Camille - Verliebt nochmal

  1. Ø 5
   2012

Camille - Verliebt nochmal: Tiefgründige Komödie über die Zeitreise einer 40Jährigen, die als 16Jährige in ihre Jugend zurückkatapultiert wird.

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Filmhandlung und Hintergrund

Camille - Verliebt nochmal: Tiefgründige Komödie über die Zeitreise einer 40Jährigen, die als 16Jährige in ihre Jugend zurückkatapultiert wird.

Als Schauspielerin läuft es nicht gut für Camille, als dann noch ihr Mann Eric nach 25 Jahren die Koffer packt, verliert die Frau in den Vierzigern den Boden unter den Füßen. Eine Silvesterparty mit alten Freundinnen soll sie ablenken. Nach dem rauschenden Fest findet sie sich im Jahr 1985 wieder, kurz vor ihrem 16. Geburtstag. Sie wohnt bei ihren Eltern, nervt die Lehrer, macht erste sexuelle Erfahrungen und versucht, dem jungen Eric aus dem Weg zu gehen, um nicht erneut in die Liebesfalle zu tappen. Doch die Ereignisse wiederholen sich.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Humor und Melancholie verbinden sich in dem Zeitreise-Film "Camille – Verliebt nochmal" auf charmante Weise. Regisseurin Noémie Lvovsky ("Vergiss mich", "Les Sentiments") spielt auch die Titelrolle einer vom Leben enttäuschten Frau, die plötzlich im Jahr 1985 aufwacht. Der Besuch in der Vergangenheit gerät zur wehmütigen Auseinandersetzung mit der Frage, ob wir wirklich Vieles anders machen würden, wenn wir noch einmal zurückkehren könnten. Komik und Spannung bezieht die Geschichte aus dem reizvollen Kontrast zwischen der auch äußerlich erwachsenen Camille und der Teenie-Rolle, die sie in Elternhaus und Schule einnehmen muss.

    Dass die Geschichte die humorvollen Töne bevorzugt, wird schon in der Anfangsszene deutlich: Camille liegt bei Dreharbeiten für einen Film im Bett und lässt sich die Kehle durchschneiden - das Röcheln und Absondern von Kunstblut ist ihr einziger Beitrag. Danach fährt sie enttäuscht und erschöpft nach Hause und greift zur Flasche. Camille hat trotz ihrer Probleme etwas Tapsiges, eine lustige Direktheit. Sobald sie ihren Eltern wiederbegegnet, für die sie das 16-jährige Mädchen ist, bekommt die Komik neue Nahrung. Denn Camille ist dauerhaft verzückt, nimmt die Stimmen ihrer Eltern auf Cassette auf und verlangt, dass ihre Eltern ihr versprechen, niemals zu sterben. Die wunderbare Schauspielerin Yolande Moreau schenkt der Mutter zarte und liebevolle Züge und eine irritierte Unsicherheit angesichts der seltsamen Worte ihrer Tochter.

    Eine Zeitreise eröffnet ja zumindest theoretisch die Chance, in den Lauf des Schicksals einzugreifen. Camille will unbedingt zwei Dinge herausfinden: Kann sie die Mutter diesmal vor dem nahenden Tod bewahren und wird sie Mitschüler Eric die Chance verbauen, sie viele Jahre später zu verlassen? Eric wird auch als 16-Jähriger von dem erwachsenen Darsteller Samir Guesmi gespielt, so dass er neben Camille aus der Gruppe der jungen Mitschüler heraussticht. Er stellt den Jugendlichen sehr witzig als linkischen Draufgänger dar, der mit seinen eigenen Gefühlen kämpft. Camille selbst ist auf interessante Weise gespalten: Zum einen genießt sie ihr vertrautes Umfeld, zum anderen gibt ihre größere Reife den Freunden und Freundinnen immer wieder Rätsel auf.

    Der Komik und der geheimnisvollen Spannung, mit der die Handlung auf einen unvorhersehbaren Ausgang zusteuert, dienen auch urige Nebenfiguren wie ein weiser Uhrmacher. Der Sinn der ganzen Zeitreise bleibt jedoch lange ziemlich unklar. Auch die Erkenntnisse, die Camille dabei gewinnt, sind durchwachsen: Sie bestehen mehr in aufwühlenden Eindrücken, die neu geordnet werden müssen, als im Lösen existenzieller Fesseln. Das hat etwas Versöhnliches, wirkt aber auch ein bisschen unschlüssig.

    Fazit: Die humorvolle und melancholisch angehauchte Zeitreise in die vergangene Jugend, die "Camille – Verliebt nochmal" unternimmt, besitzt reizvollen Charme, wirkt aber etwas unschlüssig.
  • Tiefgründige Komödie über die Zeitreise einer 40Jährigen, die als 16Jährige in ihre Jugend zurückkatapultiert wird.

    Noémie Lvovskys fünfter Film, ihr erster nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera, ist eine Hommage an Francis Ford Coppola und seinen Film „Peggy Sue hat geheiratet“ aus dem Jahre 1986. Der Altmeister geht zurück in die 1960er Jahre, die Französin in die 1980er Jahre. In der amerikanischen Version fällt eine Frau bei einem Klassentreffen in Ohnmacht und wacht in ihrer Jugend wieder auf, bei Lvovsky reibt sich Camille nach einer Silvesterparty im Krankenhaus die Augen und findet sich im Jahr 1985 wieder, kurz vor ihrem 16. Geburtstag, aber im gleichen Körper. Sonst ähneln sich die Geschichten. Beide wurden früh schwanger, heirateten und irgendwann packte der Mann wegen einer anderen die Koffer.

    Camille hat es wahrlich nicht leicht, als Schauspielerin kriegt sie gerade mal die kleinsten Rollen und als Eric sie nach 25 Jahren verlässt, verliert die Frau in den Vierzigern den Boden unter den Füßen. Das rauschende Fest zur Jahreswende mit alten Freundinnen soll sie ablenken, Adieu Vergangenheit! Der begegnet sie aber schnell wieder in ihrem alten Leben. Alles auf Anfang? Mit dem Wissen von Heute versucht sie das Gestern in andere Bahnen zu lenken. Aber kann man wirklich durch die Rückkehr in die Jugend die Zukunft ändern? Diese oft in Sci-Fi-Movies gestellte Frage, reduziert sich hier auf den Mikrokosmos eines Individuums, das sich eine andere Biografie wünscht. Sie wohnt wieder bei ihren Eltern, nervt die Lehrer, plaudert mit den Schulkameradinnen über erste Sexerfahrungen und versucht, den jungen Eric möglichst zu umgehen, um nicht wieder in die Liebesfalle zu tappen. Doch die Ereignisse wiederholen sich, Schwangerschaft, Tod der Mutter, Begegnung mit dem Physiklehrer, dem sie verspricht, im späteren Leben wieder vorbeizukommen.

    Es geht weniger darum, ob Camille, urkomisch gespielt von Lvovsky, wirklich ihr Schicksal wenden kann oder nur geläutert in die Gegenwart zurückkehrt, sondern um auf den ersten Blick vielleicht kleine Gesten, kleine Erkenntnisse. Die tiefgründige und auch wieder leichtfüßige Komödie entpuppt sich als Puzzle über das Erwachsenwerden, das Gefühlschaos, das Suchen nach Identität, alles aus Sicht einer reifen Frau, realistisch für die damalige Zeit und ohne Schönfärberei. Die Regisseurin Lvovsky hat mit dieser etwas anderen „éducation sentimentale“ viel gewagt – und gewonnen. mk.

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