Filmhandlung und Hintergrund

Psychothriller mit Götz George als Ex-Häftling, der seine Heimatstadt in Aufruhr versetzt.

Nach langer Haft wird Berufsverbrecher Joseph Komalschek aus dem Gefängnis entlassen. In einem Indizienprozess wurde er verurteilt, weil er seine Nachbarin und deren Baby ermordet hat; aufgrund der besonderen Schwere der Schuld hat er dreißig Jahre im Gefängnis verbracht. Der einbeinige Komalschek, von der Boulevardpresse als Bestie bezeichnet, kehrt nun in die Straße zurück, in der er einst gelebt hat.

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Kritiken und Bewertungen

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21 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Besondere Schwere der Schuld: Psychothriller mit Götz George als Ex-Häftling, der seine Heimatstadt in Aufruhr versetzt.

    Götz George ragt in diesem subtilen Thriller von Kaspar Heidelbach und Sascha Arango über eine alte Schuld aus einem großartigen Ensemble heraus.

    Normalweise verdient sich ein Film das Etikett „Thriller“, weil man Angst um das Wohl der Hauptfigur hat. In diesem Fall liegen die Dinge jedoch etwas anders. Das beginnt schon mit der Frage nach dem Protagonisten: Als Erzähler führt ein junger Polizist (Hanno Koffler) in die Handlung ein, doch die Hauptfigur ist ein nach langer Haft aus dem Gefängnis entlassener Berufsverbrecher. Götz George verkörpert diesen einbeinigen Joseph Komalschek zwar als harmlosen älteren Herrn, aber der Grund für seine Haftstrafe ist alles als eine Einladung, sich mit dem Mann zu identifizieren: Komalschek ist in einem Indizienprozess verurteilt worden, weil er seine Nachbarin und deren Baby ermordet hat; aufgrund der besonderen Schwere der Schuld hat er dreißig Jahre im Gefängnis verbracht. Dieser Mensch, von der Boulevardpresse als Bestie bezeichnet, kehrt nun in die Straße zurück, in der er einst gelebt hat. Dank des Drehbuchs von Sascha Arango und der subtilen Inszenierung durch Kaspar Heidelbach empfindet man fast widerwillig eine gewisse Sympathie für Komalschek, zumal einige Herren aus der Nachbarschaft offenkundig Dreck am Stecken haben, darunter auch Ex-Polizist Barner (Manfred Zapatka). Dessen Sohn Tom (Hanno Koffler) ist ebenfalls Polizist. Als Komalschek ihm im unübersichtlichen Stollensystem unter der Stadt das Leben rettet, beginnt er sich zu fragen, was vor dreißig Jahren tatsächlich passiert ist. Weil Arango und Heidelbach die Antwort lange hinauszögern, wandelt sich der Film fast unmerklich zum Thriller. Neben dem Bangen um eine Hauptfigur ist ja ein weiteres Merkmal dieses Genres die Gewissheit, dass jeden Moment etwas passieren kann; und das inszeniert Heidelbach ganz vorzüglich. Auch dank der Musik von Arno Steffen und Friso Lücht vermitteln Heidelbach und sein langjähriger Kameramann Daniel Koppelkamm, dass in dieser Kleinstadt am Rand des Ruhrgebiets etwas in der Luft liegt. Davon abgesehen macht schon allein das herausragenden Ensemble dieses Werk zu einem besondern Film, zumal mit Ausnahme der etwas überkandidelten Hannelore Elsner sämtliche Darsteller ein nuanciertes Spiel pflegen und die potenziellen Abgründe auf diese Weise noch besser kaschieren. Gerade Götz George gelingt es derart wunderbar, die ganze Tiefe der Figur auszuloten, so dass man sich lange nicht sicher sein kann, ob man womöglich Sympathie für einen Teufel empfindet. tpg.

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