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Bessere Zeiten

Kinostart: 08.12.2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Intensives Drama um eine traumatische Kindheit - aus der Perspektive der inzwischen erwachsenen Tochter. Mit dem Star der "Millennium"-Trilogie-Verfilmung Noomi Rapace.

Einen Tag vor Weihnachten erhält Leena einen Anruf vom Krankenhaus und wird zu ihrer im Sterben liegenden Mutter gerufen. Ihr Mann und die beiden kleinen Töchter begleiten sie auf der langen Reise. In Flashbacks zieht noch einmal ihre Kindheit mit dem kleinen schutzlosen Bruder an ihr vorbei, Gewalt, Demütigung und Suff der Eltern, ihre eigene verzweifelte Suche nach Normalität. Erst am Bett der Kranken erkennt sie, dass sie sich den Dämonen der Vergangenheit stellen und bewusst das schmerzende Kapitel abschließen muss, um eine Chance für die Zukunft mit ihrer Familie zu bekommen.

Eine Frau eilt an das Sterbebett ihrer Mutter und erkennt, dass die Zeit gekommen, sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen. Intensives Drama um die Bewältigung einer traumatischen Kindheit, mit Noomi Rapace („Stieg Larssons Millennium“).

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Ein drastisches Familien- und Alkoholikerdrama aus Schweden verbirgt sich hinter dem ironischen Titel „Bessere Zeiten“. Dieser stammt aus der Romanvorlage von Susanna Alakoski, die die Schauspielerin Pernilla August für ihr Regiedebüt nutzte. Leenas Eltern versprachen ihr einst bessere Zeiten, doch in Wirklichkeit wurden sie schlimmer. Die Hilflosigkeit der Kinder in einer Alkoholikerfamilie wird hier schonungslos vor Augen geführt. Die Erinnerungen Leenas wirken sehr authentisch und bleiben, ob man will oder nicht, lange nach Filmende im Gedächtnis haften.

      Noomi Rapace spielt die erwachsene Leena, die im Kreise ihrer kleinen Familie einen glücklichen Eindruck macht, bevor sie den Anruf aus dem Krankenhaus erhält. Auf dem Weg zu ihrer sterbenden Mutter, an ihrem Bett und in der Wohnung ihrer Kindheit jedoch verstummt Leena und reagiert auf Fragen ihres Mannes und ihrer Töchter aggressiv. Nach und nach wird anhand ihrer Erinnerungen, die der Film in Rückblenden einstreut, deutlich, warum Leena mit dieser Vergangenheit brechen musste.

      Das Mädchen Leena wird von Tehilla Blad sehr ausdrucksstark gespielt. Immer ernst, aufgeweckt und ehrgeizig, strengt sich die kleine Leena an, eine gute Schwimmerin zu werden. Ihre Mutter hat ihr erzählt, dass sie früher auch gut schwimmen konnte und übt mit ihr, in der Badewanne die Luft anzuhalten. Auch der Vater, ein Immigrant aus Finnland, spornt sie an, sich anzustrengen und wie er selbst zu kämpfen. Leena ist bald die einzige in der Familie, die kämpft: Während es die Eltern nach einer durchzechten Nacht kaum aus dem Bett schaffen, macht Leena den kleinen Bruder Sakari fertig für seinen ersten Schultag.

      Leena beobachtet, beunruhigt und hellhörig, die ersten Anzeichen, dass es nach dem Umzug mit ihren Eltern und dem Bruder in die neue Wohnung doch nicht bergauf gehen wird. Sie sieht den Vater rückfällig werden, sie zieht Sakari aus dem Verkehr, wenn die Eltern streiten und der Vater die Mutter schlägt. Sakari wird dennoch traumatisiert, spricht nicht mehr und isst nicht mehr. Sozialarbeiter kommen, aber sie gehen zunächst ohne den Jungen weg, obwohl sie beide Eltern völlig verkatert vorfanden. Die Mutter will sich nicht von dem gewalttätigen Vater trennen.

