Auf Herz und Nieren

  1. Ø 0
   2001
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Filmhandlung und Hintergrund

Auf Herz und Nieren: Gangsterkomödie vom "Knockin' On Heaven's Door"-Gespann um einen misslungenen Drogendeal.

Vier Kumpels (Steffen Wink, Martin Glade, Niels Bruno Schmidt und Thierry van Werveke) versuchen sich als Ganoven und setzen einen Drogendeal ordentlich in den Sand. Darüber ist Drogenboss Banko (Burt Reynolds) gar nicht erfreut. Er gibt ihnen fünf Tage, um die verloren gegangene Million wieder zu beschaffen. Die Lösung des Problems ist schnell gefunden: Der Inder Shalaman (Xavier Naidoo) soll an die Organmafia verschachert werden.

Produzent Til Schweiger und Regisseur Thomas Jahn („Knockin‘ on Heaven’s Door„) beehren uns erneut mit einer schwungvollen, frechen Komödien mit deutscher Spitzenbesetzung.

Vier Sandkasten-Kumpels planen einen Coup, der sie im Hand umdrehen zu reichen Männern machen soll: Sie wollen Drogenboss Branko übers Ohr hauen. Doch statt mit einer Menge Kohle stehen sie mit einem Koffer Backpulver da. Da muss das Chaoten-Quartett Rico, Sigi, Dave und Glotze ganz schnell einen neuen Plan austüfteln.

Wegen eines vermasselten Coups schulden die Jugendfreunde Rico, Dave, Sigi und Glotze dem Ober-Bösewicht Banko eine Million Mark. Um das nötige Kleingeld aufzutreiben und ihre Haut zu retten, fassen sie einen verwegenen Plan: Einem Organhändlerring unter Leitung des Arztes „Doc“ wollen sie die Innereien des kerngesunden, passender Weise illegal in Deutschland lebenden Inders Shalaman verkaufen. Doch um das Ding wirklich konsequent durchzuziehen, bedürfte es härtere Kerls als die vier Schmalspurganoven…

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach ihrem Überraschungshit „Knocking On Heaven’s Door“, der 1997 mit mehr als 3,5 Millionen Besuchern zum erfolgreichsten Film des Jahres avancierte, präsentieren Regisseur Thomas Jahn und Til Schweiger, diesmal hinter der Kamera, ihre zweite Zusammenarbeit. Dabei erweist sich „Auf Herz und Nieren“ als etwas kruder Genre-Mix aus Krimi-Komödie, Gangster-Klamotte und Splatter Movie, der vorwiegend vom ausgezeichneten Spiel der Hauptdarsteller getragen wird. Allerdings dürfte das mit zahlreichen Nebenfiguren und Seitenhandlungen überfrachtete Drehbuch einem ähnlich gigantischen Erfolg wie bei „Knockin'“ im Wege stehen.

    Während Franka Potente mit „Die Bourne Identität“ gerade einen internationalen Erfolg verbuchen konnte, hat ihr Kollege Til Schweiger doch überraschend mehr Probleme, in Hollywood zu reüssieren. Seine Kontakte in die Traumfabrik ermöglichten es ihm allerdings, „Auf Herz und Nieren“, eine Produktion seiner Firma Mr. Brown Entertainment, darstellerisch aufzuwerten. So konnte der „bewegte Mann“ nicht nur den in den USA arbeitenden Deutschen und Parade-Bösewicht Udo Kier, sondern auch die amerikanische Schauspiellegende Burt Reynolds, den Schweiger am Set des Rennfahrer-Flops „Driven“ kennen lernte, für prägnante Nebenrollen gewinnen. Der 66-jährige Reynolds, dem man den an seinem Körper betriebenen Raubbau merklich ansieht, spielt in Thomas Jahns zum Teil höchst makabrer Krimikomödie den Ober-Gangster Banko, dem die vier Jugendfreunde Rico (Steffen Wink), Dave (Niels Bruno Schmidt), Sigi (Martin Glade) und Glotze (Thierry van Werveke) wegen eines vermasselten Coups eine Million Mark schulden. Da sie weder die Kohle noch Lust darauf haben, von miesgelaunten Kriminellen gelyncht zu werden, müssen sie sich was einfallen lassen. Um die Summe aufzutreiben, entscheiden sie sich schließlich, einem Organhändlerring unter Leitung des Arztes „Doc“ (Kier) die Innereien des knackigen, kerngesunden und passenderweise illegal in Deutschland lebenden Inders Shalaman (Xavier Naidoo) zu verkaufen. Doch um das Ding wirklich konsequent durchzuziehen, braucht es härtere Kerle als die vier Dauerloser…

    Ein grandios aufspielendes Darsteller-Quartett, aus dem vor allem „Knockin'“-Veteran Thierry van Werveke als naiv-knuddeliger Boxer mit dem fiesen Kosenamen Glotze hervorragt, kann vor allem in den ersten zwei Dritteln des Films verhindern, dass die Ungereimtheiten des Drehbuchs stärker zu Tage gefördert werden. Ist „Auf Herz und Nieren“ anfangs noch das witzige Porträt von vier Verlierertypen, befindet man sich gegen Ende des Films plötzlich in einem B-Movie, das wie eine Mischung aus einer „Frankenstein“-Hommage und Roger-Corman-Produktionen daherkommt. In dieser Phase machen vor allem Udo Kier, der per Kehlkopf-Sprechgerät redet und kurioserweise dabei mal die Lippen dazu bewegt und mal nicht, und Box-Profi Axel Schulz als tumber Bodyguard, der im Ring weitaus besser aufgehoben war, ein unglückliche Figur. Obwohl Produzent Schweiger und Regisseur Jahn im Schnitt gemeinsam versuchten, dem Plot so etwas wie eine Struktur zu verpassen, wirkt „Auf Herz und Nieren“ nicht nur auf Genre-Ebene, sondern auch stilistisch – hektische Jump Cuts, Reißschwenks, körnige Schwarz-weiß-Bilder oder gebleichte Farben lassen keine Linie erkennen – wie ein Sammelsurium von Einzelteilen, die keine Bindung zueinander haben. So erinnert dieser Grusel-Thriller-Buddy-Movie-Spaß doch mehr an Jahns „Kai Rabe gegen die Vatikankiller“ als an „Knockin‘ On Heaven’s Door“. lasso.

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