Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten

  1. Ø 4
   2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten: Verfilmung des Skandalromans von Cheri Colette über eine Amour fou zwischen einem jugendlichen Lebemann und einer in die Jahre gekommenen Kurtisane.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schickt die einst berühmte Kurtisane Madame Peloux ihren 24-jährigen Sohn Cheri zu einer Kollegin: Léa soll aus dem attraktiven, aber verwöhnten und selbstgefälligen Jungen einen echten Mann machen, Sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die Cheri abbricht, um sich durch die Hochzeit mit einer reichen Frau seine Zukunft zu sichern. Glück findet er dadurch nicht, und schon bald zieht es Cheri zurück zu Léa.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schickt die einst berühmte Kurtisane Madame Peloux ihren 24-jährigen Sohn Cheri zu einer Kollegin: Léa soll aus dem attraktiven, aber verwöhnten und selbstgefälligen Jungen einen echten Mann machen. Sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die Cheri abbricht, um sich durch die Hochzeit mit einer reichen Frau seine Zukunft zu sichern. Um zu vergessen, umgarnt sie mit Charme andere Männer, aber der Stachel bleibt und sie erkennt die Endlichkeit ihrer Schönheit, den Prozess der Verwelkung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es ist wohl unmöglich, „Chéri“ zu sehen, ohne ihn mit „Gefährliche Liebschaften“ (1988) zu vergleichen. Die Literaturverfilmung von Choderlos de Laclos´ Briefroman dürfte Stephen Frears bisher größter Erfolg sein und gilt längst als Klassiker. „Chéri“ liegt nun erneut eine literarische Vorlage – ein Roman (ebenfalls über Intrigen, Liebe und Leid) der französischen Autorin Colette – zu Grunde und wieder stammt das Drehbuch von Christopher Hampton.

    „Chéri“ besticht vor allem durch seine Ausstattung. Sämtliche Kulissen sind wunderbar und versetzen einen definitiv in das Paris vergangener Zeiten. Auch die Kostüme – vor allem Michelle Pfeiffers Kleider – sind atemberaubend bis zum Taschentuch mit feinstem Spitzenrand.

    Aber auch die Schauspieler sind durchaus positiv zu erwähnen. Michelle Pfeiffer ist endlich wieder in einer Hauptrolle zu sehen und meistert die Herausforderung, eine alternde Kurtisane darzustellen mit Würde und Bravour. Rupert Friend ist fabelhaft als arroganter gelangweilter Schnösel, der zu feige, zu bequem und noch viel zu unreif für die wahre Liebe ist.

    Bei den Dialogen fängt es allerdings an. Zwar sind sie bissig und voller unterschwelliger Sticheleien, allerdings nicht konsequent. Der gesamte Film wird durch eine Voice Over leicht spöttisch kommentiert, wodurch das Ganze einen satirischen Touch erhält, was jedoch zu sehr im Hintergrund bleibt. Drehbuchautor Hampton hätte aus dieser Idee deutlich mehr machen und die Kommentare fieser wirken lassen können. Leider ist auch die Figur der Madame Peloux nicht halb so dämonisch wie einst Glenn Close als Marquise Isabelle de Merteuil in „Gefährliche Liebschaften“. Das liegt keinesfalls an Kathy Bates, denn das nötige Potential hätte diese Figur durchaus gehabt, Hampton hat es nur nicht genutzt.

    Insgesamt ist es leider so, dass die Möglichkeiten, die „Chéri“ bietet, nicht in ihrer Gänze genutzt werden. Es ist eine tragische Liebesgeschichte, wühlt aber trotz aller Tragik nicht auf. Vor allem Chéris Liebeskummer wird nicht glaubhaft geschildert. Eigentlich plätschert die Geschichte nur so dahin.

    Fazit: Ein Drama mit grandioser Ausstattung. Verliert nur leider im direkten Vergleich mit „Gefährliche Liebschaften“ haushoch.
  • Michelle Pfeiffer als Edelkurtisane erlebt und erleidet eine unmögliche Liebe und Leidenschaft, die sie durch Himmel und Hölle führt.

    Ein ironischer Blick auf den Jüngling, dem sie die Liebe lehren soll, ein wissendes Lächeln um die Regeln der Verführung, ein nacktes Gesicht voller Schmerz und Entsagung. Michelle Pfeiffer spielt in Stephen Frears Tragikomödie auf der Klaviatur der Gefühle wie keine andere.

    Im Paris der Jahrhundertwende hat sie sich als Léa de Lonval vom Geschäft mit der Lust zurückgezogen, kann von dem erarbeiteten Vermögen in Luxus mit Lakaien leben und genießt die gepflegten Plaudereien mit Ex-Kolleginnen. Als eine von ihnen ihr den Sohnemann zur Liebeslehre anvertraut, nimmt sie den unbedarften Chéri als netten Flirt, aus dem sich eine über sechs Jahre andauernde heiße Liaison entwickelt. Nachdem der in Liebeskünsten Unterwiesene eine Geldheirat eingeht, wird sich Léa ihrer emotionalen Abhängigkeit bewusst. Um zu vergessen, umgarnt sie mit Charme andere Männer, aber der Stachel bleibt und sie erkennt die Endlichkeit ihrer Schönheit, den Prozess der Verwelkung.

    Stephen Frears schwelgt bei der Verfilmung von Colettes Roman (die seinerzeit selbst eine Affäre mit ihrem Stiefsohn hatte) in prachtvollen Kostümen, Farben und einer Ausstattung, bei der bis auf die Feder am Hut auf das kleinste Detail alles stimmt. Drehbuchautor Christopher Hampton lässt die alternden Kurtisanen bei Tee und Kartenspiel im Garten geschliffene und in ihrer Bösartigkeit kaum zu übertreffende Dialoge sich gegenseitig ins Gesicht sagen, die ein saures Lächeln der Revanche hervorbringen. Die Damen wissen, wo sie die andere verletzen können und schenken sich wahrlich nichts. Der Geschlechterkampf zwischen Léa und Chéri, sie mit der Macht der Erfahrung, er mit der Macht der Jugend, ist eine grandiose Gratwanderung auf Messers Scheide, die beide locker meistern.

    Frears und Hampton knüpfen an ihren Erfolg „Gefährliche Liebschaften“ aus dem Jahre 1988 mit Michelle Pfeiffer als strahlendem Stern an, die dem Vicomte de Valmont lange widerstand und sogar Glenn Close Konkurrenz machte. Gut 20 Jahre später hat sie nichts von ihrer Strahlkraft verloren, ist immer noch umwerfend schön, mit einem Schuss reifer Sinnlichkeit, der sie noch begehrenswerter macht. Und wenn sie am Ende im Spiegel einer Frau begegnet, an der das Leben Spuren hinterlassen hat, darf man innerlich mit ihr weinen. mk.

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