Filmhandlung und Hintergrund

Werkgetreue Verfilmung von William Faulkners gleichnamigem Roman.

Amerika im frühen 20. Jahrhundert. Tief unten im Süden in einem gottverlassenen Weiler in Mississippi ist nach langer Krankheit Mutter Bundren verstorben. Vor ihrem Tod hatte sie noch den Wunsch geäußert, in ihrer vierzig Meilen entfernten Heimtstadt begraben zu werden. Kein leichter Weg dahin, voller Risiken und Gefahren für Mensch, Tier, Gepäck, aber der Wunsch ist der Familie Befehl. Auf der ereignisreichen und beschwerlichen Reise brechen allerhand alte Wunden auf, und ein paar neue werden geschlagen.

Im tiefen Süden der USA begräbt eine Familie die verstorbene Mutter. Unterwegs brechen unterdrückte Gefühle aus. Filmische Interpretation von William Faulkners literarischem Meisterwerk in einer Inszenierung von James Franco.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Dass Schauspieler James Franco, zuletzt in so unterschiedlichen Großproduktionen wie " Die fantastische Welt von Oz" oder " Homefront" zu sehen, seit 2005 selbst Regie führt, bekommt man über Festivaleinsätze hinaus kaum mit. Häufig nimmt er in seinen avantgardistischen Projekten wie "Interior, Leather Bar", "Sal" oder "My Own Private River" Bezug auf andere Filme oder Schauspieler.

      Zugänglicher als andere Franco-Projekte, bietet seine ambitionierte und aufwändige William Faulkner-Verfilmung "As I Lay Dying", die allerdings im ländlichen Amerika der Dreißiger Jahre angesiedelte Mischung aus Familiendrama und Road Movie keine wirklichen Identifikationsfiguren bietet. Schon allein die stark an den Regeln von Kirche und Bibel ausgerichtete Lebensphilosophie der Charaktere, entwickelt aus ihrer kulturellen Prägung, lässt sie wenig fortschrittlich erscheinen. Mit Hinweisen auf den erwartbaren Lohn im Jenseits begegnet man allem Leid und Schmerz. Ein hartes Schicksal muss als von Gott vorbestimmter Weg akzeptiert werden.

      Nicht nur inhaltlich, sondern auch formal wirkt der gewählte Stoff als harte Nuss für eine Verfilmung, denn Faulkner verwendet gleich 15 verschiedene Erzählperspektiven. Franco konzentriert sich auf drei davon, wobei er selbst den Voice Over-Kommentar beisteuert. Zudem sprechen die Figuren häufiger direkt in die Kamera. Dazu baut er auf einen verstörenden Score und eine bewegliche Handkamera, wobei bewusste Unschärfen in Kauf genommen werden. Bei der dramatischen Flussüberquerung wechselt er zur Steigerung der Dynamik zwischen Beschleunigung und Zeitlupe.

      Bei seiner stark an der Vorlage orientierten Adaption baut Franco besonders zu Beginn auf die in den Sechzigern beliebte Split Screen, die den unterschiedlichen Stimmen eine visuelle Entsprechung liefern soll. In manchen Passagen erscheint dies durchaus sinnvoll, innerhalb einer Einstellung die Perspektive zu wechseln. In anderen Momenten wirkt die ständig zerteilte Leinwand als aufgesetztes, ablenkendes Stilmittel. Glücklicherweise nimmt Franco dieses Prinzip bei Einsetzen des Leichenzugs wieder etwas zurück.

      Ähnlich der formalen Mittel wechselt die Geschichte auch inhaltlich ihren Tonfall zwischen drastischen Zuspitzungen und komischen Momenten. Wo die klassischen Faulkner-Adaptionen wie " Griff in den Staub" (1949), " Der lange heiße Sommer" (1958) oder " Der Gauner" (1969) ebenfalls einen tragikomischen Blick auf menschliche Abgründe in den Südstaaten warfen, braucht Franco keine Rücksicht auf Hollywood-Konventionen zu nehmen. Streckenweise versinkt die Odyssee seiner Charaktere in Dreck, Schlamm, Unglücksfällen, Verstümmelungen und sexueller oder finanzieller Ausbeutung. Eine Katastrophe folgt auf die nächste, die Charaktere werden sich gegenseitig zur Last, und Verwesungsgeruch begleitet die Trauergesellschaft.

      Wenn in der zweiten Hälfte langsam die Geheimnisse der Charaktere sowie ihre unterschwelligen Differenzen ans Licht kommen und sich Franco in seiner Experimentierlust etwas zurück hält, gewinnt die dramatische Odyssee an Spannung und Dramatik. Das Gelingen ist auch der überzeugenden Darstellern geschuldet, darunter Francos Stammschauspieler, Multitalent Tim Blake Nelson als verschlagener Vater, oder Komiker Danny McBride, der mit Franco später bei " Das ist das Ende" vor der Kamera stand. Längst arbeitet der unermüdliche Künstler jedoch wieder an neuen Projekten.

      Fazit: James Francos atmosphärisch dichte William Faulkner-Verfilmung "As I Lay Dying" verliert sich zunächst zu stark in visuellen Einfällen, gewinnt aber im Verlauf zunehmend als sezierendes Familien- und Zeitporträt.
    2. As I Lay Dying: Werkgetreue Verfilmung von William Faulkners gleichnamigem Roman.

      William Faulkner zählt zu jenen US-Autoren, deren avantgardistische Prosa sich nicht eben für filmische Adaptionen anbietet. Umso größer die Herausforderung für den umtriebigen Hollywoodstar und -Tausendsassa James Franco, einem der anspruchsvollsten Romane des 20. Jahrhunderts zu Leibe zu rücken. Ergebnis ist ein künstlerisch ambitionierter Low-Budget-Western, der sich seiner verschachtelten Story im Splitscreenverfahren nähert und den Darstellern Höchstleistungen abverlangt.

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