Filmhandlung und Hintergrund

Wunderbare, zu Tränen rührende, tragikomische Geschichte einer jungen Frau, die an einer Alzheimer-ähnlichen Krankheit leidet.

Seit einem Blitzschlag leidet die 32-jährige Claire (Isabelle Carré) unter einer merkwürdigen Amnesie, die sie, dem Alzheimersyndrom nicht unähnlich, zunehmend das Gedächtnis verlieren lässt. Im Krankenhaus lernt die junge Frau den gleichfalls nach einem Unfall unter Erinnerungsverlust leidenden Philippe (Bernard Campan) kennen und lieben. Doch während Philippe, der bei dem Unfall seine Familie verlor, langsam, aber stetig ins Leben zurück findet, verschlechtert sich Claires Zustand rapide.

Autorenfilmerin Zabou Breitman, selbst in einer Rolle als Ärztin vor der Kamera zu sehen, zeichnet sensibel und ohne unnötige Effekthascherei das tragikomische Portrait einer Liebe gegen das Vergessen.

Wegen ihrer unerklärlichen Amnesie wird die 32-jährige Claire in eine Spezialklinik eingeliefert. Hier entwickelt sie eine enge Beziehung zu Philippe, der sich seinerseits nicht mehr an den Autounfall erinnern kann, der seiner Frau und seinem Kind das Leben kostete. Doch während Philippe langsam wieder in die Realität zurückfindet, versinkt Claire immer tiefer im Vergessen.

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    Kritikerrezensionen

    • Claire - Se souvenir des belles choses: Wunderbare, zu Tränen rührende, tragikomische Geschichte einer jungen Frau, die an einer Alzheimer-ähnlichen Krankheit leidet.

      Liebe in den Zeiten von Alzheimer – ein Thema, das nach „Iris“ auch die französische Schauspielerin Zabou Breitman für ihr Regiedebüt auswählte. Nur befällt diese typische Alters-Demenz in „Claire“ eine junge Frau, die die Erinnerung verliert und dennoch eine kurze Zeit der Liebe erlebt. Bei dieser herzzerreißenden und sanften Betrachtung einer eigentlich unmöglichen Liebe zwischen zwei dem Untergang Geweihten darf man ruhig ein Tränchen kullern lassen.

      „Bei den Eichhörnchen“, ein ziemlich schmeichelhafter Titel für eine Spezialklinik für Menschen, die an Gedächtnisverlust leiden, ihre Worte vergessen, ihre Schlüssel, ihre Muttersprache, ihre Orientierung und manchmal auch sich selbst. Hier landet die 30jährige Claire (beeindruckend in feenhafter Zerbrechlichkeit: Isabelle Carré) als Patientin. Seitdem sie während eines Spazierganges vom Blitz getroffen wurde, fällt es ihr schwer, sich im Alltag zurechtzufinden. Ihre Mutter litt an Alzheimer. Was liegt näher, bei der Tochter eine ähnliche Krankheit zu diagnostizieren? Aber eine klare Antwort bleibt man ihr schuldig. Claire trifft auf den Patienten Philippe, der den tragischen Autounfall verdrängt – seine Frau und sein kleiner Sohn starben. Wenn der Mann versucht, sein Trauma zu überwinden und ihr die Geschichte vom Engel des Vergessens erzählt, versteht sie wohl als einzige seine seelische Qual und seine Schuldgefühle. Der Klinikleiter lässt die beiden in eine gemeinsame Wohnung ziehen. Es gibt für ihn nur eine Wahl: die zwischen sinnloser Therapie und einer Lovestory, die Claire noch eine gute Zeit gibt, bis sie in den Dämmerzustand verfällt. Während Philippe durch ihre Liebe wieder Interesse am Leben findet, versinkt Claire langsam in die geistige und emotionale Verlassenheit, verliert den Kontakt zur Umwelt. Wenn sie am Ende – weit weg von allem – im „Wald des Vergessens“ nach oben blickt in andere Sphären, ahnen wir den Abschied aus der Wirklichkeit. Schauspielerin Zabou Breitman beschreibt in ihrem Debütfilm subtil, wie eine junge Frau sich mit Listen, Notizzetteln und einer von Philippe besprochenen Kassette durch den Alltag bewegt und manchmal in ihrer Hilflosigkeit wie Alice im Wunderland wirkt. Für Breitman bedeutet „nicht zu leiden, kein Mensch zu sein“. Sie verbindet das Tragische mit dem Komischen, auch wenn zarte Melancholie den Film durchweht. Die berührende Suche nach Identität und Gedächtnis wirft auch die philosophische Frage nach dem Glück auf, nach der Notwendigkeit der Erinnerung oder auch der Leichtigkeit des Seins ohne die Last der Vergangenheit. Im Original heißt der Film „Se souvenir des belles choses“, sich der schönen Dinge erinnern. Diesen Satz kritzelt die Kranke mit Ausrufungszeichen in ihr Notizbuch. Das kann ein Strohhalm sein, aber auch ein schmerzhafter Rückzug von dem, was Leben bedeutet. mk.

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