Candy

  1. Ø 3
   2005
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Candy Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Candy: Knallhartes Drogendrama aus Australien über ein Künstlerehepaar, das den gemeinsamen Untergang zelebriert.

Malerin Candy (Abbie Cornish) und der arme Poet Dan (Heath Ledger) lieben einander, die Kunst und den Stoff – leider nicht in dieser Reihenfolge. Bald bestimmt die Abhängigkeit vom Heroin den Alltag und die Beziehung: Dan hängt nur noch rum, während Candy die Treppe nach unten von der ambitionierten Künstlerin über den Straßenstrich bis zur Klapsmühle im Dauerlauf nimmt. Ihre Schwangerschaft könnte den Teufelskreis durchbrechen, doch zwischen Wollen und Können liegt in ihrem Fall ein weiter Weg.

Bedrückende Impressionen aus der Welt synthetischer Gefühle, realistisch vom Australier Neil Armfield unter Beteiligung namhafter Darsteller inszeniert.

Für die begabte Malerin Candy und den Poeten Dan ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch schnell ziehen Wolken auf, als Heroin ins Spiel kommt. Candy prostituiert sich, um das nötige Geld zu beschaffen. Dan sieht tatenlos zu. Obwohl der Absturz vorprogrammiert ist, heiraten die beiden. Die Sucht schmiedet das Paar noch mehr zusammen, bis Candy den Tanz auf dem Vulkan nicht länger erträgt: Sie wagt den Entzug.

Am Anfang hängt für Dan und Candy der Himmel voller Geigen. Sie haben nur Augen füreinander. Bis Candy, von Dan neugierig gemacht, an der Nadel hängt. Jetzt wird nur noch von Schuss zu Schuss gelebt. Ihr gemeinsamer Freund und Mentor Casper, Chemieprofessor und selbst süchtig, wird zum wichtigsten Kontakt. Aus nie eingestandenem Verlangen nach Dan versorgt er das Duo stets wieder mit Geld und Stoff. Den Eltern gaukelt man so gut es geht eine funktionierende Beziehung vor – und pumpt sich beim Abendessen Geld für Heroin.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Candy und Dan sind ein junges Liebespaar, sie verkörpern die große Liebe zwischen zwei jungen Menschen, die noch nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen. Was sie verbindet, das ist ihre poetische Ader - sie malt, er dichtet - und das ist ihre Neugierde auf Drogenerfahrungen. Der Zuschauer durchlebt mit beiden die zerstörerische Kraft sowohl der Drogen als auch der Liebe.

    Beinahe dokumentarisch kommt dieser australische Spielfilm daher, was vor allem der großen darstellerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller geschuldet ist, aber auch der sicheren Führung der Nebenrollen, die der Ambivalenz der Gefühle und der Vielschichtigkeit der Probleme der Hauptdarsteller eine sehr hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Tiefe geben. Die schnörkellose Kamera, das realistische Setting, die stellenweise beinahe dokumentarische Milieustudie und das sichere Gefühl für Timing ziehen den Zuschauer in den Bann dieser sehr persönlichen Geschichte, die trotzdem Raum für die Universalität einzelner Aspekte der Geschichte lässt und dafür eine überzeugende visuelle Bildsprache findet.

    Der Film ist nicht immer leicht zu ertragen. Es wird dem Zuschauer immer wieder zugemutet, am Leid der beiden Hauptdarsteller beinahe körperlich teilzuhaben, und dennoch gelingt es, keine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit zu verbreiten oder andererseits in ein Hollywood-gerechtes Happy End abzugleiten.

    Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen Depression, Ausweglosigkeit und einem letzten Schimmer Hoffnung auf Veränderung, dem man vom Anfang bis zum Ende gespannt verfolgt, sich von allen Tiefschlägen runterziehen und den Hoffnungen auf ein neues, besseres Leben mitreißen lässt.

    "Candy" ist engagiertes, aufwühlendes, mitreißendes Kino auf höchstem Niveau. Es ist ein Film, der es schafft, den Zuschauer derart in den Bann zu ziehen, wie es seit "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" wohl keinem Film zu dieser Thematik mehr gelungen ist.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Ein Jahrmarkt. Ein Karussell. Inmitten von Kindern halten sich die beiden Erwachsenen Candy und Dan verliebt an den Händen, während die Welt sich um sie dreht. Dieses erste Filmbild wird zu einem Sinnbild ihrer Situation. Zwei Erwachsene, die Kinder geblieben sind, weil sie sich vehement dagegen wehren, Verantwortung zu übernehmen. Weder für sich selbst noch für andere.

    Die selige Welt des Drogenrausches scheint ihnen ihre Träume näher zu bringen. Zu spät bemerken sie, dass das Heroin, das sie so glücklich macht, genau das Gegenteil bewirkt. Ihre Träume zerfallen zu Staub, ehe sie sich dessen gewahr werden. Noch klammern sie sich an absurde Hoffnungen, noch wehren sie sich gegen die ängstlich-sorgenvolle Bevormundung der Eltern.

