Bella Block: Reise nach China

  1. Ø 0
   2007
Bella Block: Reise nach China Poster
Alle Bilder und Videos zu Bella Block: Reise nach China

Filmhandlung und Hintergrund

Bella Block: Reise nach China: TV-Regiedebüt von Chris Kraus ("Vier Minuten"): Die Mitarbeiterin eines Pharmaunternehmens wird durch eine Bombe getötet, was Bella einen komplizierten Fall beschert...

Vor einem Tierversuchslabor ist eine Bombe explodiert; dabei ist eine Wissenschaftlerin ums Leben gekommen. Hauptverdächtiger ist ein verschwundener Wachmann, der sich als radikaler Tierschützer entpuppt. In seiner Wohnung findet sich alles, was man zum Bombenbasteln braucht. Bella Block ist allerdings überzeugt, dass er die Frau nicht ermordet hat, denn die beiden waren befreundet. Ein bornierter Kollege vom BKA sieht das aber völlig anders und blockiert die Ermittlungen nach Kräften.

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Sie hat meistens miese Laune, weil sie weiß, dass die Welt schlecht ist und sie nichts daran ändern kann. Manchmal verbirgt sich hinter dieser Ruppigkeit aber auch bloß Melancholie. Ausbaden müssen das wahlweise ihr Assistent oder ihr Lebensgefährte. Beide sind nicht glücklich darüber, halten aber trotzdem den Kopf hin: weil Bella Block einfach eine tolle Frau ist.

    Seit 15 Jahren gelingt es dem ZDF und der produzierenden UFA (früher Objectiv Film), die Hauptfigur und damit auch die Reihe dank großer Autoren und Regisseure (mitunter beides auch in Personalunion: Max Färberböck, Sherry Hormann, Christian Görlitz oder Thorsten Näter) immer wieder neu zu erfinden. „Reise nach China“ wurde geschrieben und inszeniert von Chris Kraus. Den Auftrag erhielt er, bevor „Vier Minuten“ (mittlerweile über dreißig mal ausgezeichnet) für Furore sorgte. Kraus hatte zuvor als Regisseur noch nicht fürs Fernsehen gearbeitet. Sollte das irgendjemand riskant gefunden haben, darf ihm das nun peinlich sein.

    Kraus‘ Film versucht gar nicht erst, die übliche Samstagabendunterhaltung vorzugaukeln. Die Bilder sind schmutzig, die Menschen leben in runtergekommenen Behausungen und unterdrücken nach Kräften jede Form von Empathie; selbst das oftmals trübe, gelbliche Licht wirkt dreckig (Kamera: Judith Kaufmann). Und alle tun so, als sei der Fall klar, was Bella Block (Hannelore Hoger) noch wütender macht, weiß sie doch, dass der Fall alles andere als klar ist: Vor einem Tierversuchslabor ist eine Bombe explodiert; dabei ist eine Wissenschaftlerin ums Leben gekommen. Hauptverdächtiger ist ein Wachmann, denn der ist nach Feierabend radikaler Tierschützer. In seiner Wohnung findet die Polizei alles, was man zum Bombenbasteln braucht; außerdem ist der Mann verschwunden. Trotzdem hat er die Frau nicht umgebracht, denn die beiden waren befreundet. Bloß der bornierte Kollege vom BKA (Peter Davor) will das nicht kapieren und blockiert Bellas Ermittlungen nach Kräften.

    Selten waren die Repräsentanten des Gesetzes so verletzlich. Der BKA-Mann hat epileptische Anfälle, Bella Block ist untröstlich, weil Freund Simon in China weilt, und Assistent Martensen hat nichts Besseres zu tun als sich in die Schwester (Jeanette Hain) der Toten zu vergucken. Die hat ihm zwar zuerst mal eine geknallt, aber offenbar ist dabei prompt die Liebe ausgebrochen. Devid Striesow, mittlerweile so gut und etabliert, dass um seine Rolle in „Bella Block“ zu fürchten ist, ist längst ein mehr als ebenbürtiger Partner für Hannelore Hoger. Aber auch die Nebenrollen sind ungemein treffend besetzt: Jürgen Hentsch als Firmenbesitzer, Dietrich Hollinderbäumer als sein zwielichtiger Sicherheits-Chef, Sven Pippig als Wachmann; und in einem bemerkenswerten Auftritt Matthias Bundschuh als höchst skurriler Ex-Mann der Toten.

    Auch wenn sich immer wieder alles um China dreht: Die Geschichte spielt ausschließlich in Hamburg. Aus China aber kommt der Schlüssel, und erst ganz am Ende, als der Film schon vorbei ist, entpuppt sich die Handlung als fundierte Globalisierungskritik: Die wahren Opfer der Weltwirtschaft leben nicht in Deutschland, wo Menschen ihre Arbeit und Firmen ihre einstige Vormachtstellung verlieren, sondern in Asien. Sehenswert aber ist dieser Krimi nicht wegen der ohnehin sorgfältig verpackten Botschaft. Vorzüglich geführte Darsteller, Dialoge, die immer wieder kleine Bosheiten enthalten und eine vordergründig einfache, tatsächlich aber komplexe Geschichte, weil mitunter der Schein auch trügt: ein großer Beitrag zu einer großen Reihe. tpg.

Kommentare