Filmhandlung und Hintergrund

München, 1942: Die ehemalige Haushälterin einer jüdischen Familie gibt deren Tochter als ihr eigenes Kind aus, um sie vor der Deportation zu retten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Annas Heimkehr: München, 1942: Die ehemalige Haushälterin einer jüdischen Familie gibt deren Tochter als ihr eigenes Kind aus, um sie vor der Deportation zu retten.

    Die Geschichte ist nicht authentisch, aber sie könnte sich genau so zugetragen haben: Kindermädchen Anna rettet die achtjährige Tochter ihrer jüdischen Herrschaften vor der Deportation und damit dem sicheren Tod. Sie kehrt nach Jahren in ihr bayerisches Heimatdorf zurück und gibt die kleine Franzi als eigenes Kind aus. Daheim trifft sie auf ihren einstigen Verlobten Kurt, der sie immer noch liebt und Franz für seine Tochter hält, und auf Gregor, der früher Kellner war, jetzt als SS-Sturmbannführer endlich selber Kommandos geben darf und gleichfalls ein Auge auf Anna geworfen hat. Ihr Bruder Toni hat es dank seines Parteibuchs sogar zum Bürgermeister gebracht. Natürlich wird die scheinbare Idylle durch die Rückkehrerin gehörig durcheinander gebracht, zumal jeder zu ahnen scheint, dass irgendetwas mit Franzi nicht stimmt.

    Xaver Schwarzenberger erzählt das Drama (Drehbuch: Herbert Knopp) vom vermeintlich unehelichen Kind mit vielen Anleihen beim kritischen Heimatfilm und durchweg namhaften Schauspielern. Selbst eine eher unbedeutende Rolle wie die der Schwägerin Annas wurde mit Julia Stemberger besetzt. Den SS-Schergen spielt Karl Marcovics, den Bürgermeister Herbert Knaup. Bei der Titelrolle aber hat Schwarzenberger einen groben Fehlgriff getan: Veronica Ferres wirkt nicht nur wegen ihres unüberhörbar unechten Akzents völlig unauthentisch. Den vielen Missverständnissen, dieser Dame wichtige Rollen anzuvertrauen, ist mit „Annas Heimkehr“ ein geradezu groteskes hinzugefügt worden. Manche Großaufnahme, in der Ferres dramatisch dreinzublicken hat (oder glaubte, dies tun zu müssen), gerät gar unfreiwillig komisch.

    Ohnehin bleibt Schwarzenbergers Film trotz allen Aufwands ein braves Vergangenheitsstück, das man in ähnlicher Form schon vielfach gesehen hat. Es gelingt ihm weder, die Geschichte richtig packend zu erzählen, noch, den einseitigen Figuren Zwischentöne abzugewinnen: Die Figuren sind entweder heldenhaft (Anna, ihr Verlobter), Mitläufer (der Bürgermeister) oder einfach nur böse (der SS-Mann). Nicht mal auf den Pfarrer ist Verlass: Der verstößt gegen das Beichtgeheimnis und verrät Anna. Einzig interessant ist die Entwicklung, die Franzi (Julia Krombach) durchmacht: Während Anna sich bemüht, dem Mädchen die jüdische Kultur zu bewahren, muss sich Franzi äußerlich anpassen und mit Hingabe Nazi-Lieder schmettern.

    So sehr es Frau Ferres anzurechnen ist, dass sie auf die gewohnte Gage verzichtet hat, damit dieser Film realisiert werden kann: Der Konflikt der kleinen Franzi ist viel reizvoller als das Versteckspiel der großen Anna. tpg.

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