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Böse Zellen

Kinostart: 01.04.2004

Filmhandlung und Hintergrund

Episodenartig angelegtes Drama um Tod, Schicksal, Schuld und Vergebung - von einem starken Ensemble getragen.

Glück im Unglück für Manu (Kathrin Resetarits): Als einzige überlebt die Österreicherin einen Flugzeugabsturz in Mexiko. Sechs Jahre später ist Manu verheiratet und Mutter einer sechsjährigen Tochter. Nun schlägt das Schicksal wieder zu - und diesmal richtig. Finstere Sensenmannaktivitäten auch im Leben zweier Schüler: Patricias (Desiree Ourada) Vater erschoss die Mutter, Kais (Dominik Harter) Bruder wurde von einem Unbekannten ermordet. Beide versuchen, auf kreative, doch leider nicht sehr erfolgreiche Weise damit fertig zu werden.

Handwerklich ansprechende Episoden zum Themenkomplex Schuld und Sühne, bzw. Tod und Zufall, philosophisch nicht immer wasserdicht aufbereitet von Fachfrau Barbara Albert („Ich lass‘ mir meinen Tod nicht nehmen“).

Die junge Manu überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Golf von Mexiko. Sechs Jahre später, inzwischen verheiratet und Mutter, stirbt sie bei einem Autounfall. Ihre Freundin Andrea ist unglücklich in Manus Mann verliebt. Die ältere, pummelige Belinda himmelt erfolglos einen älteren Polizisten an, während der dem Okkultismus zugeneigte Teenager Patricia von ihren Mitschülern geschnitten wird.

Österreich, eine Kleinstadt voller Trauernder. Da wäre Andreas, der zusammen mit Tochter Yvonne die bei einem Unfall verstorbene Ehefrau Manu vermisst. Oder Teenager Kai, der den Tod der lange vor seiner Geburt vergewaltigten und ermordeten großen Schwester nicht verwinden kann. Die Schülerin Patricia sucht ihr Seelenheil nach dem gewaltsamen Tod der Eltern in den schwarzen Künsten, während die pummelige, in den älteren Polizisten verliebte Belinda oder die Kindergärtnerin Andrea erfolglos ihre Traummänner anhimmeln.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Böse Zellen: Episodenartig angelegtes Drama um Tod, Schicksal, Schuld und Vergebung - von einem starken Ensemble getragen.

    Vier Jahre nach ihrem bemerkenswerten Spielfilmerstling „Nordrand“ untermauert Barbara Albert mit „Böse Zellen“ ihr einzigartiges Talent. In der Struktur ähnlich wie sein Vorgänger, inhaltlich aber noch radikaler und in seiner Aussage noch unheilvoller, beschäftigt sich das episodenartig angelegte Drama mit Themen wie Tod, Schuld, Vergebung und Vergeltung. Auch wenn nicht alle Erzählstränge das hohe Niveau halten können, überzeugt die zweite Regiearbeit der 33-jährigen Österreicherin dank eines beeindruckend aufspielenden Darsteller-Ensembles, einer schnörkellosen, zurückhaltenden Kameraarbeit und dem virtuellen Umgang mit der komplizierten Struktur. Nach erfolgreicher Auswertung auf internationalen Festivals wie Locarno, Toronto und Hof sollte „Böse Zellen“ nun sein Publikum in großstädtischen Programmkinos finden.

    Die dunkle Seite des Daseins scheint Barbara Albert, die an der Wiener Filmakademie ein Regie- und Drehbuch-Studium absolvierte, schon immer fasziniert zu haben. Zumindest lässt die Wahl der Filmtitel darauf schließen. Ob der Kurzfilm „Nachtschwalben“ (1993), die Dokumentation „Ich lass‘ mir meinen Tod nicht nehmen“ (1994) oder ihr letzter Spielfilm „Nordrand“ (1999) - es ist das Abseitige, das Düstere, das Albert interessiert.

    Auch in ihrer aktuellen Kinoarbeit tauchen die titelgebenden bösen Zellen überall auf - mal als Krebsgeschwür, mal als hässliche Gedanken oder auch „nur“ als besonders trauriger Zufall - wie bei der 24-jährigen Österreicherin Manu (Kathrin Resetarits), die zunächst noch Glück im Unglück hat: Sie überlebt als einzige einen Flugzeugabsturz über dem Golf von Mexiko. Doch sechs Jahre später - Manu ist inzwischen glücklich mit Andreas (Georg Friedrich) verheiratet und hat eine süße Tochter namens Yvonne (Deborah Ten Brink) - schlägt das Schicksal zum zweiten Mal zu. Bei der nächtlichen Heimfahrt von einem Disco-Besuch wird sie in einen schweren Autounfall verwickelt, und dieses Mal kommt sie nicht mit dem Leben davon. Ihr trauender Ehemann ist allerdings längst nicht der einzige, der in einer nicht näher definierten österreichischen Kleinstadt, mit einem derart traumatischen Erlebnis zurechtkommen muss. Da ist auch noch der Teenager Kai (Dominik Hartel), der den Tod seines Bruders, der vor Jahren ermordet wurde, nicht verwinden kann. Oder die Schülerin Patricia (Desirée Ourada), deren Vater erst ihre Mutter erschoss und dann sich selbst richtete, und die nun ihr Heil in den schwarzen Künsten sucht. Aber auch die pummelige Belinda (Gabriela Schmoll), die erfolglos einen älteren Polizisten anhimmelt, oder die Kindergärtnerin Andrea (Ursula Strauss), die sich in den Witwer Andreas verliebt hat, sind weit davon entfernt, ihre Sehnsüchte erfüllt zu sehen.

    Es gibt wenig auszusetzen an Alberts handwerklich makellosem Werk. Nur so viel: Bei ihrer philosophischen Abhandlung über das Zufallsprinzip und die merkwürdigen Umstände wie Menschen auf unsichtbare, überirdische (?) Art und Weise miteinander verbunden sein können, stößt die junge Frau an gewisse Grenzen. Zudem verliert sie bedingt durch die Konzentration auf die einzelnen Handlungsfäden zuweilen das große Ganze ihrer Geschichte aus den Augen. Und schließlich wirkt das Finale in einem neu eröffneten Einkaufszentrum, das alle Charaktere zusammenführen soll, relativ konstruiert. Auf der anderen Seite verdient ihre einfühlsame Schauspielführung, der - allerdings zu selten eingesetzte - schwarze Humor und die konsequente Art, sich mit dem Tabuthema Tod auseinander zu setzen, größten Respekt. Bleibt nun noch zu hoffen, dass sich Barbara Albert dieses Mal weniger Zeit lässt für ihren nächsten Film. lasso.

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