Clockers

Kinostart: 18.07.1996

Filmhandlung und Hintergrund

„Clockers“, so heißen die kleinen, rund um die Uhr anzutreffenden Crack-Dealer, die im Mittelpunkt von Spike Lees neuestem Film stehen. Universal hatte Richard Prices Cop-Roman (deutscher Titel: „Söhne der Nacht“) ursprünglich für Martin Scorsese erworben und auch schon ausgiebige Vorrecherchen anstellen lassen. Dann beschloß Scorsese, „Casino“ zu realisieren, Lee kam als Regisseur an Bord. Es ist freilich müßig...

Der 19jährige Strike ist ein Clocker - ein kleiner Crack-Dealer, der seinen Geschäften rund um die Uhr nachgeht. Als sein Boß Rodney, der Drogen-Chef des Viertels, ihn darum bittet, einen lästigen Rivalen umzubringen, willigt er ein. Nach dem Mord gesteht jedoch seltsamerweise sein bisher moralisch untadeliger Bruder Victor die Tat. Der ermittelnde Polizist Rocco Klein schenkt diesem Geständnis jedoch keinen Glauben und begibt sich zusammen mit seinem Partner Larry auf die mühevolle Suche nach der Wahrheit.

Der 19-jährige Crack-Dealer Strike ermordet einen Rivalen seines Chefs und gesteht die Tat seinem Bruder. Der ermittelnde Polizist schenkt diesem Geständnis jedoch keinen Glauben und begibt sich zusammen mit seinem Partner auf die mühevolle Suche nach der Wahrheit. Spike Lee schildert, in der Tradition von „Boyz‘ N the Hood“, in ebenso brutalen wie perfekt stilisierten Bildern die Gewalt unter Schwarzen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Clockers“, so heißen die kleinen, rund um die Uhr anzutreffenden Crack-Dealer, die im Mittelpunkt von Spike Lees neuestem Film stehen. Universal hatte Richard Prices Cop-Roman (deutscher Titel: „Söhne der Nacht“) ursprünglich für Martin Scorsese erworben und auch schon ausgiebige Vorrecherchen anstellen lassen. Dann beschloß Scorsese, „Casino“ zu realisieren, Lee kam als Regisseur an Bord. Es ist freilich müßig, darüber zu spekulieren, wie „Clockers“ ausgesehen hätte, wäre der an toughen Stoffen erprobte Scorsese am Ball geblieben. Fest steht jedoch, daß Spike Lee sich fast ausschließlich für seine schwarzen Hauptfiguren interessiert und einen der ursprünglich - in der Vorlage und im Drehbuch - wichtigen Handlungsfäden, die Midlife-Krise eines weißen Polizisten, der im Film von Harvey Keitel gespielt wird, vollkommen vernachlässigt hat. Lee zeichnet ein Bild vom harten Alltagsleben in einer ausschließlich von Schwarzen bewohnten Sozialsiedlung. Der 19jährige Strike ist einer der vielen Arbeitslosen, die ihren Lebensunterhalt als Kleindealer verdienen. Um seinem Boß, dem skrupellosen Rodney, einen Gefallen zu erweisen, willigt er ein, einen von dessen Widersachern auszuschalten. Als sich jedoch nach dem Mord Strikes aufrechter Bruder Victor der Tat bekennt, ist die Verwirrung groß. Niemand glaubt wirklich, daß er das Verbrechen begangen hat, schon gar nicht der ermittelnde Beamte Rocco Klein, der in Strike immer noch den Hauptverdächtigen sieht. Direkt und knallhart, so wie es sein Stil ist, nähert sich Spike Lee seinem Thema, diesmal der Gewalt unter Schwarzen. Die Vorspannsequenz unterlegt er mit echten Fotos übel zugerichteter schwarzer Verbrechensopfer, um in der Folge zu beschreiben, wo die Wurzeln für diese Taten liegen. Atmosphärisch und sprachlich trifft der Vorreiter des New Black Cinema wie immer exakt den Ton. Weniger Geschick beweist er mit der Besetzung der Hauptrolle des Strike durch den Newcomer Mekhi Phifer, der erstaunlich wenig Ausstrahlung besitzt. Stimmen bei ihm noch Slang und Körpersprache, fehlt ihm allerdings die Präsenz, seine innere Zerrissenheit glaubhaft zu transportieren. So ziehen Delroy Lindo als teuflisch verschlagener Crack-König und Harvey Keitel, der seinen „Bad Lieutenant“-Charakter geschickt variiert, alle Aufmerksamkeit auf sich. Interessant auch, daß hier - wie schon bei dem eher verunglückten „Crooklyn“ - lediglich die Frauen als starke Figuren gezeichnet werden, als Hoffnungsträger, die es schaffen könnten, aus dem ewigen Kreislauf von Drogen, Gewalt und Arbeitslosigkeit auszubrechen. „Clockers“ ist ein Spike-Lee-Joint, der an die (Un-)Tugenden von „Do the Right Thing“ anknüpft und - entsprechend vermarktet - durchaus seine Zuschauer finden dürfte. Eines ist jedoch auf alle Fälle gewährleistet: Für kontroverse Diskussionen wird auch dieses Werk wieder sorgen. geh.

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