Filmhandlung und Hintergrund

Herausragendes Porträt des legendären Truman Capote, der den Mordfall untersucht, der ihn zum Verfassen von "Kaltblütig", dem ersten True-Crime-Roman der Geschichte, bringt.

Im Jahr 1959 reist der ebenso talentierte wie extravagante Reporter Truman Capote (Philip Seymour Hoffman) nach Kansas, um für die New York Times über einen aufsehenerregenden Mordfall zu berichten. Dort, inmitten von Amerikas endlosem Farmland, haben zwei Streuner soeben eine komplette Familie ermordet, nachdem sie in deren Haus erfolglos nach Beute gestöbert hatten. Capote knüpft enge Kontakte zu einem der Verhafteten und weckt das Misstrauen von Sheriff Dewey (Chris Cooper).

Fesselndes, stark gespieltes Justiz- und Mediendrama, basierend auf einer wahren Begebenheit im Leben des schillernden Starautoren bzw. seinen damals in dem literarischen Meilenstein „Kaltblütig“ chronologisierten Eindrücken.

1953 wird Truman Capote vom „The New Yorker“ damit beauftragt, einen umfassenden Artikel über einen Mordfall in einer amerikanischen Kleinstadt zu verfassen. Begleitet von der Schriftstellerin Harper Lee, wird der exzentrische, offen zu seiner Homosexualität stehende Capote nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Als die beiden Mörder geschnappt werden, vertieft sich Capotes Interesse an dem Fall. Während der Stadtsheriff auf eine schnelle Verurteilung und Hinrichtung drängt, will Capote in einer Reihe von Interviews herausfinden, wer die Mörder sind und was sie zur Bluttat getrieben hat.

USA 1959. Truman Capote befindet sich dank seines Romans „Frühstück bei Tiffany“ auf der Höhe seines Ruhms. Da liest er eine Notiz in der New York Times: Eine Farmerfamilie ist im ruralen Kansas ermordet worden. Die Geschichte fasziniert den Schriftsteller augenblicklich, er beschließt, das Material zur ersten Non-fiction novel zu machen, die Gattung des Tatsachen-Romans zu begründen. Mit seiner Jugendfreundin Nelle Harper Lee, Autorin des Bestsellers „Wen die Nachtigall stört“, macht er sich auf ins konservative amerikanische Herzland.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Kansas im Winter – Ein grauenhafter Familienmord ohne jeden Sinn. Truman Capote sucht spannende Geschichten aus dem wahren Leben. Und in der Tat feierte der wahre Truman Capote mit seinem Buch "In Cold Blood" einen großen Erfolg. Der Film versucht sich sensibel an die Figur des Truman Capote heranzutasten und ihn in der Entstehungszeit des Buches in den 60er Jahren zu begleiten.

      Philip Seymour Hoffman bekommt die Aufgabe, den kauzigen Capote lebensecht darzustellen. Die Authentizität können wohl nur Capotes Zeitgenossen beurteilen, jedenfalls gelingt es Hoffman auf beeindruckende Weise einen außergewöhnlichen Charaktertypen zu portraitieren. Hinter der frivolen und etwas ulkig-rätselhaften Fassade Capotes scheint sich ein sehr feinfühlendes Wesen zu befinden, das von den eigenen Nachforschungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Einerseits ist er der Star unter den intellektuellen Promis auf Parties, andererseits liegt er aber letztlich wie gelähmt auf dem Bett und versteckt sich vor den Dingen, gegen die er sich nicht wehren kann.

      Überhaupt stehen im Mittelpunkt von "Capote" Stimmungen. Das Aufkommen von Heiterkeit hat meist nur den Zweck, nachdenkliche Momente noch bedrückender erscheinen zu lassen. Kombiniert mit der farblosen Winterlandschaft deren matte Sonnenstrahlen nur einen Hauch von Hoffnung ankündigen schafft der Film eine melancholische Atmosphäre.

      So wie Capote mit "In Cold Blood" einen Non-Fiction-Roman schreiben will, versucht das Produktionsteam von "Capote" ein möglichst reales – aber dennoch poetisches – Bild von Capotes Leben zu Zeichnen. Durch die enge Bindung an die Vorlage wirkt der Film oftmals beklemmend unfrei. Er ist stark, aber dennoch zurückhaltend. Optimistisch, aber dennoch irgendwo depressiv. Einige Momente wirken generisch und austauschbar – frustrierend. Am frustrierendsten dabei ist die hohe filmische Perfektion mit der "Capote" umgesetzt ist. Nahezu jedes Bild eignet sich als Standbild. Durch diesen poetisch-perfekten Look verliert die Geschichte ironischer Weise etwas an Glaubwürdigkeit und nähert sich sehr der klassichen Hollywoodästhetik, auch wenn sich der Film niemals einen geschmacklichen Fauxpas erlaubt und niemals im Stile großer Biopics zu dick aufträgt.

