Filmhandlung und Hintergrund

Historien-Film über das abenteuerliche Leben des französischen Politikers und Allround-Talents Beaumarchais.

Frankreich während des 18. Jahrhunderts: Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais schlägt sich als Uhrmacher, Politiker, Waffenhändler, Erfinder, Geschäftsmann und Autor beliebter Bühnenstücke erfolgreich durchs Leben. Mit Wortgewandtheit und Charme erobert er nicht nur die Frauenherzen, sondern auch die Gunst des französischen Kaisers, die ihm Einfluß auf das Staatsgeschehen verschafft.

Historien-Film über das abenteuerliche Leben des französischen Politikers und Allround-Talents Beaumarchais.

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Kritikerrezensionen

  • Beaumarchais - der Unverschämte: Historien-Film über das abenteuerliche Leben des französischen Politikers und Allround-Talents Beaumarchais.

    In Frankreich haben Historien-Filme Konjunktur. Nach „Die Bartholomäusnacht“ und „Der Husar auf dem Dach“ sorgten in diesem Jahr bisher Patrice Lecontes „Ridicule“ und Edouard Molinaros „Beaumarchais“ (knappe zwei Mio. Besucher) für volle Häuser. Besonders das 18. Jahrhundert mit seiner Libertinage und seiner Dekadenz lockt die Zuschauer ins Kino. Held dieses opulenten Bilderreigens ist eine der umstrittensten Figuren der vorrevolutionären Epoche: Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais – Uhrmacher, Politiker, Waffenhändler, Erfinder, Geschäftsmann und Autor von Stücken wie „Der Barbier von Sevilla“ oder „Die Hochzeit des Figaro“.

    Frei nach einer Vorlage des in Frankreich beliebten Sacha Guitry realisiert Edouard Molinaro diesen farbenprächtigen Leinwand-Event. Zweieinhalb Jahre tüftelte er mit Jean-Claude Brisville am Drehbuch herum, gedreht wurde in 15 Wochen in Bordeaux, Paris, Versailles und England. Téléma-Präsident Charles Gassot gewann als Co-Produzenten die Sender France 2 und France 3 sowie Le Studio Canal Plus und konnte so mit einem Budget von 95 Mio. Franc arbeiten. Das Resultat kann sich sehen lassen. Beeindruckend das Aufgebot von Stars wie Michel Piccoli, Jean-Claude Brialy oder Michel Serrault, allen voran aber Fabrice Luchini als schillernder Beaumarchais. Dazu eine amüsante (Liebes-)Geschichte, glanzvolle Ausstattung, akribische Detailfreude, traumhafte Schauplätze und pointierte Dialoge, kurzum: Kino pur zum Schwelgen in Farben und Tönen.

    In nur 100 Minuten entwirft der Film das Bild eines widersprüchlichen Menschen, der überall mitmischte, sich durch niemanden einschüchtern ließ und nicht selten das bequeme Bett mit einer harten Gefängnispritsche tauschen mußte. Der politische Visionär gilt als ein Vorbereiter der französischen Revolution. Nicht nur, daß er mit dem Degen perfekt umgehen konnte, besonders gern setzte er seine Lieblingswaffen ein – Ironie und Sarkasmus, das geschliffene Wort und subversive Ideen. Der begehrte Liebhaber wickelte mit seinem Charme nicht nur sämtliche Damen um den Finger, sondern auch Louis XV und Louis XVI. Beaumarchais, „eine Art Bill Gates des 18. Jahrhunderts, den man bewundert, aber wohl nie die Tochter anvertrauen würde“ (Charles Gassot), ist hier ein Abenteurer, dessen Lebenslinie man fast atemlos verfolgt, auch wenn manchmal die Handlung wie ein junges Zicklein springt. In Frankreich lief der Film vor allem in Groß- und Mittelstädten gut. In der Pariser Banlieue zeigte man dagegen wenig Interesse an den Noblen am Hof von Versailles. Auch wenn bei uns die Figur des Beaumarchais relativ wenig bekannt ist und auch sein Schicksal vielleicht nicht so unter den Nägeln brennt, sollte ihm (ähnlich wie bei „Farinelli“) mehr als ein Achtungserfolg, nicht nur beim Bildungsbürgerpublikum, gewiß sein. mk.

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