Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama mit Jutta Speidel, die wie bereits in "Meine Mutter tanzend" eine Frau spielt, die sich der Begegnung mit ihrer zur Adoption freigegebenen Tochter stellen muss.

Über dem Obstbauernhof der Ingstrups kreist der Pleitegeier: Ein Konkurrent verkauft Äpfel zu Dumpingpreisen und lockt die Arbeiter weg. Und dann wird auch noch die Ehe erschüttert: Ines, die uneheliche Tochter von Anna, möchte ihre Mutter kennen lernen; sie konnte ja nicht ahnen, dass Anna ihrem Mann nie etwas von der Geburt erzählt hat. Prompt kommt es zu einer ausgewachsenen Beziehungskrise, die ausgerechnet von der mutigen Ines wieder bereinigt wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Annas Geheimnis: TV-Drama mit Jutta Speidel, die wie bereits in "Meine Mutter tanzend" eine Frau spielt, die sich der Begegnung mit ihrer zur Adoption freigegebenen Tochter stellen muss.

    Vermutlich gibt es ohnehin keinen günstigen Zeitpunkt für eine ausgewachsene Ehekrise, aber dieser ist denkbar schlecht: Vom Hexenschuss geplagt, denkt Obstbauer Ingstrup (Dietrich Hollinderbäumer) an den Verkauf seines Hofes. Sein intriganter Großkonkurrent Quast (Dieter Bongartz) bietet dem Einzelhandel die Äpfel zu Dumpingpreisen an und macht Ingstrup außerdem die Arbeiter abspenstig. Da kommt der Schatten, der sich aus heiterem Himmel über die Ehe legt, höchst ungelegen. Gattin Anna (Jutta Speidel) erhält Post aus der Vergangenheit: Ihre uneheliche Tochter möchte die Mutter kennen lernen. Weil Anna auf den Brief nicht reagiert, klingelt es eines Tages an der Haustür; Ines (Susanne Schäfer) konnte ja nicht ahnen, dass Anna ihrem Mann nie von ihr erzählt hat.

    „Annas Geheimnis“ ist ein sympathisch bescheidener Titel für diesen Film, der sich deutlich von der üblichen Freitagsware der ARD unterscheidet. Zwar spielt die Landschaft (hier das so genannte Alte Land in Niedersachsen) wie üblich eine große Rolle, und es gibt ein paar prächtige Sonnenuntergangsbilder (Kamera: Michael Tötter). Aber für die Musik zum Beispiel sind nicht wie sonst die Streicher digital verdoppelt oder gar verdreifacht worden, so dass eine klebrige Klangsauce entsteht, die in alle Ritzen dringt. Geradezu unprätentiös untermalen die Kompositionen von Carsten Bohn die Bilder und überlassen es dem Publikum, sich seine Gefühle selbst zu entwickeln.

    Diesem Stil entspricht auch die Inszenierung von Jan Ruzicka, der voll und ganz auf eine starke Geschichte (Buch: Sophia Krapoth) vertraut, die wiederum durch ein vorzügliches Ensemble mit Leben gefüllt wird. Denn streng genommen ist das Auftauchen der bislang verschwiegenen Tochter bloß der zündende Funke, der die eigentliche Handlung in Gang setzt: Anna und der olle Ingstrup verzetteln sich in einer veritablen Existenzkrise, aus der beide ohne fremde Hilfe nicht wieder rausfinden würden. Gatte Christian ist zwar ein Sturkopf, aber Anna ist auch nicht unschuldig: Als ihr Mann Ines‘ Brief findet, leugnet sie und spricht von einer Verwechslung.

    Auch wenn sich die Überraschung in Grenzen hält, wenn Anna die Identität des Vaters lüftet: Wie Autorin Krapoth die Geschichte zu einem Happy End führt, das zwangsläufig konstruiert ist, sich aber gar nicht so anfühlt, ist sehr respektabel und kann nur deshalb funktionieren, weil die Figuren zuvor sehr komplex angelegt worden sind. Aber auch die Handlung erfreut immer wieder mit sehenswerten Ideen am Rande. Sehr hübsch ist beispielsweise eine Einstellung, die auf einem Damm am Straßenrand im Gegenlicht der untergehenden Sonne eine Bank samt Mülleimer zeigt. Hier wirft Ines eine Tüte weg, die Anna ihr nach der ersten Begegnung mitgegeben hatte. Als sie weiterfährt, bleibt die Kamera da, denn kurz drauf kehrt Ines zurück, um die Tüte wieder aus dem Mülleimer zu holen. Neben allerlei Obsterzeugnissen enthält sie auch ein Jugendfoto von Anna, die 16 war, als sie sich nach einem feuchtfröhlichen Feuerwehrball einem kaum älteren Jungen hingab; ihre Eltern steckten sie in ein Heim für schwererziehbare Mädchen, das Kind wurde ihr unmittelbar nach der Geburt weggenommen.

    Eigentlich eine tragische Geschichte also, aber Jutta Speidel spielt diese Figur so, wie auch die Musik klingt: Sparsame Mittel genügen ihr, um anzudeuten, was Anna in all den Jahren durchgemacht hat. Dass es Ruzicka gelingt, den potenziell enorm melodramatischen Stoff mitunter beinahe komödiantisch zu inszenieren, ist allerdings auch eine Leistung, die wiederum eng mit den darstellerischen Qualitäten der beiden Hauptdarsteller zusammenhängt. Für zwei aus diesem Trio ist „Annas Geheimnis“ allerdings ein Déjà vu: Vor gut einem Jahr haben Ruzicka und Speidel mit dem heiteren Adoptionsdrama „Meine Mutter tanzend“ schon eine ganz ähnliche Geschichte erzählt. tpg.

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    Am 24. April 2007 haben im Alten Land in Niedersachsen (Jork) die Dreharbeiten für das bewegende Familiendrama „Annas spätes Glück“ mit Jutta Speidel („Um Himmels Willen“) in der Hauptrolle begonnen. Ihren Ehemann stellt Dietrich Hollinderbäumer („Afrika, mon amour“) dar, die Tochter spielt Susanne Schäfer („Speer und Er“). In weiteren Rollen sind Peter Bongartz, Anna Hausburg, Bernd Stegemann, Mona Seefried, Marek...

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