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Bombay Diaries

Kinostart: 29.09.2011

Dhobi Ghat: Rührend erzähltes Episodendrama über vier Menschen auf der Suche nach ihrem Lebensglück inmitten der pulsierenden Metropole Bombay.

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Filmhandlung und Hintergrund

Rührend erzähltes Episodendrama über vier Menschen auf der Suche nach ihrem Lebensglück inmitten der pulsierenden Metropole Bombay.

Die junge amerikanische Fotografin Shai ist nach Bombay gekommen, um die Heimat ihrer Eltern mit Bildern zu erkunden. Dort trifft sie auf den erfolgreichen Künstler Arun, mit dem sie eine Liebesnacht verbringt. Nachdem die Wege der beiden sich wieder trennen, versinkt Arun ganz in den persönlichen Videotagebüchern seiner Vormieterin Yasmin. Shai hingegen begegnet dem jungen Wäscher Munno, der von einer Bollywood-Karriere träumt, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, da er der Unterschicht angehört. Munno hilft Shai bei ihrem Fotoprojekt und verliebt sich hoffnungslos in sie.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. In Indien zählt Aamir Khan zu den absoluten Superstars. Sein oscarnominierter Hit „Laagan – Es war einmal in Indien“ sorgte 2001 maßgeblich für die internationale Popularität des Hindi-Kinos. Dank dieses etwas weniger auf bonbonbunten Chic ausgerichteten Historienfilms setzte sich auch in Deutschland mit Verzögerung die indische Musicalwelle in Gang. Obwohl Khan weiterhin in eskapistischer Unterhaltung wie demnächst „Dhoom 3“ vor der Kamera steht, gilt sein Interesse länger schon einem an der Gegenwart angelehnten politischen Kino. Als Produzent und später als Regisseur hält der perfektionistische Star alle Zügel in der Hand. So wirkte er in dem Jugenddrama „Rang de Basanti – Die Farbe der Rebellion“ mit und produzierte mit seiner Frau Kiran Rao die satirische Bauernselbstmord-Tragikomödie „Live aus Peepli“. In beiden Filmen wurden traditionelle Songs nur zur Illustration der Geschichte im Hintergrund eingesetzt.

      Trotz einer angedeuteten Dreiecksgeschichte löst sich Kiran Rao, einst Regieassistentin bei „Lagaan“, in ihrem selbst verfassten Regiedebüt „Dhobi Ghat“, so der Originaltitel, weitaus stärker von den Erwartungshaltungen des Unterhaltungskinos. Nur an einer Stelle im Mittelteil wird ein Song eingesetzt, um die Schicksale der drei Protagonisten miteinander zu verknüpfen. Eigentlich handelt es sich um vier Charaktere, doch die frisch verheiratete Hausfrau Yasmin taucht nur in für ihren Bruder bestimmten Videobändern auf, welche der Künstler Arun in seiner neuen Wohnung entdeckt. Während er sich an einer Beziehung zu einer Zufallsbekanntschaft, der attraktiven Hobbyfotografin Shai, wenig interessiert zeigt, fasziniert ihn mehr die Biografie seiner unbekannten Vormieterin, was sich in neuen Arbeiten niederschlägt.

      Währenddessen knüpft die wohlhabende Shai Kontakt zu einem Wäschelieferanten, der selbst vom Starruhm träumt. Die Konventionen des Bollywoodkinos hätten ihnen eine gemeinsame Zukunft gesichert, doch „Bombay Diaries“ unterstreicht dagegen die Klassenunterschiede, Kommunikationsdifferenzen und hartnäckigen Vorurteile ihres Umfelds. Seinen beengten Verschlag schmückt Munna mit den Postern seiner Idole, aber für die eigenen Porträtfotos erntet der ehrgeizige Wäscher ob seiner Illusionen nur Spott. Ein Aufstieg aus der eigenen Kaste erweist sich als schwieriges Unterfangen. Seine Liebe zu Shai wagt der junge Mann aus keineswegs unbegründeter Angst vor Zurückweisung nicht zu bekennen, zumal die Hobbyfotografin in ihm nur einen Begleiter durch ein unbekanntes Milieu sieht.

      Mit ihrer skizzenhaften Hommage an die lebendige Metropole Mumbai, gefilmt auf Mini-DV und Super16mm, fängt Kiran Rao überzeugend das pulsierende Großstadtleben und die kontrastierenden sozialen Schichten ein, das luxuriöse Milieu der Besserverdienenden und die schäbigen Absteigen von Menschen aus einfachen Verhältnissen zwischen Gangstreitigkeiten und täglichen Verrichtungen für einen Hungerlohn. Zwischen Unterhaltungs- und dokumentarischem Independentkino angesiedelt, setzt Rao auf (außer Khan) unbekannte Gesichter und verzichtet auf eine gewohnt ausufernde Überlänge, welcher selbst die an sozialer Realität orientierten Werke verpflichtet sind.

      Dennoch fehlt es der melancholisch-bittersüßen Geschichte streckenweise an Dynamik und Dichte. Trotz ihres tragisch kulminierenden Schicksals nutzt der Handlungsstrang um die unbekannte junge Hausfrau dem Plot wenig, zumal es mäßig fesselnd erscheint, Maler Arun bei der Sichtung fremder Home Videos zu beobachten. Hier tritt das etwas behäbig entwickelte Charakterporträt gelegentlich auf der Stelle. Noch mangelt es Rao etwas am Gespür für den rechten Rhythmus selbst angesichts einer getragenen Erzählweise. Allerdings stellt die Abkehr von reinem Bollywoodglanz mit einem sachlicheren Blick auf Indiens Wirklichkeit eine erfreuliche Entwicklung des dortigen Kinoangebots dar.

      Fazit: Atmosphärisch und darstellerisch überzeugendes indisches Großstadtdrama in einer uneinheitlichen Inszenierung.
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    2. Bombay Diaries: Rührend erzähltes Episodendrama über vier Menschen auf der Suche nach ihrem Lebensglück inmitten der pulsierenden Metropole Bombay.

      Abseits des stereotypen Bollywod-Einheitsbreis ist es der jungen Nachwuchsregisseurin Kiran Rao mit ihrem Debüt gelungen, einen indischen Independentfilm für ein breitgefächertes internationales Publikum zu inszenieren. Es ist eine Liebeserklärung an eine Millionenstadt, in der alles oder nichts möglich ist, die gleichermaßen schillernd wie düster ist. Schließlich ist der Film eine Momentaufnahme, die nicht nach der Auflösung bestehender Konflikte strebt, sondern ihre Figuren auf liebevolle Weise ein Stückchen auf ihrem Lebensweg und der Suche nach individueller Erfüllung begleitet.
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