      Allerdings vermag es "Capote" meist die Echtheit der Story zu suggerieren. Es gibt weder Gewinner noch Verlierer und letztlich bleiben alle Figuren des Films mysteriös und ambivalent – egal wie viel über sie erzählt wird. Es ist eben nur ein Fenster, ein Ausschnitt aus dem Leben, den wir für zwei Stunden betrachten können. Und "Capote" lehrt, dass jeder Lebensabschnitt wichtige Änderungen mit sich bringt – der Truman Capote dem wir am Anfang begegnen ist am Ende nicht mehr derselbe.

      Fazit: Ambivalentes und stilvolles Drama um den Schriftsteller Truman Capote mit außergewöhnlichem Hauptdarsteller.
    2. Capote: Herausragendes Porträt des legendären Truman Capote, der den Mordfall untersucht, der ihn zum Verfassen von "Kaltblütig", dem ersten True-Crime-Roman der Geschichte, bringt.

      Mit einer epochalen und mit einem Golden Globe gewürdigten Leistung erweckt Philip Seymour Hoffman den legendären Literaten Truman Capote zu filmischem Leben - in einem Biopic, das sich durch Präzision, Intelligenz und Spannung als einer der besten Filme des Jahres empfiehlt.

      „Capote“ begibt sich nie auf das Glatteis, auf dem typische Biopics zumeist ins Schlingern geraten. Bennett Millers beachtliches Regiedebüt ist zu keinem Moment daran interessiert, Eckpunkte der Biographie seines Sujets abzuhaken und durch die Jahrzehnte zu hecheln, nur um dann festzustellen, dass einem die Person, um die es geht, immer noch genauso fremd ist wie zuvor. Ausgehend von einem brillant pointierten Drehbuch von Dan Futterman, engt der Regisseur den Fokus vielmehr ein, so sehr tatsächlich, dass die Psyche des legendären Truman Capote hier wie im Brennglas unter die Lupe genommen und seziert wird: Verhandelt werden die wenigen Jahre, von 1959 bis 1966, in denen der gefeierte Autor von „Frühstück bei Tiffany“ und Mittelpunkt jeder High-Society-Party, der in den USA bekannt war wie ein bunter Hund, an „Kaltblütig“ arbeitete, jenes epochale Werk der Literatur, der das Genre des Tatsachenromans begründete. In der New York Times liest Capote von einem Mord an einer ganzen Familie in einer Kleinstadt in Kansas. Mit seiner besten Freudnin Nelle Harper Lee macht sich der kleine, untersetzte Mann mit den femininen Gesten und der unverkennbar säuselnd-lispelnden Kinderstimme auf den Weg vor Ort, um für den New Yorker darüber zu berichten. Die Ankunft Capotes im amerikanischen Hinterland ist wie die Landung eines Außerirdischen, und Miller nutzt diese Szenen des Aufeinanderpralls gänzlich konträrer Welten und Weltanschauungen einerseits für humorvolle Auflockerung, andererseits aber auch als Einführung in die Arbeitsweise Capotes, der seine offenkundige Andersartigkeit nutzt, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Das zahlt sich aus im Herzstück des Films: Wenn sich der Artikel zusehends zur Obsession, zur Sysiphus-Arbeit auswächst, weil Capote zu einem der beiden mittlerweile gefassten Killer eine enge Freundschaft schließt und ihm sogar einen Anwalt beschafft, um endlich die dringend benötigte Information über den Mord aus erster Hand zu bekommen, dann ist man als Zuschauer hin- und hergerissen: Sind Capotes Absichten integer - oder spielt er mit den zum Tode Verurteilten nur ein Spiel, weil er sonst den Roman nicht beenden kann? Um nicht weniger und nicht mehr als den Preis, den man für Ruhm und kreative Befriedigung zahlen muss, geht es hier, in dieser eindringlichen und zunehmend elektrisierenden Studie der Einsamkeit eines Genies, das vor den Augen des Zuschauers an sich selbst zerbricht. Streng sind die Bilderkompositionen, die Miller und seinem Kamermann Adam Kimmel gelingen und den Seelenzustand der Protagonisten widerspiegeln. Vor allem bereiten sie aber Philip Seymour Hoffman die Bühne für eine der monumentalsten One-Man-Shows, die es seit langem im Kino zu sehen gab: Wie dieser unverkennbare Charakterschädel förmlich in seiner Figur zu verschwinden scheint, bis nur noch Truman Capote übrig ist, das ist jeden Award dieser Welt wert. ts.

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