An einem Samstag (2011)

Originaltitel: V Subbotu
An einem Samstag Poster

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Filmhandlung und Hintergrund

An einem Samstag: Ergreifendes, surreales Drama und tragikomischer Tanz auf dem Vulkan, das die Tschernobyl-Katastrophe über individuelle Schicksale greifbar macht.

Valentin Kabysch ist als einer der Ersten im Atomkraftwerk von Tschernobyl vor Ort, als am 26. April 1986 ein Störfall gemeldet wird. Kabysch wird schnell klar, dass sich eine nukleare Katastrophe ereignet hat. Doch er darf sein Wissen nicht weitergeben und beschließt, aus der Stadt zu fliehen. Valentin will jedoch noch Vera mitnehmen, die Frau, die er liebt, und so macht er sich auf die Suche nach ihr. Dabei begegnet er Menschen, die unwissend ihrer Alltagsroutine nachgehen, die unbeschwert essen, trinken oder Hochzeit feiern.

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Kritikerrezensionen

  • Tragikomödie über die Menschen, die nach dem Super-Gau von Tschernobyl ohne jegliche Information ahnungslos in den Tod tanzen.

    Im April jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal, für Alexander Mindadze Motivation, einen Spielfilm zu drehen, der sich mit denjenigen beschäftigt, die – von der Parteileitung im Stich gelassen – einen ganz normalen Samstag verbringen. Während sich die unsichtbare und nicht greifbare Gefahr zusammenbraut, gehen die Menschen wie gewohnt einkaufen und spazieren, essen und trinken, Kinder spielen im Freien, ein Paar feiert Hochzeit. Der junge Parteifunktionär Valerij rennt beim Anblick des brennenden Reaktorblocks 4 auf das Gelände und lauscht, wie die Verantwortlichen den Horror klein reden und ihm den Mund verbieten. Nichts wie weg, ist sein erster Gedanke, aber immer wieder halten ihn Schicksal oder Zufall auf: Kleine Störfälle im Schatten des großen Störfalls. Da bricht der Absatz seiner Freundin ab, verpassen sie den Zug, hält der Kauf neuer rumänischer Importschuhe auf, wie auch die Hochzeit des besten Freundes oder Valerijs Einspringen als Drummer bei der alten Band. Im blutroten Schein des zerborstenen Kernkraftwerks kann niemand der tödlichen Dosis Radioaktivität entkommen. Zu unvorstellbar scheint die Wahrheit als dass die Einwohner der verseuchten Stadt Prypjat reagieren, auch wenn die Wolke über ihnen zieht.

    Die grausam direkte Handkamera des Rumänen Oleg Mutu (“Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage”) ist fast ununterbrochen in Bewegung; wenn sie dem Protagonisten im Nacken sitzt und nachhetzt oder bei Schlägereien mit seinen alten Buddies fast die Balance verliert, gibt es auch für den Zuschauer keine Flucht, auch er ein Gefangener. Dann wieder nähert sie sich unerbittlich den Gesichtern voller Hilflosigkeit und Lebenswille, Ungläubigkeit und Wissen. Eindrucksvoll ist die Szene, in der das Paar hört, wie der Zug abfährt und in seinen Augen Verzweiflung keimt, sie ihre Gefühle nicht in Worte fassen können. Die fast quälende Intensität und anfängliche Spannung lässt nach, weil die Hochzeit zu lange im Fokus bleibt, Tanzen und Singen, Saufen und Handgemenge sich wie in einer Endlosschleife wiederholen. Anton Shagin spielt den Todgeweihten als ambivalentes Bündel Mensch – stürmisch und zurückgezogen, verletzbar und gewalttätig. Wenn am Ende das Boot mit den jungen Leuten an der gespenstisch in den Himmel ragenden Ruine auf ruhigem See vorbeischippert, ist das ein grandioses Bild, aber auch ein erbarmungsloses. mk.

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