Cable Guy - Die Nervensäge

   Kinostart: 10.10.1996
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Filmhandlung und Hintergrund

Schwarzhumoriger Buddyfilm, in dem ein aufdringlicher Kabeltechniker einen gutmütigen Architekten nervt.

Steven Kovacs bietet seinem Kabeltechniker Chip Douglas 50 Dollar für die illegale Erweiterung seiner Programmvielfalt. Damit bezieht Steven nicht nur Extra-TV-Kanäle, sondern auch einen nicht abzuschüttelnden neuen Kumpel. Als er sich schließlich von Chip zu distanzieren versucht, begeht er einen großen Fehler: Denn für den enttäuschten Egozentriker heißt die Devise von nun an: „Schluß mit lustig!“…

Steven Kovacs möchte Zugang zu allen Kabel-TV-Programmen haben. Der angeforderte Chip Douglas erweist sich anfangs als freundlicher Zeitgenosse: Kostenlos installiert er den Anschluß und gibt Steven auch noch Ratschläge in Sachen Liebe. Doch als sich die Sympathiekundgebungen im Laufe der Tage häufen und dabei zunehmend pathologische Züge annehmen, wird Steven wütend. Brüsk wirft er Chip nach einer Party aus seiner Wohnung. Dadurch schafft er sich allerdings einen unversöhnlichen Feind.

Steven Kovacs wollte seinen Kabeltechniker eigentlich nur für einen einzigen Kurzauftrag engagieren, doch bekommt er den psychotischen, empfangsgestörten TV-Installateur nicht mehr los. Schwarzhumorige Buddy-Komödie mit 20 Mio.-Dollar-Clown Jim Carrey.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Cable Guy - Die Nervensäge: Schwarzhumoriger Buddyfilm, in dem ein aufdringlicher Kabeltechniker einen gutmütigen Architekten nervt.

    Ton ab, Bild frei, hier kommt Jim Carrey als psychotischer, emotional empfangsgestörter Kabel-TV-Installateur. Der ansonsten auf astreine Albernheit abonnierte 20-Mio.-Dollar-Mann zeigt sich in der schwarzhumorigen Buddy-Komödie erstmals von einer dunkleren, bösartigeren Seite. 19,8 Mio. Dollar Einspiel am US-Startwochenende geben eine recht deutliche Antwort auf die vielgestellte Frage, ob das Publikum dem Stimmungs- und Tempowechsel des physisch wie verbal virtuosen Verrenkungsmeisters wohlgesonnen sein oder seiner Erfolgssträhne von fünf Blockbustern in Folge ein Ende bereiten wird.

    Unter der Regie von Ben Stiller, der sich bedingt mit der Generation-X-Komödie „Voll das Leben“ empfehlen konnte und zuletzt in einer Hauptrolle in „Flirting With Disaster“ selbst komisches Talent offenbarte, veranstaltet Carrey in gewohnt hyperhumoriger Manier Chaos - und in diesem Fall auch eine wohldosierte Portion Schrekken. Seine Figur Chip Douglas, ein kläglich vereinsamter Kabeltechniker, der mit dem Fernsehen aufgewachsen ist und sämtliche Inspirationen von der TV-Kultur der fünfziger und sechziger Jahre bezieht, mag zwar unter eindeutigen psychischen Frequenzstörungen leiden, doch die entfaltende Gewalttätigkeit mutet vorwiegend überzogen cartoonartig und somit Carrey’isch-komisch an. Problem ist nur, daß das etwas dröge Drehbuch von Lou Holtz Jr. viele interessante Andeutungen versanden läßt und entschieden zuviel Energie auf Chips Kumpel-wider-Willen Steven (in Gestalt des faden Matthew Broderick) konzentriert, anstatt Carrey Raum für seine sinistren Späßchen zu machen. Schade, denn die Erscheinungen aktueller Pop/TV-Kultur, wie beispielsweise die amerikanische Faszination mit Karaoke und mittelalterlichen Themen-Restaurants (Janeane Garofalo tritt als unwirsche Bedienungsmaid auf), werden absolut geschmackssicher im satirischen Fleischwolf verwurstet. Der von seiner Freundin (Leslie Mann) getrennte Architekt Steven Kovacs (Broderick) bringt eine gefährliche Lachlawine ins Rollen, als er seinem Kabeltechniker Chip Douglas (Carrey) 50 Dollar für die illegale Erweiterung seiner Programmvielfalt bietet. Der schrullige „Cable Guy“, der lispelt, was die vorgestülpte Lippe erlaubt, verabreicht ihm nicht nur die Extra-TV-Kanäle, sondern zugleich patente Ratschläge im Romantikbereich und ein Angebot für eine omnipotente Satellitenschüssel. Der nach Freundschaft lechzende Chip stürzt sich mit dem Elan einer ausgehungerten Zecke auf seinen neuen Kumpel, indem er dessen Basketballspiel mit Freunden im wahrsten Sinne des Wortes crasht, ihm sündteuere Technikanlagen in die Bude stellt und dem nichtsahnenden Naivling sogar eine Prostituierte spendiert. Als Steven davon Wind bekommt, beschließt er Chip vor die Tür zu setzen. Ein großer Fehler, denn für den enttäuschten Egozentriker heißt die Devise von nun an „Schluß mit lustig!“…

    Diese „Verhängnisvolle Affäre“ unter Männern (latente homoerotische und zugleich homophobe Untertöne sind durchaus präsent) nimmt nun eine ähnliche Wende wie jüngst „Mr. Wrong“, wobei der Verschmähte kein Mittel - Jobsabotage, Verhaftung, Vertrauenserschleichung bei der Freundin und Verwandten, etc. - des Heimterrorismus ausläßt, doch dank Carreys patentierter Schalkhaftigkeit ist der Unterhaltungswert von „Die Nervensäge“ doch beträchtlich höher. ara.

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