Barfuß bis zum Hals

  1. Ø 4.9
   2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Barfuß bis zum Hals: Komödie über einen westdeutschen Textilfabrikanten, der sich in einer ostdeutschen FKK-Kolonie einquartiert.

Entsetzen im brandenburgischen „Sportverein zur Freiheit“, der seinem Namen alle Ehre macht und die FKK rege auslebt: Nun hat ausgerechnet der zugeknöpfte Münchner Textilfabrikant Lohe (Christoph M. Ohrt) das Gelände gekauft und quartiert sich mit seinem verzogenen Töchterchen Nathalie (Diane Siemons-Willems) im Vereinsheim ein. Um den Pachtvertrag nicht zu verlieren, ordnet der Vorsitzende Helmut (Martin Brambach) die totale Vermummung an.

Herzerfrischend komische Konfrontation von Besser-Wessis mit Jammer-Ossi-Nudisten, wobei Hansjörg Thurn geschickt mit Stereotypen spielt und die Gegensätze des freizügigen Ostens und des verklemmten Westens auf den Punkt bringt. Ein souveränes Ensemble sorgt für viel Menschliches.

Der in Brandenburg gelegene Sportsverein zur Freiheit macht seinem Namen alle Ehre. Denn hier wird die FKK noch freizügig ausgelebt. Sei es beim Einkaufen, Joggen, Essen, Trinken oder Tanzen. Das Idyll ist erst bedroht, als ein katholischer Textilfabrikant aus Westdeutschland samt gelangweilter Tochter vorbeischaut und sich im Vereinsheim einquartiert. Fortan müssen gegenseitige Klischees ausgelebt und danach über Haufen geworfen werden. Zumal sich zwischen der Tochter des Wessis und dem Sohn des Vereinsvorsitzenden eine Liebesgeschichte anbahnt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Barfuss bis zum Hals“ ist eine originelle deutsch-deutsche Komödie über typische Mentalitätsunterschiede, die sich bis heute halten konnten. Hier wird die nackte Wahrheit enthüllt, nämlich darüber, was passiert, wenn der katholische Besserwessi mit der Kohle und der Macht, Kündigungen auszusprechen, auf Ossis trifft, die sich aus der DDR noch die Leidenschaft für FKK bewahrt haben. Regisseur Hansjörg Thurn lässt es zum Schlagabtausch im Camp kommen, wo der Textilfabrikant Dieter Lohe aus München ganz tief in ostalgische Abgründe blickt.

    Wenn nackte Männer am Campingtisch sitzen und biedere Gespräche führen, sorgt das an sich schon für Heiterkeit. Es ist einfach komisch, dem Treiben im angeblich ältesten FKK-Verein Deutschlands zuzuschauen, in dem es auch nicht weniger spießig zugeht als in anderen Vereinen. Schon die Einführung spielt gekonnt mit verkehrten Rollen: Hier zieht sich der Junge aus Protest an und der nackte Vater tadelt ihn mit den Worten: „Ich erwarte, dass du vernünftig aussiehst“.

    Den Jungen interessiert es eben wenig, dass sein Vater mit dem Nacktsein in der DDR eine Art von Freiheit ausleben konnte und sich jetzt auch in der Bundesrepublik nicht mehr anziehen will. Dabei sieht Helmut nicht, welchen Zwang er auf seinen Sohn ausübt, der nicht einmal beim morgendlichen Zähneputzen vom Anblick nackter Familienmitglieder verschont bleibt. Frisch und frech setzt sich das Spiel mit den Gegensätzen fort, indem die freien Ossis mit dem zugeknöpften Kapitalisten aus München konfrontiert werden. Dieter Lohe, der als Vater der jugendlichen Nathalie ebenfalls eine schwierige Phase durchmacht, hat seine Badehose nicht dabei – aber nur, weil er sie vergessen hat.

    Es kommt zum fröhlichen Culture-Clash der Männer bei Bier und Klaren, wo streckenweise verbal die Fetzen fliegen, auch wenn die FKK-ler noch zur Tarnung die Klamotten anbehalten. Weniger witzig, aber auch nur mäßig interessant sind die Eltern-Kind-Beziehungskrisen mit Jakob und Nathalie, sowie die zarte Romanze zwischen den jungen Leuten.

    Von allen Schauspielern ist Martin Brambach als Helmut der auffälligste, und zwar nicht nur wegen seines Adamskostüms. Er beherrscht es auf eine unglaublich komische Weise, auch ohne Anzug und Krawatte, ja noch nicht einmal in kurzer Hose, bieder und staubtrocken aufzutreten. Mit seiner sprachlichen Ausdruckskraft kann er auch dem von Christoph M. Ohrt dargestellten Wessi-Unternehmer Paroli bieten. Diese sehenswerte schauspielerische Leistung tröstet auch über misslungene Slapsticks wie dem versehentlich erlegten Wildschwein und einigen Längen in der Geschichte hinweg.

    Fazit: Eleganter Wessi bekommt es mit FKK-Ossis zu tun: Originelle Komödie mit dem hervorragenden Hauptdarsteller Martin Brambach.
  • Humorvolle Komödie über Gegensätze und Gemeinsamkeiten von freigeistigen Ossis und konservativen Wessis, überzeugten Nudisten und prüden „Textilern“.

    Es gehört zu den Legenden, dass in Deutschlands Osten der gemeine Mensch vorwiegend „barfuss bis zum Hals“ ins Wasser sprang, im Westen dagegen nur vermummt in Badehose oder Badeanzug (obgleich selbst im fernen Japan die Nackten von Münchens Englischem Garten Gazetten zierten). Im „Sportsverein zur Freiheit“ im tiefsten Brandenburg hat auch nach der Wende alles noch seine Ordnung. Da ist das Adamskostüm Pflicht, ob beim Einkaufen, Joggen, Essen, Trinken oder Tanzen. Die Idylle scheint bedroht durch einen Wessi, schlimmer noch, einen konservativen und Katholizismus praktizierenden Bayern, ausgerechnet Textilfabrikant. Dieser gefürchtete Mann taucht bald ganz real im schicken Schlitten samt gelangweiltem Töchterlein auf, um sein neu erworbenes Jagdgebiet unter die Lupe zu nehmen. Und quartiert sich mangels komfortablem Hotel auf das Sports-Verein Gelände ein. Oberhaupt der Kolonie ist Helmut Steiner, sein Sohn Jacob, der wegen den Nudisten-Eltern in der Schule gehänselt wird, kündigt den ungebetenen Besuch an und flugs schlüpfen die Bewohner in ungewohnte Kleidungsstücke, um den Fremden nicht zu verstören, der soll schließlich den Vertrag verlängern. Da bleiben urkomische Situationen nicht aus. Obgleich die Geschichte leicht in eine Klamotte hätte abrutschen können, dominiert herzerfrischende Komik. Wenn einige Szenen mal gefährlich nahe an Klamauk heran kommen, kriegt Hansjörg Thurn noch die Kurve in ruhigere Humorgewässer. Dabei spielt er locker mit den Besser-Wessi und Jammer-Ossi Klischees, ohne dass seine Figuren zur Karikatur verkommen. Was auch an dem souverän aufspielenden Schauspiel-Ensemble liegt, allen voran Martin Brambach als gutmütigem Verfechter der Freikörperkultur und Christoph M. Ohrt als sexuell frustriertem Fabrikanten im Jagdfieber. Die hinreißende Love-Story zwischen dem schüchternen Jacob (Constantin von Jascheroff) und dem Münchner Mädel (Diane Willems) sollte nicht nur Romantiker erfreuen. mk.

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