Auf dem Vulkan

  1. Ø 5
   2007
Auf dem Vulkan Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Auf dem Vulkan: TV-Drama um die Krise eines Paares, dass um seinen verunglückten Sohn trauert.

Seit ihr Sohn Joschi bei einer gemeinsamen Bergtour mit dem Vater ums Leben gekommen ist, verbindet das Ehepaar Moritz und Eva bloß noch Sprachlosigkeit. Daher kommt dem Vulkanologen eine Einladung nach Teneriffa gerade Recht. Am Fuß des Berges Teide lebt die schöne Spanierin Sofia. Ihre Beziehung erreicht im Nu eine Intensität, die Moritz sogar über einen Umzug auf die Vulkaninsel nachdenken lässt; bis plötzlich Eva auf Teneriffa auftaucht.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Tanz auf dem Vulkan ist ein Spiel mit dem Feuer: Man weiß um die Gefahr, lacht ihr aber ins Gesicht. Die Autorin Barbara Jago nimmt die Metapher beim Wort: Hauptfigur ihrer von Jürgen Wolff adaptierten Geschichte ist ein Vulkanologe.

    Dieser Moritz (Sebastian Koch) weiß privat nicht ein noch aus, und da ist Flucht erfahrungsgemäß ein probates Mittel; zumindest für den Augenblick. Moritz erhört einen Ruf aus Teneriffa, wo der majestätische Teide grollt. Der Einsicht, dass man seine Probleme in der Regel mitnimmt, begegnet Moritz, in dem er neue schafft: Am Fuß des Berges lebt die schöne Spanierin Sofia (Laura Mañà). Die Beziehung erreicht im Nu eine Tiefe, die Moritz sogar über einen Umzug auf die Vulkaninsel nachdenken lässt; bis plötzlich Gattin Eva (Maria Schrader) auf Teneriffa auftaucht.

    Im Grunde genommen erzählen Jago und Wolff (der in der Branche übrigens große Beachtung als Autor von Sitcom-Lehrbüchern genießt) die eigentlich einfache, in Wirklichkeit aber natürlich hochkomplizierte Geschichte eines Eheendes. Zwischen den beiden Ehepartnern steht allerdings ein Vorfall: Moritz leidet unter einem Trauma, über das er nicht sprechen will; schon gar unter therapeutischer Aufsicht. Die näheren Umstände lässt der Film (Regie: Claudia Garde) zunächst im Unklaren. Da kurze Rückblenden die Vorbereitungen zu einer gemeinsamen Bergtour von Vater Moritz und Sohn Joschi (Jacob Matschenz) zeigen, Joschi im Leben der Eltern aber nur noch als Leerstelle vorhanden ist, kann man sich zusammenreimen, was passiert ist. Erst durch die Konfrontation mit dem eigenen Tod findet Moritz die Kraft, sich endlich seinem Trauma zu stellen.

    Das friedliche Äußere eines inaktiven Vulkans täusche, doziert Moritz zu Beginn vor seinen Studenten; man könne nicht vorhersagen, wann er ausbricht. Mit diesem Film verhält es sich ganz ähnlich. Obwohl nicht viel passiert, gelingt es Regisseurin Garde, den von Benedict Neuenfels gerade auf Teneriffa ohnehin vortrefflich gestalteten Bildern große innere Spannung zu verleihen. Die Kamera schaut gern von außen in die Häuser hinein. Immer wieder muss sie dabei Hindernisse umkurven, als wolle die Geschichte ihre Geheimnisse nur widerwillig preisgeben. Bei aller optischen Sorgfalt: So was funktioniert natürlich nur mit den richtigen Schauspielern. Die Rollenverteilung mag leicht klischeehaft wirken, orientiert sich aber dennoch an der Realität: hier die tränenreiche Ehefrau, die sich ausgeschlossen fühlt, weil der Gatte nicht mit der Sprache rausrücken will; dort der scheinbar in sich ruhende Moritz, den Koch, sonst abonniert auf überlebensgroße Archetypen („Stauffenberg“, „Speer und er“), mit einem eher spür- als sichtbaren energetischen Potenzial versieht. Deshalb passt der zunächst so spröde Moritz, der erst in Lauras Armen auftaut, auch perfekt in die unwirtliche zerklüftete Landschaft der kanarischen Insel: Dem Teide ist es völlig gleichgültig, wer da in seine Eingeweide klettert. tpg.

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