Filmhandlung und Hintergrund

Soweit die Füße tragen: In opulenten Cinemascope-Bildern erzählt der Norweger Hans-Petter Moland die abenteuerliche Odyssee eines jungen Vietnamesen von seinem Heimatdorf bis hin ins ferne Texas - auf der Suche nach dem aus Amerika stammenden Vater, den er nur aus kurzen Schilderungen der Mutter kennt. Ein anrührendes Drama ohne falsche Töne über die Flucht in eine nur scheinbar bessere Welt, Außenseitertum und...

Nach einer Geschichte von Terrence Malick, der auch als Produzent verantwortlich zeichnet, schildert der Norweger Hans Petter Moland („United We Stand“) wie schon Michael Winterbottom mit seinem Vorjahres-Bärengewinner „In this World“ ein Flüchtlingsschicksal, hier das eines jungen Vietnamesen auf der Suche nach seinem amerikanischen Vater und seine strapaziöse Odyssee von Vietnam nach New York. Nick Nolte, Tim Roth und Damien Nguyen sind in den Hauptrollen zu sehen.

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  • Soweit die Füße tragen: In opulenten Cinemascope-Bildern erzählt der Norweger Hans-Petter Moland die abenteuerliche Odyssee eines jungen Vietnamesen von seinem Heimatdorf bis hin ins ferne Texas - auf der Suche nach dem aus Amerika stammenden Vater, den er nur aus kurzen Schilderungen der Mutter kennt. Ein anrührendes Drama ohne falsche Töne über die Flucht in eine nur scheinbar bessere Welt, Außenseitertum und das Prinzip Hoffnung.

    Binh gehört zu denjenigen, die noch Jahrzehnte nach Ende des Vietnamkriegs unter den Folgen leiden. Denn als Sohn eines GIs und einer Vietnamesin wird er geächtet, muss selbst als 20-Jähriger noch für den „Verrat“ seiner Mutter büßen, ein Ausgestoßener der Dorfgemeinschaft, dem sogar das gemeinsame Mahl verwehrt bleibt. Er macht sich auf nach Ho-Chi-Minh-Stadt und findet dort seine kranke Mutter, flüchtet mit seinem kleinen Halbbruder aus dem Land und strandet mit anderen „boat people“ in einem Auffanglager in Malaysia. Weiter geht es unter Lebensgefahr auf einem rostigen Seelenverkäufer nach New York, wo die Illegalen für ihre Schlepper wie Sklaven schuften müssen. Aber Binh gibt nicht auf und schafft es bis nach Texas.

    In „Beautiful Country“ erinnert sich am Ende der wiedergefundene und erblindete Vater an die Zeit in Vietnam und an die Schönheit von Binhs Mutter, während für die Migranten Amerika das „beautiful country“ darstellt, das Ziel ihrer Wünsche. Hans Petter Moland zeigt an diesem Einzelschicksal die Tragik des Flüchtlingselends auf, die Entwurzelung von Menschen, die Zerrissenheit von sogenannten Mischlingen. Der junge Vietnamese hat wenig, an das er sich halten kann: die Heiratskurkunde mit einer Adresse in Houston, ein Foto mit ihm als Baby und den damals glücklichen Eltern und den mütterlichen Hinweis, „er hatte große Füße und er kam aus Texas“. Während die Szenen der Überfahrt unter der Knute des gewissenlosen Kapitäns (Tim Roth als menschenverachtender Zyniker) sich doch etwas dehnen und man auf einige, sich wiederholende Details hätte verzichten können, entwickelt der Plot doch genug emotionale Stärke, um diesen Schwachpunkt auszugleichen. Da begegnet Binh auf seiner langen Reise der lebenstüchtigen Chinesin Ling, für einen Moment erleben sie das Gefühl von Nähe und Zuneigung, aber in der Neuen Welt ist kein Platz für solchen sentimentalen Luxus, als Karaoke-Sängerin befriedigt Ling nicht nur die musikalischen und optischen Bedürfnisse des männlichen Publikums. Wenn sich am Ende Vater und Sohn begegnen, vermeidet Moland Kitsch und Klischees, es treffen sich zwei verwundete Seelen, die sich trotz Fremdheit nicht fremd sind. Allein schon die zurückgenommene Performance von Nick Nolte lässt die tiefe Gebrochenheit des einstigen Vietnam-Soldaten ahnen. Moland legt die auf einer Idee von Terrence Malick („The Thin Red Line“) basierende und mit Zbigniew Preissners Musik sanft unterlegte wahre Geschichte nicht als Heldenepos an, sondern zeichnet eine Figur, die „ihrem Herzen folgt“ und sich zwischen den Kulturen verliert. mk.

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