Filmhandlung und Hintergrund

Mit seinen Drehbüchern zu „Gefährliche Liebschaften“ und „Mary Reilly“ bewies der Brite Christopher Hampton seine Erfahrung im Umgang mit den bizarren Blüten der Liebe. In seinem Regiedebüt „Carrington“ thematisiert er nach einer eigenen Vorlage erneut eine Love Story, wie sie ungewöhnlicher kaum sein könnte. In sechs unterschiedlich lange und einzeln betitelte Segmente unterteilt, folgt Hampton in seiner Filmbiografie...

Der Schriftsteller Lytton Strachey macht aus seiner Homosexualität keinen Hehl, doch als er die Malerin Carrington kennenlernt, ändert sich sein Leben. 17 Jahre leben die beiden zusammen. Die gnadenlose Offenheit ihrer Beziehung erlaubt den Einzug anderer Liebhaber in deren Leben, verdammt die beiden aber auch zu hoffnungsloser Einsamkeit.

Während des Ersten Weltkriegs begegnet der homosexuelle englische Schriftsteller Lytton Strachey der androgynen Malerin Dora Carrington. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, allerdings eine Liebe ohne Begehren. Die beiden beschließen, ein Leben außerhalb der prüden Normen des viktorianischen Zeitalters zu führen. Strachey verliebt sich in einen jungen Mann, den Carrington nach kurzer Zeit heiratet, um den gesellschaftlichen Schein zu wahren. Dann gibt sie jedoch dem Drängen eines heimlichen Verehrers nach.

Delikates Beziehungsdrama um den zynischen homosexuellen Schriftsteller Lytton Strachey und die selbstbewußte Malerin Carrington. „Carrington“ ist das durchaus gelungene Regiedebüt des Autors Christopher Hampton, der schon die Drehbücher zu „Gefährliche Liebschaften“ und „Mary Reilly“ verfaßte.

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    Kritikerrezensionen

    • Mit seinen Drehbüchern zu „Gefährliche Liebschaften“ und „Mary Reilly“ bewies der Brite Christopher Hampton seine Erfahrung im Umgang mit den bizarren Blüten der Liebe. In seinem Regiedebüt „Carrington“ thematisiert er nach einer eigenen Vorlage erneut eine Love Story, wie sie ungewöhnlicher kaum sein könnte. In sechs unterschiedlich lange und einzeln betitelte Segmente unterteilt, folgt Hampton in seiner Filmbiografie der Beziehung des Künstlerpaars Dora Carrington und Lytton Strachey von ihrem Beginn im Jahr 1915 bis zum tragischen Ende 17 Jahre später. Die kontroverse Natur ihres Zusammenlebens ist offensichtlich, denn weder leugnet Strachey seine Homosexualität, noch macht die burschikose Dora, die nur bei ihrem Nachnamen genannt werden will, aus ihrem anfänglichen sexuellen Desinteresse ein Geheimnis. Gleichzeitig erlaubt die gnadenlose Offenheit ihrer Beziehung anderen Liebhabern den Einzug in ihrer beider Leben. Schließlich ist es die Freiheit, die Carrington von ihren Männern einfordert, die sie einsam macht und letztlich scheitern läßt. Als Strachey nach kurzer Krankheit stirbt, nimmt sich auch Carrington das Leben. Nicht immer will es Hampton gelingen, seinem Film den nötigen Fluß zu verleihen: Häufig verliert er sich in endlosen Dialogen, denen er visuell kaum etwas hinzuzufügen hat. Michael Nymans aufdringliche musikalische Untermalung verstärkt den szenenhaften Stückcharakter dieser hochinteressanten Geschichte, in der man weder die Reaktion der Außenwelt auf die gegen alle Konventionen verstoßende Lebensweise der kleinen Kommune zu sehen bekommt, noch die beiden begabten Protagonisten beim Schöpfungsakt ihrer Kunst erlebt. Zu Leben erweckt wird „Carrington“ von seinen Schauspielern: Vor allem Jonathan Pryce, als Strachey mit Toulouse-Lautrec-Bart beinahe unerkennbar, reißt den Film mit einer flamboyanten Performance als zynisch-intellektueller Spötter an sich. Neben ihm hat nicht einmal die gewohnt zuverlässige Emma Thompson den Hauch einer Chance. „Carrington“ ist Pryces Triumph. Obwohl Hampton Erstlingswerk im Wettbewerb von Cannes zunächst verhalten aufgenommen worden war, konnte es mit zwei Auszeichnungen (Preis der Jury, bester Darsteller) als großer Sieger den Heimweg antreten. Noch vor Ort sicherte sich Scotia die deutschen Verleihrechte, ein Starttermin steht jedoch noch nicht fest. ts.

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