Beyond the Sea - Musik war sein Leben

  1. Ø 3
   2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Beyond the Sea - Musik war sein Leben: Musikalische Biographie des jung verstorbenen Teen-Idols und Entertainers Bobby Darin. Von und mit Kevin Spacey.

Fest entschlossen, einer ärztlichen Prognose von höchstens 15 Jahren Lebenserwartung zu trotzen, entdeckt Walden „Bobby“ Cassotto (Kevin Spacey) aus der Bronx als Teenager unter der weisen Ägide seiner Mutter, einer vormaligen Revuetänzerin, sein musisches Talent. In der keimenden Rock ’n‘ Roll-Ära wird er unter dem Namen Bobby Darin zu einem besonders bei jungem Publikum populären Interpreten. Damit auf Dauer unzufrieden, wendet sich Darin dem Jazz zu. Er interpretiert Kurt Weill („Mack the Knife“) und strebt danach, als Künstler ernst genommen zu werden. Darunter leidet nicht zuletzt seine ohnedies unheilumwölkte Ehe mit der jugendlichen Teen-Queen Sandra Dee (Kate Bosworth).

Und noch ein hochkarätig geschreinertes Hollywood-Biopic, diesmal vorgetragen und inszeniert von Oscar-Preisträger Kevin Spacey im Gedenken an einen allzu früh verblichenen Crooner der alten Schule.

Weil Ärzte ihm einen frühen Tod prognostizieren, lebt Bobby Darin auf der Überholspur. Erobert als Sänger Teenagerherzen, als Entertainer die Nightclubszene und schließlich auch Leinwand- und Teenidol Sandra Dee. Doch seine Rastlosigkeit belastet die Ehe und eine familiäre Enthüllung sein Selbstverständnis. So sucht der Star nach einer neuen musikalischen Zukunft, während sein Stern zu sinken beginnt.

Dem stets kränkelnden Bobby wird schon früh prophezeit, dass er wegen eines Herzleidens nicht sehr alt werden wird. Und so beginnt er alsbald ein Leben auf der Überholspur. Erst erobert Bobby als Sänger Teenagerherzen, dann als Entertainer die Nachtclubszene und schließlich auch noch Leinwand-Idol Sandra Dee. Doch sein rastloses Leben belastet die Ehe und ein düsteres Familiengeheimnis wirft ihn vollends aus der Bahn. Während Bobby noch verzweifelt nach einer musikalischen Zukunft sucht, ist sein Stern bereits längst verglüht.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Schwungvoll und perfekt inszenierte Lebens- und Schowbusiness-Revue, gewidmet dem Entertainer und Sänger Bobby Darin, Star der 50er und 60er Jahre. Hinreißend wie die Musik den Stil und das Tempo des Films bestimmt.

    Jurybegründung:

    Der Film ähnelt in seiner Form stark einem Musical, das mit den Dreharbeiten zum Leben des berühmten Entertainers Bobby Darin, an denen er fiktiv selbst mitwirkt, eine Rahmenhandlung erhält. Bis in den Abspann hinein werden dabei stimmige, teils selbstironische Szenen und Anspielungen zur Filmproduktion (Studiobauten, Dreharbeiten, Selbstinszenierung der Stars) selbstreflektierend in den Verlauf der Handlung integriert. Die Kombination der recht unterschiedlichen Stilelemente ist durchweg auf hohem Niveau gelungen. Dabei greift der Film, keine Biografie im strengen Sinn des Wortes, auf ausgewählte Stationen des Werdegangs von Darin zurück, die teilweise idealisiert erscheinen. Ungeachtet dessen vermag der Film das Phänomen der Entstehung und Wirkung eines in seiner Zeit sehr großen Stars eindrücklich zu veranschaulichen.

    Äußerst geschickt wird die allgemeine Tendenz zur Überhöhung bzw. Verklärung bei solchen Filmprojekten durch einen gelungenen dramaturgischen Kunstgriff vor Augen geführt. Im Verlauf des gesamten Films werden die Ambitionen, Handlungen, Pläne zur geplanten Selbstdarstellung des Stars während oder nach den Dreharbeiten von einem Jungen, seinen kindgebliebenen Alter ego, hinterfragt, kommentiert und nicht selten korrigiert. Hierbei und in vielen anderen Szenen wartet der Film zudem mit geschliffenen und teilweise selbstironischen Dialogen auf. Die souveräne Darstellung des Jungen durch William Ullrich ist ein Glanzlicht im auch sonst hervorragenden Ensemble. Kevin Spacey als Bobby Darin, der die Songs des Entertainers selbst eingespielt hat, entschloß sich, diese eigenständig zu interpretieren, was sowohl in seiner Konsequenz als auch in der Umsetzung durchaus überzeugt.