      Die bedrückende Stimmung wird durch dunkle Aufnahmen flankiert, draußen spielt die Handlung meistens abends oder nachts. Auch wenn sich der Film etwas zu sehr in den dramatischen Verlauf hineingräbt und das Schweigen der erwachsenen Leena mit der Zeit unglaubwürdig wird, erzeugen seine Bilder eine starke Wirkung. Das liegt sowohl an der Hilflosigkeit der beiden Kinder, die dem zerstörerischen Werk ihrer Eltern nicht entkommen, wie auch daran, dass letztere nicht einseitig negativ dargestellt werden. In Leenas Erinnerungen erhalten sowohl die Mutter als auch der Vater neben all dem Kaputten auch liebenswerte Züge, und das macht ihre Haltung umso schwerer verdaulich.

      Fazit: Drastischer Film über eine Kindheit in einer Alkoholikerfamilie.
    2. Bessere Zeiten: Intensives Drama um eine traumatische Kindheit - aus der Perspektive der inzwischen erwachsenen Tochter. Mit dem Star der "Millennium"-Trilogie-Verfilmung Noomi Rapace.

      Im Regiedebüt von Pernilla August kann Millennium-Trilogie-Star Noomi Rapace den Dämonen der Vergangenheit nicht entfliehen.

      Noomi Rapace ist ein Phänomen -ob als punkige Lisbeth Salander in der Verfilmung von Stig Larssons „Millennium-Trilogie“, als Mutter zwischen Wahrheit und Wahnsinn in „Baby Call“ oder als Frau, die in Pernilla Augusts Debut als Regisseurin und Drehbuchautorin mit nie heilenden psychischen Wunden konfrontiert ist - sie trägt jeden Film in den unterschiedlichsten Rollen. Basierend auf dem semi-autobiografischen Roman von Susanna Alakoski spielt sie Leena, glücklich verheiratet mit ihrem Mann (ihr Mann auch im richtigen Leben: Ola Rapace) und zufrieden mit den zwei Töchtern. Aus dem Gleichgewicht bringt sie ein Anruf einen Tag vor Weihnachten aus ihrer Heimatstadt, ihre Mutter liegt im Sterben. Gatte und Kids wollen sie unbedingt begleiten, um die fremde Schwieger- bzw. Großmutter endlich mal kennen zu lernen. Auf dem beschwerlichen Weg erinnert sich Leena in Flashbacks an eine schreckliche Kindheit, an ihre aus Finnland stammenden Eltern, die ihren Frust im Wohlfahrtsstaat Schweden in Alkohol ertränkten, ihre vergeblichen Bemühungen den kleinen Bruder zu schützen, die gescheiterten Versuche, eine Form von Normalität aufrecht zu erhalten, die nie existierte. Am Bett ihrer Mutter und in der einstigen Familienwohnung gibt es kein Entrinnen mehr vor den Dämonen, die sie über die Jahre perfekt verdrängt hatte. Sie versteht, nur wenn sie die schmerzhaften Kapitel ihrer Biografie abschließt, gibt es eine Chance für die Zukunft.

      Absurde Situationen wie die, in der sie die Urne ihres Vaters ins Krankenzimmer bringt oder die Sterbende für ein letzte Zigarette nach draußen schiebt, wechseln mit verstörenden Bildern familiärer Gewalt und Demütigung, im Kontrast dazu steht der Wille der Heranwachsenden, als Schwimmerin zu reüssieren, der kleine Freudenmoment über einen Badeanzug. Der überragende Rapace als erwachsener Frau, die sich an Ordnungsstrukturen fest klammert, steht Tehilla Blad als junge Leena zur Seite, in einer ebenbürtigen Performance. Der Einfluss Ingmar Bergmans auf seine Lieblingsschauspielerin August („Fanny und Alexander“) ist in jeder der intensiven Einstellungen zu spüren. Geht es doch um das, was sich in Bergmans Werk immer widerspiegelt, Kindheitstraumata, verhandelte Beziehungskrisen, Suche nach einem Halt im Leben. mk.

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