Cascadeur - Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer

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   1998
Cascadeur - Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Cascadeur - Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer: Fun- und Action-Picture aus deutschen Landen mit sympathischem Abenteuerplot, verwegenen Stunts und Humor.

Ex-Stuntman Vincent möchte im Schwarzwald eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Da fällt ihm vom Himmel eine junge Frau in die Arme. Die Archäologin war samt dem Schlüssel zum Bernsteinzimmer von einem korrupten MAD-Offizier gekidnappt worden, konnte aber vom Flugzeug abspringen. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach dem Bernsteinzimmer, über Land, Wasser und Luft.

In Caracas reißt die junge Kunsthistorikerin Christin einem sterbenden Alt-Nazi den Schlüssel zum Bernsteinsteinzimmer aus den Händen. Von einem habgierigen Geheimdienst-Oberst dabei beobachtet, kann sie dessen Handlangern Bull und Pierre während des Heimflugs nur mit einem mutigen Sprung aus dem Flugzeug entkommen. Sie landet in den Baumwipfeln des Schwarzwaldes, begegnet kurz darauf dem Ex-Stuntman Vincent und macht sich mit ihm auf die Suche nach dem legendären Kunstschatz – dicht gefolgt vom Oberst und seinen Mannen…

Fun- und Action-Picture aus deutschen Landen mit sympathischem Abenteuerplot, verwegenen Stunts und Humor.

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Kritikerrezensionen

  • Es gibt ihn, den deutschen Actionfilm, mit allem Hollywood-Drum-und-Dran: einem sympathisch-turbulenten Abenteuerplot, verwegenen Stunts, spektakulären Verfolgungsjagden und der nötigen Prise Humor und Selbstironie, damit sich der Spaß auf der Leinwand auch auf den anfangs vielleicht reservierten Zuschauer überträgt. Multitalent Hardy Martins hat mit seiner Energie und überschäumendem Enthusiasmus Team, Förderer und Finanziers angesteckt. Das Ergebnis ist ein höchst unterhaltsames Fun-Picture, das großen Vorbildern wie Indiana Jones viel verdankt, aber durch Witz, Tempo, Timing und eine ungewöhnlich sorgfältige Produktion auf breiter Besucherfront beeindrucken kann.

    Viel Herzblut, Schweiß und Tränen und noch mehr Mut zum Risiko scheinen von den unerschrockenen Filmemachern in den vergangenen zwei Jahren in das Zustandekommen dieses für hiesige Fördergewohnheiten sehr ungewöhnlichen Genrefilms gesteckt worden zu sein. Stuntman Hardy Martins, der bei „Cascadeur“ als Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent und Stuntkoordinator fungiert, hat erst auf eigene Kosten ein 50 000 Mark teures Gesellenstück abgeliefert, um die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Erst als ProSieben Interesse zeigte, konnten Martins und Mitproduzent Jimmy C. Gerum das Budget von ca. acht Mio. Mark realisieren. Dabei sieht der fertige Film sogar noch nach einem deutlich höheren Produktionsvolumen aus. Für beinahe alle Beteiligten hinter der Kamera war es das erste Projekt dieser Größenordnung, umso mehr beeindrucken Professionalität (Look und Bilder von Kameramann Markus Frauenholz können gar nicht genug gelobt werden!) und die handwerkliche Perfektion, die andere deutsche „Kinofilme“ schmerzlich vermissen lassen.

    Noch die meiste Erfahrung brachten die beiden „Drehbuchdoktoren“ Uwe Wilhelm und Uwe Kossmann mit, die in der „Jagd nach dem Bernsteinzimmer“ den roten Faden für die atemlose Aneinanderreihung lebensgefährlicher Verfolgungsjagden und halsbrecherischer Stuntszenen fanden, der eines deutschen Indiana Jones auch würdig ist.

    Hauptdarstellerin Regula Grauwiller, die an Martins Seite die Grenzen ihrer Risikofreude und körperlichen Fitness ausloten durfte, kommt als mutige Altertumsforscherin gefährlichen Gegnern in die Quere. In Venezuela entwindet sie den klammen Händen eines sterbenden Altnazis den Schlüssel zum sagenhaften Bernsteinzimmer. Die gefährlichen Schläger eines bis ins Mark korrupten MAD-Offiziers, – mit Gusto gespielt von Heiner Lauterbach, – entführen sie samt Beute im Flugzeug nach Europa, doch über dem Schwarzwald kann sie abspringen. Dort trifft sie auf Draufgänger und Ex-Cascadeur Vincent (Martins), der nach dem Stunttod seiner Frau Zapfenpflücker geworden ist. Die gemeinsame Suche nach dem legendären, am Ende des zweiten Weltkriegs von den Nazis aus St. Petersburg geraubten Bernsteinzimmer, das laut Storyline in der Rhön vergraben liegt, bietet den Hintergrund für immer neue Plotwendungen und halsbrecherische „Cliffhanger“ vor laufender Kamera. Die nächtliche Helikopterhatz über den Münchner Königsplatz und der spektakuläre Absturz einer russischen Antonow sind nur zwei der für deutsches Filmschaffen erstaunlichen Attraktionen. Das Zwischenmenschliche und der Humor kommen nicht zu kurz und runden einen Erstling ab, der neue Zuversicht schafft, daß es auch jenseits der deutschen Komödienwelle Zelluloidleben gibt. Wenn schließlich das Bernsteinzimmer als letzte Ruhestätte von Adolf und Eva samt Schäferhund und „Stern“-Tagebuchkladde gefunden ist, dann fühlt sich auch der letzte Zuschauer schmunzelnd an Harrison Ford und die Bundeslade erinnert.

    Um das Maß voll zu machen, wird der höchst sympathische Do-It-Yourself-Actioner von Selfmademan Martins auch noch im Eigenverleih mit Central-Films Hilfe in die Kinos gebracht. Wenn bis dahin das technische Hilfswerk von Coburg im Auftrag des Innenministeriums immer noch PR-wirksam nach dem verschollenen Zimmer gräbt, und sich in Baden-Baden genügend Kinobetreiber vom unbestrittenen Charme dieses Actionfilms überzeugen haben lassen, dann kann der „Cascadeur“ am deutschen Boxoffice für eine veritable Überraschung sorgen. Und der unermüdliche Hardy Martins empfiehlt sich als Harry Piel für die 90er Jahre, hat doch schon sein legendärer Vorgänger als Sensationsdarsteller der deutschen Stumm- und frühen Tonfilmära im Alleingang ein eigenes Genre kreiert. uh.

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