    Die Kamera von Eduardo Serra im Stil des klassischen Hollywood-Kinos der 50er Jahre besticht durch ihre Brillanz, ebenso wie die ausgefeilte Ausleuchtung der einzelnen Szenen. Hierdurch kommen die stimmige Ausstattung und die berauschende Choreografie der Musikdarbietungen voll zur Geltung.

    Im gesamten Handlungsverlauf sind im Zusammenspiel der visuellen, akustischen und szenischen Ebenen herausragend gelungene Übergänge zu finden. Beispielhaft hierfür ist die Szene, in der Darin direkt von der Trauerfeier für seine Mutter in der Kirche zu seinem nächsten Auftritt auf die Bühne geht.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Keyser Soze singt! Dieses Versprechen klingt ähnlich verwegen wie vor über 50 Jahren „Garbo lacht“ („Ninotschka“), wird aber von Kevin Spacey eingelöst. In seiner zweiten Regiearbeit nach „Albino Alligator“ outet sich der Oscarpreisträger als großer Fan von Ex-Teen- und Sixties-Ikone Bobby Darin. Sowohl musikalische Liebeserklärung als auch biographische Lebensverklärung präsentiert sich „Beyond the Sea“ als inhaltlich recht konventionelles, aber inszenatorisch souveränes Biopic, das Darin wieder in Erinnerung ruft, vor allem aber eines deutlich macht: Spacey swingt!

    Schon in den Neunzigerjahren arbeiteten Regisseur Barry Levinson und Autor James Toback an einem Drehbuch über den „Splish-Splash“-Sänger, bevor die komplizierte Rechtefrage das Projekt platzen ließ. Das Interesse an dem heute nahezu vergessenen Entertainer ist verständlich. Darin war ein musikalisches Chamäleon, begann als Teen-Idol auf den Spuren von Ricky Nelson, reifte mit „Beyond the Sea“ und „Mack the Knife“, beides Coverversionen europäischer Evergreens, zum temperamentvollen Swinger und versuchte sich am Karriereende im Folk als neuer Pete Seeger. Auch seine Biographie steckt voller atemberaubender Twists. Sieben Jahre war er, als Ärzte die Prognose stellten, dass er wegen eines schweren Herzleidens nicht älter als 15 werden würde. Mit 24 Jahren heiratete er Amerikas Schneewittchen Sandra Dee, die mit unschuldigen Teenfeen wie „Tammy“ oder „April“ riesige Popularität erreichte, aber ein dunkles Geheimnis mit in die Ehe nahm. Und schließlich erfuhr Darin, wie viele Jahre später auch Jack Nicholson, dass die Frauen, die er für seine Mutter und Schwester gehalten hatte, tatsächlich seine Großmutter und Mutter waren.

    Diese Eckpunkte thematisiert auch der Film, verschweigt aber, dass Darin sich 1967 scheiden ließ und kurz vor seinem Tod noch einmal heiratete, deutet nur an, dass seine und vor allem Dees Dämonen (Alkoholismus, Magersucht, traumatische Kindheit) die Beziehung extrem belasteten. Spacey spricht dieses selektive Erinnern im Film direkt an, gibt im Abspann einen klärenden Hinweis und kommentiert auch im erzählerischen Rahmen des Films, wie Fantasie in die Biographie eindringt. Die Struktur des Films ähnelt der von „De Lovely“, platziert Darin in die Verfilmung seines eigenen Lebens, in der ihm auch sein Jugendbild am Set begegnet. Spacey ist ein cleveres Schlitzohr, macht das Kardinalproblem des Films vor der Kamera selbst zum Diskussionsgegenstand, ohne an der Wirkung etwas ändern zu können. Der 44-Jährige ist zu alt für die Rolle eines Mitzwanzigers, vor allem in den Turtelszenen mit der 20-jährigen Kate Bosworth als Backfisch Sandra Dee. Trotzdem vermittelt er bei den zahlreichen Auftritten die unglaubliche Dynamik des Performers, zeigt auch stimmlich, dass er sein großes Idol glänzend studiert hat.

    Als Regisseur trifft Spacey meist den richtigen Ton, bis auf eine etwas kitschige öffentliche Familienversöhnung und eine Szene, in der ein Schwert Dees Angst vor der Hochzeitsnacht humorvoll symbolisiert und damit ihr heute bekanntes Trauma, jahrelang vom Stiefvater missbraucht worden zu sein, verniedlicht. Formal holt Spacey das Maximum aus seinem für ein Period Picture limitierten Budget heraus – nicht zuletzt dank eines exzellenten, in Babelsberg und England zaubernden Ausstatterteams und mit Hilfe von Kameramann Eduardo Serra, der von Beginn an dem plastisch fotografierten Film Klasse verleiht. Für diese Qualität stehen auch Charakterdarsteller wie Brenda Blethyn, Bob Hoskins oder John Goodman, doch die Hauptattraktion bleibt Spacey selbst, der Robbie mit Bobby erfolgreich Konkurrenz macht. kob.

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