    Aber es wäre kein Film über Drogen, wenn er nicht die volle Wucht der Abhängigkeit vor Augen führen würde. Und das tut er auf eine eher subtile Weise, indem er die so offensichtlichen Auswirkungen eines solchen Lebens zu einem großen Teil auslässt. Zu welchen Handlungen ihre Abhängigkeit sie führt, wird nicht konsequent gezeigt, man kann nur erahnen, in welche Tiefen die Figuren im Verlauf ihres gemeinsamen Lebens vorstoßen.

    Der Film ist aufgeteilt in drei Teile, welche die Überschriften „Himmel“, „Erde“ und „Hölle“ tragen. Die Liebesgeschichte selbst wird erzählt wie ein tragisches Märchen: „Es waren einmal zwei Liebende mit Namen Candy und Dan.“ Zwei zarte Opfer-Figuren im Kampf gegen eine unbezwingbare, böse Macht, die sie in ihrer Gewalt hat, ohne dass sie Schuld daran träfe.

    Doch der ganze Film ist eine Täuschung. Es handelt sich keinesfalls um eine nüchtern-traurige Liebesgeschichte. Sondern um die Geschichte zweier Erwachsener, die versuchen, so lange es geht, der Realität zu entkommen, in einem romantischen Zauberland zu leben, das nur jenseits der Träume existiert und an das sie noch nicht einmal selbst glauben. Ob sie aus Trotz oder aus Naivität handeln, das bleibt offen.

    Viel hat „Candy“ eigentlich nicht zu erzählen. Die heilige Hölle einer Drogensucht und ein daraus resultierendes Beziehungsdrama. Die verkitschte Liebe existiert nur in der Vorstellungswelt der Figuren, nicht in der des Zuschauers. Der schwankt höchstens zwischen Hoffen und Bangen, ob sie der Sucht entkommen können oder nicht. Zu mehr Emotionen ist man kaum in der Lage.

    Fazit: Zwei kindlich-romantische Liebende im Kampf gegen das Heroin. Einfallsloses Drama über die Hölle der Drogensucht.
  • Der Rausch von Leidenschaft und Drogen hält ein Paar umklammert, bis die Sucht die Liebe aushöhlt. Australischer Arthouse-Hit als darstellerischer Showroom für Heath Ledger und Abbie Cornish.

    Dan (Ledger) lebt den romantisierten Traum vom armen Poeten, Candy (Cornish) versucht sich als Malerin zu verwirklichen. Doch der zentrale Lebensimpuls der beiden ist ihre Liebe. Das Spiel mit der Schwerkraft auf einem Jahrmarkt spiegelt schon in den ersten Bildern ihre Beziehung: den Status quo, die kurzzeitige Schwerelosigkeit, aber auch den kommenden Perspektiven- und Orientierungsverlust. Die genormte Vorstellung von bürgerlichem Glück erfüllt sich bei diesem jungen Paar nicht. Gemeinsam lassen sie sich treiben, fixiert auf Heroin, Sex, aufeinander. Theaterregisseur Neil Armfields dritter Kinofilm, eine Romanadaption, konzentriert sich auf diese kleine Welt, in der Moral keinen Platz hat. Das Paar stiehlt, manipuliert, betrügt, um den nächsten Schuss finanzieren zu können. Sucht ist rücksichtslos – Armfields Drama zeigt das, aber bewertet nichts. Ausgebeutet wird der eigene Körper, aber auch die Gefühle der anderen. Eine Schlüsselfigur ist dabei Geoffrey Rushs drogensüchtiger Professor, der unausgesprochen mehr als Freundschaft für Dan empfindet. Der das Paar in einer Mischung aus Neugier und Amüsement beobachtet, es mit Drogen versorgt, aber beim Entzug seine Hilfe verweigert. Obwohl Candy schließlich sogar ihren Körper verkaufen muss, ein weiterer Schritt in die Selbstzerstörung, bewahrt der Film einen Ton, der die Naivität des Paars reflektiert. Heirat und Schwangerschaft Candys sind unmittelbarer Ausdruck dieser Naivität und das ausschlaggebende Signal, endlich den Entzug zu wagen. Schonungslos realistische Bilder zeichnen das Drama in dieser Phase aus, nachdem es in der ersten Hälfte durchaus auch Humor bewies. Im Grunde begleitet „Candy“ einen kontinuierlichen Absturz, dessen Motive in einer Ablehnung der normierten Welt, fordernden Eltern und labilen Psychen angedeutet werden. Dominante Treibkraft bleibt aber die Sehnsucht nach dem Rausch, der sich nicht für Konsequenzen interessiert. „Das war schön“, Candys Statement nach einer fast tödlichen Überdosis, ist dafür der perfekte, schockierende Ausdruck. „Candy“ fehlt der originelle Ansatz eines cineastischen Ausbrechers wie etwa „Trainspotting“. Aber als Porträt einer Abhängigkeit – von den Drogen und voneinander – überzeugt Armfields Film. Vor allem auch dank der Darstellungen von Ledger und Cornish, in denen sich Nuancierung und Furchtlosigkeit sehr gut ergänzen. kob.

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