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TV-Tragikomödie: Paraderolle für Edgar Selge als Extremphobiker, dem der sichere Tod vor Augen die beste Zeit seines Lebens beschert.

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Kritikerrezensionen

  • Angsthasen: TV-Tragikomödie: Paraderolle für Edgar Selge als Extremphobiker, dem der sichere Tod vor Augen die beste Zeit seines Lebens beschert.

    Ein Hypochonder lernt, dass es ein Leben vor dem Tod gibt: Eine Paraderolle für Edgar Selge und eine der besten Komödien des Jahres.

    Die eine oder andere Marotte hat ja jeder von uns. Manche meiden hohe Höhen, andere stiefeln lieber durchs Treppenhaus, als den Lift zu nehmen, viele ekeln sich vor Spinnen oder anderem Kroppzeug, und beim Fliegen bekommt man spätestens dann ein mulmiges Gefühl, wenn das Flugzeug in Turbulenzen gerät. Adrian Zumbusch kennt das alles. Das einzige, wovor er keine Angst hat, sind Spritzen; ansonsten ist er gewissermaßen ein Generalphobiker. Und ein Hypochonder. Deshalb blüht Zumbusch erst auf, als er erfährt, dass er Leukämie und im günstigsten Fall nur noch drei Monate zu leben hat. Endlich ist er wie befreit: weil er nun nichts mehr zu verlieren hat. Außerdem ist er damit die perfekte Partie für seine Ärztin, denn die verliebt sich grundsätzlich nur in aussichtslose Fälle. „Das passt ja genau in Ihr Schema“, stellt ihr Therapeut (Uwe Ochsenknecht) fest: „eine Beziehung auf Abruf!“ - und schon ist der Weg frei für ein höchst ungewöhnliches Liebespaar und eine äußerst vergnügliche romantische Komödie.

    Mehrere Jahre lang hat Autor Ulrich Limmer die Geschichte mit sich herumgetragen. Nun, da Fernsehfiguren wie Monk die großen und kleinen Phobien des Alltags gewissermaßen salonfähig gemacht haben, schien die Zeit reif. Und so ist es auch: Adrian Zumbusch ist gewissermaßen die Inkarnation des modernen Neurotikers, der nicht aus dem Haus kann, ohne sich wenigstens drei Mal überzeugt zu haben, ob alle Herdplatten ausgeschaltet sind. Und niemand könnte diese Rolle besser spielen als Edgar Selge, der gerade deshalb so rasend komisch ist, weil er Zumbusch als tragische Figur verkörpert. Um so größer ist der Kontrast, als der Hypochonder endlich weiß, dass er tatsächlich bald stirbt. Da lässt Zumbusch den Herd Herd sein, betritt tollkühn den Fahrstuhl, drückt aus lauter Übermut den Stoppknopf und hat einen Riesenspaß, fährt Achterbahn, balanciert todesmutig über den First seiner neuen Dachwohnung und nimmt beim Rückweg die Regenrinne.

    Nina Kunzendorf ist Selge als Ärztin Katja Lorenz eine ebenbürtige Partnerin; die beiden haben schon in einem ausgezeichneten Münchener „Polizeiruf“ („Der scharlachrote Engel“) prächtig miteinander harmoniert. Kunzendorf muss als Ärztin ein doppeltes Spiel spielen, denn es stellt sich heraus, was man gleich ahnte: Die Befunde sind verwechselt worden, die tödliche Diagnose galt nicht Adrian Zumbusch, sondern Andreas Zumbach (Jürgen Hentsch). Doch Katja traut sich nicht, ihrem Geliebten die Wahrheit zu sagen: Sie hat die berechtigte Angst, dass prompt all seine alten Phobien wieder auftauchen. So ist es auch, und nicht nur das: Der Vertrauensbruch beendet die Beziehung. Ausgerechnet Zumbach aber, der Adrian vor seinem Tod eine Zigarre lang die Augen dafür geöffnet hat, wie schön doch das Leben ist, hinterlässt ihm Vermächtnis, das sein Dasein erneut ändern wird; diesmal aber von innen.

    Bei Regisseurin Franziska Buch ist Limmers Geschichte in den besten Händen. Gerade die verschiedenen Slapstick-Szenen inszeniert sie mit perfektem Gespür für Situationskomik. Vor allem aber macht sie Zumbusch nicht zum Affen. Selbst beim Finale, als Adrian während der Trauerfeier allerlei Unheil anrichtet, bleibt ihm eine gewisse Würde erhalten. Adrians bewegende Ansprache über den Tod als Teil des Lebens ist ohnehin ein würdiger Abschluss für eine Geschichte, in die Limmer derart viele witzige, originelle und unerwartete Einfälle reingepackt hat, dass sie im Normalfall für zwei Komödien reichen würden. Allein die Dialoge haben beste Screwball-Tradition; „Angsthasen“ ist die Komödie des Jahres. tpg.

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