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Antwone Fisher

Kinostart: 12.06.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Regiedebüt von Denzel Washington, in dem ein zorniger, junger Seemann lernt, sich von seiner traumatischen Kindheit zu lösen.

Der 24-jährige Navy-Soldat Antwone Fisher (Derek Luke) hat ein ernsthaftes Problem, seine latenten Agressionen unter Kontrolle zu halten, was ihn nach einigen aktenkundigen Eskapaden als mithin letzte Bewährungschance auf die Couch des Truppenpsychologen Davenport (Denzel Washington) bringt. Nach anfänglichem Misstrauen gelingt es Davenport, Fishers Panzer zu knacken und zu den in düsteren Jugendtagen verborgenen Ursachen vorzudringen. Um endgültig die Kurve zu kriegen, beschließt Davenport, Fisher mit funktionalem Familienleben wie beispielsweise dem eigenen bekannt zu machen.

Für sein Regiedebüt knöpft sich Oscar-Preisträger Denzel Washington die autobiographische Geschichte des Drehbuchautoren Antwone Fisher vor.

Aggressivität bringt Antwone Fisher auf die Couch des Navytherapeuten Davenport. Der Routinefall wird zum persönlichen Anliegen, als Davenport Schritt für Schritt die traumatische Vergangenheit des jungen Mannes freilegt. So lernt Fisher eine echte Vaterfigur, in der Beziehung zu Cheryl die erste Liebe und schließlich auch seine wirkliche Familie kennen.

Antwone Fisher hat ein Problem. Sobald der schwarze Navy-Soldat von seinen Kollegen nur ein bisschen gehänselt wird, rastet er aus und beginnt eine Schlägerei. Weil Strafen und Degradierung nicht fruchten, wird er zu Sitzungen mit dem Armee-Psychologen Dr. Davenport verpflichtet. Doch Antwone denkt zunächst gar nicht daran, sich diesem zu öffnen oder ihm die Gründe für sein aggressives Verhalten mitzuteilen. Zu tief sind die Verletzungen aus Kindheitstagen, die vornehmlich aus Prügel, Angst und Missbrauch bestanden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Antwone Fisher: Regiedebüt von Denzel Washington, in dem ein zorniger, junger Seemann lernt, sich von seiner traumatischen Kindheit zu lösen.

    Märchenhafte Erfolgsgeschichten wie diese zementieren Hollywoods Image als Paradies für Glückssucher, ob nun am Sunset Boulevard Leichen im Pool schwimmen oder nicht. Antwone Fisher gehörte zum Sicherheitsdienst von „Sony Pictures“ und erzählte seinem Chef aus seinem Leben. Die biografische Beichte wanderte von Ohr zu Ohr, bis Produzent Todd Black Fisher aufforderte, auf ihrer Grundlage ein Drehbuch zu schreiben. Das wiederum landete auf dem Schreibtisch Denzel Washingtons, der nach langer Vorbereitungszeit und einer Eigeninvestition von zwei Millionen Dollar damit nun sein Regiedebüt feiert, das dem Oscarpreisträger weiteren Respekt einbringen wird.

    Auch vor der Kamera ist Washington aktiv, um mit seinem Namen einer im Grunde kleinen Geschichte die größtmögliche Chance zu geben. Eigentlich aber sieht er seine Figur hier im Hintergrund, markiert dies in einer Szene auch sichtbar, in der er sich langsam abdunkeln lässt und damit seinen Hauptdarsteller exklusiv ins Spotlight rückt. Newcomer Derek Luke bedankt sich mit einer durchwegs überzeugenden, zurückgenommenen Performance, die wie Washingtons Inszenierung nicht um die Aufmerksamkeit der Academy buhlt. Lukes Titelfigur ist Seemann bei der Navy, der immer wieder durch seine kurze Zündschnur und seinen explosiven Zorn auffällt. Sein jüngster Ausfall bringt ihn auf die Couch des Navy-Psychologen Jeremy Davenport (Washington), der mit großer Geduld die Verweigerungsphase Fishers aussitzt und schließlich dessen Mauer des Schweigens durchbricht. Enthüllt wird ein Leben ohne Vater, der erschossen wird, und ohne Mutter, die Antwone schon als Säugling aufgibt. Ein Leben in Heimen und bei einer Pflegemutter, geprägt von Liebesentzug, Gewalt und sexuellem Missbrauch. Die Stationen des Leidens bleiben geraffte Erinnerungen in Rückblenden, denn der Schwerpunkt des Films liegt in der Gegenwart, auf Fishers ersten Erfahrungen mit einer Vaterfigur und der Liebe sowie auf der Suche nach seiner Mutter. Natürlich wirkt sein schneller seelischer Heilungsprozess so idealisiert wie sein Therapeut oder die selbstbewusste und sensitive Navyfreundin, die auch bei Schönheitswettbewerben nicht chancenlos wäre. Aber Washingtons ruhige Regie verkauft den Stoff trotz solcher Widerhaken gut, verzichtet auf melodramatische Spitzen, lässt Gefühle zu, ohne sie überzogen auszustellen und verliert nur am etwas kitschigen Ende das Gleichgewicht. Die „Antwone Fisher Story“ ist ungeachtet dieses traumatischen Lebens kein wütender Schlag ins Gesicht, sondern eine Geschichte über Vergebung. Erfahrungsgemäß liegt darin die Chance für ein größeres Publikum, das sich von realistischer Härte eher abschrecken denn wirklich begeistern lässt. kob.

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