen veranstalteten regelrechte Treibjagden. Norman ist im Gegensatz zu vielen traumatisierten Opfern der Geschichte schon damals ein Kämpfer gewesen, der sich verteidigte, auf Deutsche anlegte, der den Bruder eines polnischen Freundes, der ihn töten wollte, erschoss und der deutsche Polizisten rationenweise mit versteckten Kilopaketen von wertvollen Kaffeebohnen bestoch, als er schon sein eigenes Grab aushob. Statt seiner wurde kurzerhand ein beliebiger anderer Mann erschossen („Ich wollte mich nur retten.“).

    Norman, der in Amerika reich wurde, ist nach wie vor streitbar, legt sich mit den neuen Bewohnern seines Elternhauses und jenen Polen an, die ihn nur ungern sehen. Der Dokumentarfilm von Helga Hirsch stellt sich voll und ganz in den Dienst Normans, begleitet ihn, erläutert mit knappem Off-Kommentar und eingesprochenen Übersetzungen und endet mit einer versöhnlichen Note. Norman, der dann doch von Erinnerungen überwältigt wird, singt mehrfach und trifft zuletzt auf die Schwester der polnischen Bäuerin, die ihn damals rettete, und singt mit ihr gemeinsam ein Volklslied. Eine spannende Spurensuche. ger.
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