Code 21 Poster

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wenn der SWR seine Filmreihe „Debüt im Dritten“ ausstrahlt, bildet die „Kurzfilmrolle“ in der Regel aus gutem Grund den Abschluss: Diese Form, Geschichten zu erzählen, ist nicht jedermanns Sache. Man muss notgedrungen verkürzen, Figuren werden angerissen, die Handlung bloß skizziert; und oft gibt es nicht mal einen dramaturgischen Bogen mit Anfang und Ende, weil der Film nur ein Schlaglicht wirft. Der WDR hat seine Regiedebüts in diesem Jahr erstmals in die „Kinozeit“ gebettet. Den Auftakt der sechsteiligen Reihe machte „Code 21“. Sechs Nachwuchstalente sollten im Rahmen eines Wettbewerbs einer bestimmten Frage nachgehen: „Woran orientieren wir uns im 21. Jahrhundert?“ Es gab 150 Einsendungen, fünf Projekte wurden ausgewählt.

    Das Ergebnis ist zwar keine Kurzfilmrolle, weil die innerhalb des WDR produzierten Filme ja nicht mehr oder weniger beliebig zusammengestellt worden sind. Die unterschiedliche Machart und der nicht unbedingt auf Anhieb erkennbare thematische Zusammenhang lassen diesen so genannten Omnibusfilm trotzdem sehr disparat wirken. Die Episoden selbst machen es einem auch nicht leichter. „Super Skyline“ (Buch/Regie: Zrinka Budimlija) stellt einen Jungen ohne Perspektive vor, der aus lauter Langeweile einen obdachlosen Junkie kidnappt. „Kado“ (Melanie Andernach, Andreas Köhler) erzählt von einem jungen Pärchen, dem ein arabisch anmutender Mann an einer Bushaltestelle ein Zwei-Euro-Stück in die Hand drückt; weil er den Bus zwar besteigt, nach nur einer Station aber wieder verlässt, fürchten die beiden, er könne ein Attentäter sein. „Trieb“ (Manuel Schmitt) beobachtet einen Mann, der fasziniert das Treiben einer Gang verfolgt: Angeführt von einer jungen Frau, verprügeln die Jugendlichen wahllos Passanten; das Mädchen filmt sie dabei. Ganz schräg ist „Alles geht in Arsch Jesus bleibt“ (Anne Pütz). Stellenweise wirkt das Stück wie eine unfreiwillige Parodie: Für eine junge Frau zählt allein Jesus, „alles andere ist Illusion“. Es dauert eine Weile, bis man erkennt, dass es sich um eine Dokumentation handelt und für die Frau heiliger Ernst ist, was sie ihrem Videotagebuch anvertraut. In „Krisengebiet“ (Birgit Grosskopf) schließlich kehrt ein junger Soldat aus Afghanistan zurück und findet keinen Platz mehr im kleinbürgerlichen Alltag.

    Reduziert aufs pure Handwerk, sind die Filme durchaus beeindruckend, auch die Führung der Darsteller ist imponierend; gerade „Krisengebiet“ macht sich in seiner Lakonie die Kürze des Formats zu Nutze. Über weite Strecken aber ist „Code 21“ ein freudloses Werk und damit als Auftakt für die Reihe nicht unbedingt die beste Visitenkarte. tpg.

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